mini|250px| ursprünglich 1890 als erbaut

ist ein Ort im der Region auf der Nordinsel von Neuseeland. Der Ort reklamiert für sich, die erste im Inland geplante Stadt Neuseelands zu sein.

Namensherkunft Der Ort wurde nach benannt, dem 4. Gouverneur Neuseelands und von 1877 bis 1879 Premierminister des Landes.

Geografie liegt direkt zwischen den beiden Städten und , die 8 km nordöstlich und 12 km südwestlich entfernt liegen. Nördlich des Ortszentrums fließt der , der dem Ort zuweilen Überschwemmungen bereiten kann. Westlich des Ortes liegen die und südöstliches der , in dessen Ebene sich der Ort befindet.

Geschichte war die erste geplante Siedlung der Provinzial Regierung, die unter dem Siedler mittels preiswertem Farmland im Inland ansiedeln wollten. Die Ansiedlungen von und auch sind im Prinzip Ausdruck des Traums der einfachen Siedler gewesen, dass Familien aus der Arbeiterklasse eigenes Land besitzen könnten. Die war unter diesem Gesichtspunkt in Anlehnung an dem Siedlungskonzept der entwickelt worden. Die Association überredete die Regierung zwei Blöcke Land für dieses Ansiedlungskonzept zur Verfügung zu stellen. Der erste Block lag am und der Zweite in der Gegend, die damals von den genannt wurde und heute sich nennt.

Sechs Siedler waren die ersten, die von Wellington aufbrachen und am 27. März 1854 den Ort erreichten. Sie begannen mit dem Aufbau der Stadt, die nach dem Gouverneur benannt wurde, weitere folgten kurze Zeit später. Einer der Sechs war, , der 30 Jahre später seine Erinnerungen an die Gründungszeit aufschreiben sollte und heute ein wichtiges Zeitzeugendokument darstellt.

Für die Stadtgründung standen rund 340  (1 Acre ≈ 4047 m²) Land zur Verfügung, jeweils 1  Land in der Stadt für je eine Siedlerfamilie, 40  Land als Vorstadt und bis zu 100  Farmland außerhalb. Der Preis für 1  in der Stadt betrug 1 £, 10  sollte die gleiche Fläche Farmland kosten.

Die Gründungsjahre der Siedlung waren hart. Doch nicht das Erdbeben in der im Jahr 1855 machten den Siedlern zu schaffen. Die häufigen Überschwemmungen, die den Ort heimsuchten, zeigten, dass die Standortwahl so nahe an dem Fluss nicht günstig war. Dazu kam, dass die Transportkosten von Gütern in das 80 km entfernte sehr hoch waren und die Siedler wirtschaftlich benachteiligten.

Um die Überflutungen in den Griff zu bekommen, wurden Einwanderer, die unter dem Immigrationsprogramm von nach Neuseeland kamen, zu einem Kanalbau eingesetzt, der die Fluten des umleiten sollten. Der Kanal wurde nie fertig, aber der Fluss fand auch so einen neuen Lauf. 1872 bemängelten die Ingenieure des Eisenbahnbaus das Überflutungsrisiko. So führte die 1880 eingeweihte Eisenbahnstrecke schließlich 5 km westlich an dem Zentrum der Stadt vorbei.

1867 bekam einen , der Verantwortung für den Straßenbau hatte. 1874 folgte die Bildung eines und 1878 wurde der Ort zur ernannt. Noch 1874 war die Stadt stolz mit 479 Einwohnern die größte Stadt im Inland von Neuseeland zu sein. Doch die Isolation und Abgelegenheit bremste das Wachstum. Bei der Volkszählung 1896 hatte schon 1127 Einwohner, doch mehr als 50 Jahre später, 1951 wurden mit 1258 Einwohnern nur wenig mehr gezählt und 1961 lag die Zahl der Einwohner noch einmal 300 darüber.

Bedeutung erlangte noch einmal durch den Ersten Weltkrieg. Da in einem der größten Truppenausbildungscamps der neuseeländischen Armee, im in , was nicht weit entfernt lag, die Masern ausgebrochen waren, verlegte man Einheiten für den Zeitraum von September 1916 bis November 1918 nach . Von den patriotisch in den Krieg ziehenden jungen Männern der Stadt, die nach der Kriegserklärung Englands gegen Deutschland, dem britischen Heimatland begeistert Beistand leisten wollten, kamen 117 nicht mehr zurück. Die Antipathie nach Ende des Krieges gegen alles, was deutsch war oder deutsch klang, war in so groß, dass man alle Namen, die irgendwie deutsch klangen, änderte, so auch Straßennamen. Das führte sogar dazu, dass man die , die zu Ehren des neuseeländischen Premierministers so genannt wurde, kurzerhand in umbenannte.

Auch wurde von dem -Erdbeben von 1942 erheblich getroffen. Die wenigen aus Ziegelsteinen gemauerten Häuser oder Fassaden bekamen ernsthafte Schäden. Doch die aus Holz gebauten Häuser hielten mehrheitlich Stand.

Bevölkerung Zum Zensus des Jahres 2013 zählte der Ort 2199 Einwohner, 6,5 % mehr als zur Volkszählung im Jahr 2006.

Wirtschaft Von Beginn an war die Gegend in und um von Farmwirtschaft geprägt, die Agrarprodukte, Milchprodukte und Fleisch produzierte. Ab 1899 kam durch die erste Obstplantage der Obstanbau dazu. Bis heute hat sich an dieser Situation nichts geändert.

Infrastruktur Straßenverkehr Durch führt der , der den Ort in zwei Hälften teilt. Er verbindet mit dem Ballungszentrum um im Südwesten und mit der Ostküste um und .

Schienenverkehr Beim Bau der Bahnstrecke Wellington–Woodville wurde beschlossen, Greytown zu umgehen und die Strecke stattdessen über Woodside zu führen, da die Querung des Waiohine River weiter flussaufwärts technisch einfacher war. Greytown erhielt eine vom Bahnhof Woodside abgehende Stichstrecke. Mit dieser Zweigstrecke war Greytown 1880 kurzzeitig für einige Wochen Endbahnhof der Strecke, bevor Flussquerung und die Fortsetzung bis Masterton in Betrieb ging. Dieser Abzweig von Woodside nach Greytown wurde 1953 stillgelegt. Greytown ist seit dem mit einem Busverkehr an den Bahnhof von Woodville angebunden.

Persönlichkeiten Maata Mahupuku (1890–1952), Māori-Frau mit Mana von dem Stamm der Ngāti Kahungunu in Neuseeland

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Greytown

Literatur

Weblinks

Greytown – Te Ara – The Encyclopedia of New Zealand – (abgerufen am 6. März 2010)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Region Wellington Kategorie:George Edward Grey