mini|Friedrich von Frankenberg und Ludwigsdorf als Bonner Preuße Friedrich Graf von Frankenberg und Ludwigsdorf, Freiherr von Schellendorf (* 5. Februar 1835 in Breslau, Provinz Schlesien; † 31. Dezember 1897 in Slawentzitz, Oberschlesien) war ein deutscher Großgrundbesitzer in Schlesien und Mitglied des Reichstages des Norddeutschen Bundes sowie des Kaiserreiches.

Leben Friedrich von Frankenberg war der Sohn des Grafen Ernst von Frankenberg (* 24. November 1800; † 28. Dezember 1855) auf Tillowitz und der Eleonore, geborene Gräfin von Ledebur-Wicheln (* 13. November 1807).Genealogisches Taschenbuch der deutschen gräflichen Häuser auf das Jahre 1862, S. 275

Friedrich von Frankenberg studierte ab 1853 drei Semester Rechtswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Universität Breslau. 1854 wurde er im Corps Borussia Bonn aktiv.Kösener Korpslisten 1910, 19/341. Er wechselte das Studienfach und studierte ein Jahr Agrarwirtschaft an der Königlich Sächsischen Forstakademie. Durch den frühen Tod seines Vaters wurde er Herr einer der größten Besitzungen in Preußen, nämlich der Herrschaft Tillowitz im Kreis Falkenberg O.S. Dies ermöglichte ihm in den folgenden Jahren weite Reisen.

Im Deutschen Krieg meldete er sich als Freiwilliger zur Preußischen Armee. Als Ordonnanzoffizier des VI. Armee-Korps nahm er am 3. Juli 1866 an der Schlacht bei Königgrätz teil. Während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 widmete er sich in seiner Eigenschaft als Malteserritter der freiwilligen Krankenpflege. Dabei erhielt er das Eiserne Kreuz am weißen Bande.

1867 wurde er in den Reichstag (Norddeutscher Bund) gewählt.Bernd Haunfelder, Klaus Erich Pollmann: Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch. Droste, Düsseldorf 1989, ISBN 3-7700-5151-3, Foto S. 125, Kurzbiografie S. 402 (= Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 2). Er gehörte dem Deutschen Reichstag ununterbrochen bis zum Jahre 1881; seit 1874 vertrat er den Kreis Ohlau-Nimptsch-Strehlen.Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1904, S. 91. Vorübergehend (1867–1869) gehörte er auch dem Preußischen Abgeordnetenhaus an; dort vertrat er den Kreis Neustadt-Falkenberg. Er schloss sich der Reichspartei an.Bernhard Mann (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867–1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne, Droste Verlag, Düsseldorf 1988, S. 134 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien: Band 3). Zu den Wahlergebnissen: Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten. Droste Verlag, Düsseldorf 1994, S. 368–370. ISBN 3-7700-5182-3 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 6). Als Parlamentarier und Katholik unterstützte er Otto von Bismarcks Kulturkampf und Wirtschaftspolitik. Er engagierte sich für die Flussbegradigung der Oder. Als Amtsvorsteher und Kreisdeputierter war er Mitglied des Provinzialausschusses und des Provinzialrats in der Provinz Schlesien, sowie des Kuratoriums des Schlesischen Museums der Bildenden Künste in Breslau und engagierte sich im Deutschen Kolonialverein (1882).

Nach Ende seiner Mitgliedschaft im Reichstag wurde er 1883 in den Preußischen Volkswirtschaftsrat (1883), den Preußischen Staatsrat (1884) und in das Preußische Herrenhaus (1885) berufen. Im Herrenhaus setzte er sich insbesondere für den Ausbau der Wasserstraßen und des Eisenbahnnetzes in Schlesien ein. Die Steuerreform von Johannes von Miquel bekämpfte er scharf, weil sie ihm einen sozialistischen Zug zu haben schien.

1896 erhielt er von Wilhelm II. als König von Preußen den Charakter (Titel) eines Wirklichen Geheimen Rates mit dem Prädikat Excellenz.

Ehe und Nachkommen Friedrich hatte 1872 Prinzessin Luise von Hohenlohe-Oehringen geheiratet. Das Paar hatte mehrere Kinder: Margarethe (1873–1886) Luise (* 23. August 1879; † 1941) ⚭ Graf Lubbert von Westphalen zu Fürstenberg († 2. Mai 1932) Konrad (* 3. Mai 1877; † 5. Juni 1937) ⚭ 1907 Alice Friedmann geschiedene Solman (* 22. Juli 1879; † 30. Januar 1927)

Siehe auch Liste der Abgeordneten des ersten ordentlichen Reichstags des Norddeutschen Bundes Liste der Reichstagsabgeordneten des Deutschen Kaiserreichs (1. Wahlperiode) Liste der Reichstagsabgeordneten des Deutschen Kaiserreichs (2. Wahlperiode) Liste der Reichstagsabgeordneten des Deutschen Kaiserreichs (3. Wahlperiode) Liste der Reichstagsabgeordneten des Deutschen Kaiserreichs (4. Wahlperiode)

Literatur Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Band 4. Reimer, Berlin 1900. Karl Gustav Heinrich Berner: Schlesische Landsleute. Schimmelwitz, Leipzig 1901.

Friedrich Andreae, Max Hippe u. a. (Hrsg.): Schlesische Lebensbilder. Band 2. Korn [u. a.], Breslau [u. a.] 1926. Herman von Petersdorff: Graf Fred Frankenberg. In: Hans von Arnim, Georg von Below (Hrsg.): Deutschnationale Köpfe. Schneider, Leipzig [u. a.] 1928. Wilhelm Kosch: Das katholische Deutschland. Band 1. Haas & Grabherr, Augsburg 1933. Wilhelm Kosch, fortgeführt von Eugen Kuri: Biographisches Staatshandbuch. Francke, Bern [u. a.] 1963. Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus (1867–1918). Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der Politischen Parteien, Band 3). Bernd Haunfelder, Klaus Erich Pollmann: Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch. Droste, Düsseldorf 1989, ISBN 3-7700-5151-3 (mit Bild; = Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 2). Franz Heiduk: Oberschlesisches Literaturlexikon. Band 1. Mann, Berlin 1990.

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Einzelnachweise

Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Norddeutscher Bund) Kategorie:Mitglied des Zollparlaments Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Kaiserreich) Kategorie:Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Kategorie:Mitglied des Preußischen Herrenhauses Kategorie:Mitglied des Preußischen Staatsrats (1817–1918) Kategorie:Exzellenz (Preußen) Kategorie:Mitglied der Freikonservativen Partei Kategorie:Rittmeister (Preußen) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Ritter des Malteserordens (3. Stand) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes am weißen Bande Kategorie:Person (Schlesien) Friedrich Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1835 Kategorie:Gestorben 1897 Kategorie:Mann