mini|300px|Ansgarikirche in Hage Die Samtgemeinde Hage ist neben der Samtgemeinde Brookmerland eine der zwei Samtgemeinden im ostfriesischen Landkreis Aurich. Sie besteht aus den Mitgliedsgemeinden Hage, Berumbur, Halbemond, Lütetsburg und Hagermarsch. Die Gründung der Samtgemeinde geht auf das Jahr 1965 zurück. Ihre heutige Gestalt erhielt die Gebietskörperschaft im Zuge der niedersächsischen Verwaltungs- und Gebietsreform von 1972. Ihr Sitz befindet sich im Flecken Hage.

Das Gebiet der Samtgemeinde Hage umfasst eine Fläche von 68,64 km². Dort leben Einwohner, was einer Dichte von Einwohnern je km² entspricht. Damit liegt die Samtgemeinde etwas oberhalb des Vergleichswertes für Ostfriesland () und leicht unter demjenigen Niedersachsens (), jedoch klar unter dem Bundesdurchschnitt (etwa 230). Ihre Mitgliedsgemeinde Hagermarsch ist die am dünnsten besiedelte Gemeinde Ostfrieslands.

Im Vergleich zu anderen ostfriesischen Kommunen ist die Samtgemeinde Hage stark bewaldet. Die Forsten befinden sich vor allem in der Gemeinde Lütetsburg, aber auch in Hage und Berumbur. Ansonsten ist die Samtgemeinde landschaftlich von Marsch und Geest geprägt.

Zum kulturellen Erbe der Samtgemeinde gehören Schloss Lütetsburg samt dazugehörigem Park, Schloss Nordeck und Burg Berum, desgleichen die mit 30,8 m Kappenhöhe höchste Windmühle Deutschlands.

Geografie Lage und Ausdehnung { "type": "ExternalData", "service": "geoshape", "ids": "Q519891" } Der Hauptort Hage liegt etwa 5,5 Kilometer vom westlich gelegenen Norder Stadtzentrum entfernt. Die Distanz zur südöstlich gelegenen Kreisstadt Aurich beträgt knapp 20 Kilometer. Die Luftlinien-Entfernung zwischen dem Flecken und der Stadt Emden beträgt zirka 27 Kilometer in südlicher Richtung. Die nächstgelegene Großstadt, Oldenburg, ist rund 80 Kilometer in südöstlicher Richtung gelegen.

Die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung, zwischen der Deichlinie bei Hilgenriedersiel und der Grenze zur Samtgemeinde Brookmerland bei Halbemond, beträgt etwa 12,3 Kilometer. In Ost-West-Richtung beträgt die Maximalausdehnung lediglich etwa 7,6 Kilometer, zwischen der Grenze zu Norden in Lütetsburg und der Blandorfer Ehe, die einen Abschnitt der Grenze zur östlichen Nachbargemeinde Großheide bildet.Die Entfernungen wurden ausgemessen mit Hilfe eines Tools auf den Seiten des Niedersächsischen Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie, abgerufen am 18. Januar 2012.

Die Samtgemeinde liegt in der historischen Landschaft Norderland. Mit einer Fläche von 68,64 km² ist sie eine der flächenkleinsten Kommunen unter den Samt- und Einheitsgemeinden Ostfrieslands. Sie liegt auf Rang 26 der flächengrößten Kommunen Ostfrieslands, nur noch Ostrhauderfehn, Hinte und sämtliche Ostfriesischen Inseln sind flächenkleiner. Bei einer Einwohnerzahl von etwa 10.700 ergibt sich eine Einwohnerdichte von 156 Einwohnern je km², womit Hage leicht über dem ostfriesischen Durchschnitt von 148 Einwohner/km² liegt, jedoch unter dem niedersächsischen (167) und deutschen (229).

Geologie, Böden und Hydrologie mini|Profil eines Plaggeneschs: 40–50 cm Auflage über fossilem Podsol mini|Hof in Hagermarsch: Der Kalkmarschboden ist sehr fruchtbar. Die Samtgemeinde hat Anteile an den drei typischen Landschaftsformen des ostfriesischen Festlands: Marsch, Geest und Moor. Geologisch wird die Samtgemeinde Hage wie ganz Ostfriesland oberflächlich von Schichten des Pleistozäns und des Holozäns gebildet. Pleistozäne Schichten sind in den Geestgegenden zu finden, die den südlichen Teil des Samtgemeindegebiets ausmachen. Teils liegt auf den Geestschichten Moorboden auf, eine holozäne Schicht. Die Böden der ostfriesischen Geest bestehen zumeist aus Decksanden und Geschiebelehm.Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland. Isensee Verlag, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-534-1, S. 24.

