mini|hochkant|Blüten mini|hochkant|Blüten im Detail mini|hochkant|Fruchtstand Die Korallen-Ölweide (Elaeagnus umbellata ), auch Doldige Ölweide, Herbst-Ölweide, Schirm-Ölweide, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ölweiden (Elaeagnus) innerhalb der Familie der Ölweidengewächse (Elaeagnaceae).

Beschreibung Die Korallen-Ölweide ist ein frostharter und robuster, laubabwerfender bis 4 m hoher Strauch mit oft dornigen Zweigen.

Die wechselständigen, kurz gestielten, spitzen bis stumpfen, verkehrt-eiförmigen bis elliptischen oder eiförmigen und ganzrandigen Laubblätter sind oberseits mehr oder weniger silbrig schuppig und unterseits dicht silbrig schuppig.

Die weißen, duftenden Blüten erscheinen im späten Frühjahr achselständig und einzeln oder bis zu siebt. Die gestielten und vierzähligen Blüten sind zwittrig mit einfacher Blütenhülle. Der Blütenbecher ist schmal, röhrig. Der schmal trichterförmige Kelch mit kurzen, dreieckigen und spreizenden Zipfeln ist außen silbrig schuppig. Die roten, bis 1 Zentimeter langen, rundlichen bis ellipsoiden, einsamigen, silbrig schuppigen Steinfrüchte sind essbar, saftig, süß-sauer. Sie reifen im Spätsommer/Herbst und haften teilweise bis in den Frühwinter an den Zweigen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.

Verbreitung Die Korallen-Ölweide hat ihre natürlichen Vorkommen in Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal, Bhutan, Korea, Japan, Taiwan und in den chinesischen Provinzen Zhejiang, Hubei, Gansu, Jiangsu, Liaoning, Shanxi, Shandong, Shaanxi, Sichuan, Yunnan und Xizang. In Nordamerika und auf Hawaii ist sie ein Neophyt. Die Korallen-Ölweide kam aus Asien nach Europa und wird in Deutschland als Pioniergehölz oder Zier- und Nutzgehölz kultiviert. Anzutreffen ist die Pflanze in Gärten und Parks sowie an Straßenrändern.

Varietäten Man unterscheidet folgende Varietäten: Elaeagnus umbellata var. umbellata Elaeagnus umbellata var. rotundifolia (Syn.: Elaeagnus umbellata f. rotundifolia ): Diese Varietät kommt natürlich nur in Japan (Honshu, Izu Shotō) vor.

Kultivierung Vermehrung Reife Samen werden im Herbst ausgesät und benötigen zur Überwindung der Keimruhe eine Kältephase oder Stratifikation. Vermehrung über Stecklinge, sowohl halbreife wie verholzte, kann von Spätsommer bis Spätherbst erfolgen, benötigt allerdings etwas Geduld, da sich die Bewurzelung erst nach einigen Monaten einstellt und man für die Auspflanzung mit 2 bis 3 Jahren rechnen muss.The Royal Horticultural Society / Toogood, Alan (Hrsg.): Handbuch der Pflanzenvermehrung, Stuttgart (Ulmer) 2000. ISBN 3-8001-6682-8.

Sorten mini|hochkant|Rotfrüchtige Sorte mini|hochkant|Gelbfrüchtige Sorte Von der Korallen-Ölweide steht aktuell eine Vielzahl von Sorten zur Verfügung, die sich insbesondere durch Habitus, Reifezeitpunkt, Ertragsstärke, Geschmack, Fruchtfarbe und Fruchtgröße unterscheiden:

