Güttersbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Mossautal im südhessischen Odenwaldkreis.
Geographie Das offene Dorf mit regellosem Grundriss Güttersbach liegt im Buntsandstein-Odenwald bei doppelseitiger Gehängelage, das Dorf verdichtet sich um den Kirchhügel. Es befindet sich ca. 7,5 km südwestlich von Erbach und 3,4 km südwestlich der Gemeindeverwaltung in Unter-Mossau. Das Gebiet des Ortsteils besteht aus der Gemarkung Güttersbach mit einer Fläche von 706 Hektar, davon sind 445 Hektar Wald. Die Ortslage befindet sich auf 300 bis und der höchste Punkt der Gemarkung ist der 548 m hohe Spessartskopf, an der Gemarkungsgrenze westlich der Ortslage. In der Gemarkung liegt der Siedlungsplatz Hof Möselbach. Der von Wald umgebene Fremdenverkehrsort liegt am 2,4 km langen Güttersbach, der im Ort den von Westen kommenden Mornsbach aufnimmt und sich danach in Hüttenthal mit dem Streitbach zum Marbach vereinigt.
An den Ortsteil Güttersbach grenzen, von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn, die Mossautaler Ortsteile Hiltersklingen, Hüttenthal, die Stadtteile Airlenbach und Olfen der Stadt Oberzent, der Ortsteil Affolterbach der Gemeinde Wald-Michelbach sowie Wahlen und Grasellenbach. Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 47. Sie verbindet die Bundesstraße 460 in Hüttenthal mit der Landesstraße 3120 zwischen Olfen und Airlenbach.
Geschichte mini|400px|Panorama ins Tal: Vermutete Lage der abgegangenen Burg Güttersbach zwischen Mösselbach (links) und Güttersbach (rechts) nördlich des Mösselbachweges auf einem Wiesenstück
Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Güttersbach erfolgte unter dem Namen Gunderspach im Jahr 1290. Gleichzeitig wurde eine Quellkirche erwähnt. Eine Mühle wurde im Jahre 1424 erstmals erwähnt. Weitere Erwähnungen erfolgten unter den Ortsnamen (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Guderspach (1387), Gudirspach (1399), Guderspach (1443), Gudderßbach (1506) und Guderßbach (1522).
Der Ort war im Besitz der Schenken zu Erbach, zunächst der Linie Erbach-Reichenberg, später der Linie Erbach-Fürstenau. 1806 kam er im Zuge der Mediatisierungen aufgrund der Rheinbundakte an das Großherzogtum Hessen (Provinz Starkenburg, Amt Fürstenau), 1919 zum Volksstaat Hessen und 1945 zum Land Hessen.
Oberhalb des Mosselbaches wurden 1949 die Reste der Burg Güttersbach entdeckt.Thomas Steinmetz: Die Wasserburg bei Güttersbach. In: Der Odenwald. Zeitschrift des Breuberg-Bundes 30/3, 1983, S. 85–92.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Güttersbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Gemeinde Mossautal eingegliedert. Für Güttersbach, wie für alle im Zuge der Gebietsreform nach Mossautal eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Güttersbach angehört(e):
vor 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach, Amt Fürstenau ab 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach (Erbach-Fürstenauer Linie), Amt Fürstenau ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Fürstentum Starkenburg, Amt Fürstenau (zur Standesherrschaft Erbach gehörig) ab 1815: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Provinz Starkenburg, Amt Fürstenau (zur Standesherrschaft Erbach gehörig) ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk ErbachTrennung zwischen Justiz (Landgericht Michelstadt) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Erbach ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde Mossautal
Bevölkerung Einwohnerentwicklung 1961: 262 evangelische (= 87,63 %), 36 katholische (= 12,04 %) Einwohner
Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Güttersbach 399 Einwohner. Darunter waren 24 (6,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 45 Einwohner unter 18 Jahren, 108 zwischen 18 und 49, 96 zwischen 50 und 64 und 144 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 177 Haushalten. Davon waren 57 Singlehaushalte, 63 Paare ohne Kinder und 42 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 57 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 87 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Politik Ortsbeirat Für Güttersbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Rehbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Güttersbach 68,9 %. Dabei wurden gewählt: ein Mitglied der CDU und zwei Mitglieder der Überparteilichen Wählergemeinschaft Mossautal (ÜWG). Der Ortsbeirat wählte Tanja Thomasberger (ÜWG) zur Ortsvorsteherin.
Sehenswürdigkeiten Im Zentrum des Ortes steht die mittelalterliche Quellkirche, die unter anderem eine einmanualige barocke Orgel beherbergt, die 1740 von Johann Friedrich Ernst Müller (Heidelberg) gebaut wurde. Sie gehört zur evangelischen Kirchengemeinde.
Wirtschaft und Infrastruktur Durch Güttersbach verläuft in allgemeiner Nord-Süd-Richtung die Kreisstraße K 47, die die B 460 im Norden mit der Landesstraße L 3120 im Süden verbindet.
In der Ortsmitte befindet sich ein kleines Freibad.
Persönlichkeiten Friedrich Wilhelm Bornscheuer (1917–2015), Bauingenieur, geboren in Güttersbach.
Literatur
Weblinks
Webauftritt der Gemeinde Mossautal.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Odenwaldkreis Kategorie:Geographie (Mossautal) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Odenwaldkreis) Kategorie:Ersterwähnung 1290 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972