Das Zentrum des Samtgemeindegebiets um Lütetsburg, Hage, Berum und Blandorf-Wichte besteht aus Podsolböden auf Orterde oder Ortstein, entweder in trockenerer oder in feuchterer Lage. Diese Böden erlaubten nur geringe landwirtschaftliche Erträge. Durch Plaggendüngung, die bis zum Auftreten des Kunstdüngers am Ende des 19. Jahrhunderts jahrhundertelang vorgenommen wurde, gibt es besonders in der Umgebung der alten Geestdörfer Plaggeneschböden. Durch den ständigen Neubodenauftrag liegt der Esch, in Ostfriesland (die) Gaste genannt, heute höher als die Dorfkerne. Durch diese Form der Düngung wurde die Bodenwertzahl deutlich gesteigert, wenn sie auch immer noch klar hinter den fruchtbaren Böden der Marsch zurückblieb.Heinz Voigt, Günter Roeschmann: Die Böden Ostfrieslands. In: Karl-Heinz Sindowski, Heint Voigt, Günter Roeschmann, Peter Schmid, Waldemar Reinhardt, Harm Wiemann: Geologie, Böden und Besiedlung Ostfrieslands. (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Band 1), Verlag Deichacht Krummhörn, Pewsum 1969, S. 51–106, hier S. 96 sowie kartografische Beilage.

Der Norden der Samtgemeinde, also die Gemeinde Hagermarsch, besteht großteils aus Seemarschen. Bei den Polderböden handelt es sich vornehmlich um Kalkmarsch- und Kleimarschböden aus Ton und Schluff von hoher Ertragsfähigkeit. In den Altpoldern, die bereits vor dem 18. Jahrhundert eingedeicht wurden, ist die Bodenverwitterung durch Entkalkung und Versauerung bereits weiter fortgeschritten. Die Entkalkungstiefe liegt bei etwa 30 bis 70 Zentimetern.Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland. Isensee Verlag, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-534-1, S. 24.

Nachbargemeinden Das Gebiet Samtgemeinde Hage wird im Norden durch die Nordsee begrenzt. Der Küstenlinie vorgelagert ist der Ostteil der Insel Norderney. An der östlichen Grenzlinie der Samtgemeinde liegen die Gemeinden Dornum und Großheide. Ihre Südgrenze teilt sie mit den Gemeinden Leezdorf und Osteel in der Samtgemeinde Brookmerland und die Westgrenze mit der Stadt Norden. Alle genannten Kommunen gehören zum Landkreis Aurich.

Samtgemeindegliederung Die Samtgemeinde besteht aus fünf Mitgliedsgemeinden, von denen vier wiederum aus den namensgebenden Hauptorten sowie weiteren Nebenorten bestehen.

Mitgliedsgemeinde Einwohner Fläche (km²) zugehörige Ortsteile Berumbur 6,42 Holzdorf, Kleinheide Halbemond 6,55 – keine weiteren – Flecken Hage 16,62 Berum, Blandorf, Hagerwilde, Wichte Hagermarsch 22,32 Hilgenriedersiel, Junkersrott, Theener Lütetsburg 16,73 Moorriege Gesamt 10.702 68,64 —

Die Gemeinden Berumbur, Halbemond, Hage, Hagermarsch und Lütetsburg haben sich bei der Niedersächsischen Kommunalreform 1972 zur Samtgemeinde Hage zusammengeschlossen. Während sich in Ostfriesland die meisten Kleinstgemeinden zu Einheitsgemeinden zusammenschlossen, votierten die damaligen Gemeinden des vorliegenden Gebiets für die Bildung einer Samtgemeinde. Hage ist damit eine von seinerzeit acht, seit 2001 nur noch sechs Samtgemeinden in Ostfriesland.Zum Prozedere der teils freiwilligen, teils gelenkten Bildung von Samt- oder Einheitsgemeinden aus den vorherigen Kleinstgemeinden siehe die Geschichte der Kommunalreform in der Nachbargemeinde Moormerland unter www.moormerland.de: , abgerufen am 11. September 2024. Zum Zeitpunkt der Gebietsreform hätten alle Gemeinden die von der damaligen Landesregierung als maßgeblich erachtete und als Ziel vorgegebene Zahl von mindestens 5000 Einwohnern für die Bildung einer Einheitsgemeinde verfehlt.Zur Mindesteinwohnerzahl siehe von Unruh/Thieme/Scheuner: Die Grundlagen der kommunalen Gebietsreform. Nomos-Verlag, Baden-Baden 1981, S. 110; zitiert im Beschluss 46/03 des Brandenburgischen Verfassungsgerichts vom 18. August 2005, Link, abgerufen am 26. Januar 2012.