'Amber': Gelbfrüchtige Sorte für Frischverzehr und Verarbeitung, ursprünglich aus Japan stammend und von einer US-amerikanischen Baumschule am Markt eingeführt. Relativ große, mittelfrüh reifende, süße Früchte mit einem außergewöhnlichen Ananas-Apfel-Geschmack. 'Amoroso': Sorte mit kleineren Früchten und mittlerem Ertrag, Fruchtreife Anfang bis Mitte Oktober, keine Adstringenz. Selektion einer schweizerisch-deutschen Baumschule. 'Big Red': sehr große Früchte mit süß-säuerlichem Geschmack. Die Sorte wurde in Darlington selektiert. 'Brilliant Rose': US-amerikanische Sorte mit sehr großen, wohlschmeckenden Früchten, festeres Fruchtfleisch. 'Cardinal': 1961 vom Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (USDA) eingeführte großfruchtige Sorte; massenhaft in den USA eingesetzt für Erosionsschutz, Sichtschutz an Fernstraßen. 'Charlie’s Golden': Sehr ertragreiche Sorte mit goldgelben Früchten, die einen süßeren Geschmack als viele der rotfruchtigen Sorten aufweisen. Selektiert von einer US-amerikanischen Baumschule. 'Early Delicious': Frühe, großfruchtige und sehr aromatische Sorte, Selektion aus dem Havelland. 'Fortunella': Ertragreiche Sorte mit ambergelben Früchten, viel Zucker und viel Säure, bei Vollreife keine Adstringenz. Selektion einer schweizerisch-deutschen Baumschule. 'Garnet': mittelgroße Frucht, aber mit höherem Fruchtfleischanteil, aromatischer Geschmack und nur mild säuerlich, Süße vergleichbar mit süßen Johannisbeersorten. 'Hidden Springs': US-amerikanische Selektion mit mittelgroßen Früchten, frühe Fruchtreife. 'K2': Dunklere Triebe und Blätter, elfenbeinfarbene Blüten. Eine der süßesten und winterhärtesten Sorten. Sie wurde selektiert aus Sämlingen, die in der sehr kalten polnischen Region Ermland gezogen wurden. 'Late Scarlett': Süße, geschmackvolle Sorte ohne adstringierende Säure. Fruchtreife im Oktober. Die Sorte wurde in Darlington selektiert. 'Marzahne': Früchte nur geringfügig größer als die Wildform, eine der süßesten Sorten. 'Newgate': frühe reifende Sorte mit sehr gutem Geschmack und guter Süße. Die Sorte wurde in Darlington selektiert. 'Powsin': Ein in der Nähe des Botanischen Gartens Powsin bei Warschau gefundener Sämling. Intensiv duftende, sehr späte Blüte, wahrscheinlich selbstfruchtbar. Fruchtreife Anfang September, sehr süße Früchte. 'Red Cascade': Sehr ertragreiche Sorte, der Geschmack ist eher säuerlich, die Konsistenz ist fest. Eine Sorte zum Verarbeiten für Säfte, Marmelade und Kuchen. 'Red Milan': Polnische, sehr ertragreiche Sorte mit großen, süß-säuerlichen Früchten, Fruchtreife Ende September. 'Ruby': Ertragreiche Sorte mit großen Früchten, die erst spät ihre adstringierende Säure verlieren, dann aber sehr süße Naschfrucht, auch zur Verarbeitung. 'Serinus': reich- und dichtfruchtend; Reifezeit von Mitte August bis Anfang September; in Berlin selektiert und seit 1992 im Handel. 'Silver Bird': Besonders späte Blüte (wahrscheinlich selbstbestäubend) und besonders frühe Fruchtreife (Anfang September). Früchte von durchschnittlicher Größe, aber außergewöhnlich süß. Mit ihren kleinen, silbrigen Blättern hat die Sorte auch einen hohen Zierwert. Sie wurde selektiert aus Sämlingen, die in der sehr kalten polnischen Region Ermland gezogen wurden. 'Sweet Milan': Polnische Sorte, im Vergleich zu 'Red Milan' etwas weniger ertragreich, aber mit größeren und süßeren Früchten. 'Sweet’n’sour': Ertragreiche Sorte, Fruchtreife Mitte Oktober bis Anfang November, leichte Rest-Adstringenz auch bei Vollreife. Selektion einer schweizerisch-deutschen Baumschule. 'Sweet’n Tart': Sehr ertragreiche Sorte, bei Vollreife ausgewogen süß-sauer, kann über einen längeren Zeitraum beerntet werden. Eine Sorte zum Verarbeiten für Säfte, Marmelade und Kuchen. 'Turdus': reich- und dichtfruchtend, Früchte etwas kleiner als bei 'Serinus'; Reifezeit Ende September bis Oktober; in Berlin selektiert und seit 1992 im Handel. 'Le Vasterival': ein außergewöhnlich fruchtbarer und attraktiver Klon aus dem botanischen Garten Vasterival (Normandie).

