rechts|hochkant=0.7|rahmenlos Die 21. Internationale Friedensfahrt (Course de la paix) war ein Straßenradrennen, das vom 9. bis 24. Mai 1968 ausgetragen wurde und von Ost-Berlin über Prag nach Warschau führte. Der DDR-Fahrer Axel Peschel gewann die Einzelwertung, während Polen in der Mannschaftswertung siegte.

Teilnehmer Für die Friedensfahrt 1968 hatten 18 Mannschaften gemeldet, zwei weniger als im Vorjahr. Es fehlten gegenüber 1967 die Bundesrepublik, Algerien, Jugoslawien, Marokko und die Mongolei, wieder neu im Feld waren die schon früher beteiligten Mannschaften aus Italien, Norwegen und Schweden. Jedes Team startete wie üblich mit sechs Fahrern, lediglich die Niederländer traten nur zu fünft an, sodass insgesamt 107 Aktive an den Start gingen. Der Bund Deutscher Radfahrer hatte sich um eine Teilnahme beworben, diese wurde aber von der Organisatoren des Deutschen Radsport-Verbandes der DDR abgelehnt.

Die Mannschaften in der Übersicht:

Belgien Bulgarien Dänemark DDR Finnland Frankreich Großbritannien Italien Kuba Niederlande Norwegen Polen Rumänien Schweden Schweiz Sowjetunion (UdSSR) Tschechoslowakei (CSSR) Ungarn

Der DDR-Radsport-Verband hatte folgende Fahrer nominiert:Klaus Ampler, Günter Hoffmann, Siegfried Huster, Rainer Marks, Dieter Mickein und Axel Peschel.

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Strecke Zwischen Ost-Berlin und Warschau mussten in 16 Etappen 2352 Kilometer zurückgelegt werden. Es gab drei Bergetappen im Thüringer Wald und im Erzgebirge, sowie zwei Einzelzeitfahretappen in der DDR und in Polen. Der längste Tagesabschnitt mit 198 Kilometern musste in Polen zwischen Rzeszów und Lublin zurückgelegt werden, die kürzeste Etappe war das 30-km-Zeitfahren von Suhl nach Ilmenau.

Rennverlauf links|hochkant=0.7|mini|Einzelsieger: Axel Peschel, DDR Bei widrigen Wetterverhältnissen nahm die Tour einen wechselhaften Verlauf. Es sah zunächst danach aus, als hätte das Rennen mit dem sowjetischen Fahrer Wladimir Tscherkassow einen klaren Favoriten. Er übernahm nach der vierten Etappe das Gelbe Trikot und beherrschte danach das Feld souverän, obwohl er zunächst von dem Tschechoslowaken Karel Vavra und später von den DDR-Fahrern Mickein und Peschel hartnäckig attackiert wurde. Erst auf der 14. und längsten Etappe wendete sich das Geschehen, als sich eine achtköpfige Spitzengruppe ohne Tscherkassow lösen konnte und mit sieben Minuten Vorsprung das Ziel in Lublin erreichte. Vavra übernahm wieder das Gelbe Trikot, das er beim Zeitfahren der vierten Etappe an Tscherkassow verloren hatte, um es beim Zeitfahren der 15. Etappe umgehend an Axel Peschel wieder zu verlieren. Auf der letzten Etappe ließ Peschel den Tschechoslowaken nicht davonfahren und rettete seinen 16-Sekunden-Vorsprung bis nach Warschau.

Um die Blauen Trikots der Mannschaftswertung entbrannte ein Zweikampf zwischen Polen und der DDR. Nach der dritten Etappe übernahmen die Polen die Spitze, verloren sie aber auf der fünften Etappe an die DDR-Mannschaft. Diese lag danach bis zum Zeitfahren der 14. Etappe in Front, doch beim Zeitfahren nahmen die Polen der DDR acht Minuten ab und legten damit den Grundstein für den endgültigen Mannschaftsgewinn.

Dem schlechten Wetter mussten vierzig Fahrer Tribut zollen, sodass nur 67 Teilnehmer das Ziel in Warschau erreichten. Finnland, Frankreich, Kuba, Norwegen und Schweden fielen schon vorzeitig aus der Mannschaftswertung heraus, da sie mehr als die Hälfte ihrer Fahrer verloren hatten.