Flächennutzung

+ Flächennutzung 2011 Nutzung Hektar Gebäude- und Freifläche 582 davon Wohnfläche 427 davon Gewerbe- und Industriefläche 33 Betriebsfläche 15 Erholungsfläche 111 davon Grünanlage 84 Verkehrsfläche 303 davon Straße, Weg, Platz 288 Landwirtschaftsfläche 4.745 Wasserfläche 133 Waldfläche 872 Flächen anderer Nutzung 103 davon Friedhöfe 5 davon Unland 10 Gesamtfläche 6.864

Die FlächennutzungstabelleQuelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, abgerufen am 9. August 2011. zeigt den hohen Anteil an Landwirtschaftsflächen in der Samtgemeinde Hage: Er beträgt 69,13 Prozent. Damit liegt die Samtgemeinde jedoch unter dem ostfriesischen Durchschnitt von etwa 75 Prozent. Im bundesrepublikanischen Vergleich ist der Anteil an Landwirtschaftsflächen allerdings hoch; im Durchschnitt sind es in Deutschland etwa 52 Prozent.

Die Samtgemeinde verfügt über den größten Anteil an Waldflächen am Gesamtgebiet unter den ostfriesischen Kommunen. Er liegt bei 12,7 Prozent und damit etwa ein bzw. zwei Prozentpunkte höher als bei den beiden Kommunen mit dem zweit- und drittgrößten Anteil, Friedeburg und Aurich. In hohem Maße trägt Lütetsburg zu diesem Umstand bei. Nördlich der Landesstraße liegt das Nordholz, südlich des Lütetsburger Parks das Große Holz. Im Südwesten der Lütetsburger Gemarkung findet sich zudem das Tidofelder Holz. Im Flecken Hage, in einem kleinen Teilbereich auch in der Halbemonder Gemarkung, finden sich jeweils Teilstücke des Großen Holzes. Darüber hinaus sind im Flecken der Fürstenwald südlich der Burg Berum (angelegt vermutlich in der Mitte des 17. JahrhundertsFridrich Arends: Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland und des Harlingerlandes. Emden 1824. , S. 419 f., abgerufen am 3. Februar 2013.) und das Juliusgehölz nördlich des Schlosses Nordeck zu finden. Teilbereiche dieser beiden Forstareale liegen auch in der Berumburer Gemarkung. Im Süden des Ortsteils Kleinheide in der Mitgliedsgemeinde Berumbur sind darüber hinaus zwei weitere Waldareale zu finden. Die Mitgliedsgemeinde Hagermarsch hingegen ist, abgesehen von Alleebäumen an Straßen und Bäumen bei den Höfen, völlig baumfrei. Zu den Besonderheiten der Waldareale in der Samtgemeinde zählt, dass sie – gemeinsam mit einem Forst in Moorweg (Samtgemeinde Esens) – die nördlichsten Waldareale Ostfrieslands bilden, mit dem nördlichsten Punkt nur etwa 4,5 Kilometer hinter dem Seedeich gelegen.

Wasserflächen machen etwa 1,94 Prozent des Samtgemeindegebietes aus. Damit liegt das vorliegende Gebiet recht genau im Bundesdurchschnitt von zwei Prozent. Im innerostfriesischen Vergleich ist Hage damit allerdings eher arm an Wasserflächen.

Klima Die Samtgemeinde liegt in der gemäßigten Klimazone, im Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Inland. Das Klima ist von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt.

Nach der Klimaklassifikation von Köppen befindet sich die Gemeinde in der Einteilung Cfb.Aktualisierte Klimaweltkarte der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation, abgerufen am 28. Dezember 2011. (Klimazone C: warm-gemäßigtes Klima, Klimatyp f: feucht-gemäßigtes Klima, Untertyp b: warme Sommer). Innerhalb der gemäßigten Zone wird es dem Klimabezirk Niedersächsisches Flachland Nordsee-Küste zugeordnet, der maritim geprägt ist und sich durch relativ kühle und regenreiche Sommer, verhältnismäßig milde, schneearme Winter, vorherrschende West- und Südwestwinde sowie hohe Jahresniederschläge auszeichnet.

Schutzgebiete