Etappenübersicht

Etappe Start – Ziel Etappen-länge Etappensieger Zeit (h) km/h1 Ost-Berlin – Frankfurt (Oder) – Ost-Berlin 170 km Zygmunt Hanusik (Polen) 3:48:40 44,52 Ost-Berlin – Halle (Saale) 189 km Noël Van Tyghem (Belgien) 4:48:19 39,23 Halle – Suhl 194 km Zenon Czechowski (Polen) 5:16:55 36,94 Suhl – Ilmenau (Einzelzeitfahren) 30 km Thorleif Andresen (Norwegen) 0:48:16 36,25 Ilmenau – Aue 181 km Klaus Ampler (DDR) 4:40:50 38,96 Aue – Prag 195 km Dieter Mickein (DDR) 4:47:05 40,47 Prag – Hradec Králové 145 km Joseph Schoeters (Belgien) 3:26:30 42,58 Rund um Hradec Králové 119 km Joseph Schoeters (Belgien) 2:49:11 42,29 Vamberk – Otrokovice 179 km Giacinto Santambrogio (Italien) 4:05:27 43,910 Gottwaldov – Karviná 150 km Jiří Zelenka (CSSR) 3:41:53 40,911 Karviná – Kattowitz 131 km Josef Ripfel (Schweden) 3:05:07 42,612 Kattowitz – Krakau 135 km Rino Montanari (Italien) 3:09:55 42,713 Krakau – Rzeszów 161 km Ole Højlund (Dänemark) 3:54:52 41,214 Rzeszów – Lublin 198 km Virginio Levati (Italien) 4:46:35 41,815 Puławy – Radom (Einzelzeitfahren) 50 km Jan Magiera (Polen) 1:09:57 42,916 Radom – Warschau 125 km Klaus Ampler (DDR) 2:52:07 44,2

Endresultate

Einzelwertung Fahrer Mannschaft Zeit 1. Axel Peschel DDR 57:45:58 h 2. Karel Vávra CSSR + 0:16 min 3. Jan Magiera Polen + 0:54 min 4. Gainan Saidchushin UdSSR + 1:06 min 5. Ole Hojlund Dänemark + 1:38 min 6. Zygmunt Hanusik Polen + 2:24 min 7. Serge Pacary Frankreich + 4:04 min 8. Joseph Schoeters Belgien + 4:12 min 9. Dieter Mickein DDR + 6:07 min 10. Zenon Czechowski Polen + 6:09 min 11. Kazimierz Jasiński Polen + 6:30 min 12. Andrzej Bławdzin Polen + 7:42 min 13. Klaus Ampler DDR + 7:45 min 14. Günter Hoffmann DDR + 10:01 min 15. Jiří Zelenka CSSR + 11:59 min 16. Pavel Doležel CSSR + 11:59 min 17. Marian Kegel Polen + 12:30 min 18. Rainer Marks DDR + 12:46 min 19. Miloš Hrazdíra CSSR + 13:35 min 20. Siegfried Huster DDR + 14:31 min … 67. Willy Luginbühl Schweiz + 4:34:53 h Mannschaftswertung Mannschaft Zeit 1. Polen 173:09:40 h 2. DDR + 5:15 min 3. Tschechoslowakei + 20:43 min 4. Belgien + 27:34 min 5. Sowjetunion + 29:21 min 6. Rumänien + 1:00:08 h 7. Bulgarien + 1:04:59 h 8. Italien + 1:14:35 h 9. Dänemark + 1:24:55 h 10. Ungarn + 1:59:05 h 11. Niederlande + 3:02:08 h 12. Großbritannien + 3:25:54 h 13. Schweiz + 4:05:30 h ausgeschieden:FinnlandFrankreichKubaNorwegenSchweden

Aktivste Fahrer Fahrer Mannschaft Punkte 1. Peep Jõffert UdSSR 41 2. Zygmunt Hanusik Polen 35 3. Zenon Czechowski Polen 29 4. Gainan Saidchushin UdSSR 25 5. Dieter Mickein DDR 22

Fahrerprofile

Literatur Klaus Ullrich. Jedesmal im Mai. Sportverlag Berlin, 1987, ISBN 3-328-00177-8. S. 278–284 DDR-Sportzeitung Deutsches Sportecho, Ausgaben Mai 1968 XXI. Internationale Friedensfahrt 1968. Neues Deutschland, Berlin 1968, 34 Seiten Das war die XXI. Friedensfahrt. Neues Deutschland, Berlin 1968, 16 Seiten

Weblinks

Starterliste bei friedensfahrt-info.de Statistik bei friedensfahrt-info.de

Kategorie:Radrennen 1968 #1968 Kategorie:Straßenradrennen in der Tschechoslowakei Kategorie:Straßenradrennen in Polen Kategorie:Straßenradrennen in Deutschland Kategorie:Radsportwettbewerb in der DDR