Nicht alle der nachfolgend aufgeführten Sorten sind aktuell in Mitteleuropa erhältlich. In den Sortimenten von Baumschulen und Gartenmärkten vor Ort sind Korallen-Ölweiden nur sehr selten zu finden, so dass ein Bezug oft nur über den Internet-Versandhandel möglich ist.

Die sortenspezifischen Angaben zu Blühzeitraum und Fruchtreife sind heute ebenso wie phänologische Angaben in botanischen Werken oder kommerziellen Pflanzensteckbriefen in der Regel durch den fortschreitenden Klimawandel veraltet und weichen inzwischen teilweise um mehrere Wochen von der durchschnittlichen Realität ab. Sie sind ohnehin stark abhängig von Naturform/Sorte, geografischen und klimatischen Bedingungen des jeweiligen Standortes sowie vom aktuellen Witterungsverlauf. Im Citizen-Science-Projekt Pl@ntNet werden kontinuierlich phänologische Daten von mehreren hundert Korallen-Ölweiden-Exemplaren weltweit erhoben und – auch nach Erfassungsjahren filterbar – visualisiert.

Eigenschaften, Verwendungen, Potenziale Ökologische und gärtnerisch relevante Eigenschaften Die Korallen-Ölweide ist eine sehr robuste, anspruchslose und pflegeleichte Pflanze. Sie wächst gut auf verschiedenen, möglichst durchlässigen Böden, darunter sandigen, lehmigen und leicht tonigen Böden mit pH-Werten von 4,8–6,5. Sie toleriert salzhaltige Böden und salzhaltige Meeresluft, zur Toleranz gegenüber kalkhaltigen Böden liegen widersprüchliche Angaben vor. Staunässe wird nicht vertragen.

Ähnlich wie Hülsenfrüchtler (Leguminosen) und andere Ölweidengewächse ist die Korallen-Ölweide in der Lage, mit Hilfe von in Symbiose lebenden Bakterien (Frankia alni) Luftstickstoff in knöllchenartigen Gebilden an der Wurzel zu binden, umzuwandeln und den Pflanzen verfügbar zu machen. Analog zu den Mykorrhiza wird diese Form der Symbiose Aktinorrhiza genannt. Die Pflanze gedeiht damit auch auf sehr nährstoffarmen Böden.

Die Korallen-Ölweide bevorzugt sonnige Standorte, verträgt aber auch Halbschatten. Sämlinge sind vermutlich schattenintolerant. Als Winterhärte wird üblicherweise die USDA-Klimazone 4 (bis −34 °C), in einigen Quellen auch Zone 3 (bis −40 °C) angegeben. Sie wird vielfach als Gebirgspflanze mit Vorkommen in Höhenlagen zwischen 1.200 bis 2.100 m über dem Meeresspiegel beschrieben, teilweise werden auch Vorkommen bis 3000 m ü.NN. angegeben; sie gedeiht aber auch unproblematisch im Flachland. Sie ist widerstandsfähig gegen Hitze, starke Sonneneinstrahlung, Trockenheit und Wind.

Wenn Korallen-Ölweiden vornehmlich für eine manuelle Beerenernte genutzt werden sollen, ist ein jährlicher Rückschnitt im Februar empfohlen, bei dem vierjährige und noch ältere Triebe direkt über dem Erdboden abgeschnitten und alle übrigen auf ca. 2 m Höhe eingekürzt werden; nur die stärksten neuen Triebe lässt man aufkommen. Die Art ist insgesamt sehr schnitttolerant und treibt auch nach radikalem Rückschnitt bis hin zum „Auf den Stock setzen“ wieder aus. Sie kann mit Verjüngungs- oder Formschnitt als Solitärstrauch, Natur- oder Schnitthecke gezogen werden. Ohne Schnitt entwickeln sich Korallen-Ölweiden zu bis zu 5 m hohen, im unteren Bereich verkahlenden Großsträuchern.

Die Art gilt als sehr klimawandeltolerant und wird in Gärten und Grünanlagen als Beerenobst sowie aufgrund ihres silbrigen Laubs, ihrer duftenden Blüten und ihres auffälligen Fruchtbehangs als attraktive Zierpflanze eingesetzt. Sie gilt auch als Nähr- und Schutzgehölz für Insekten, Vögel und Kleinsäuger.

Bestäubung mini|hochkant|Frühlings-Pelzbiene mini|hochkant|Rote Mauerbiene Die Korallen-Ölweide ist eine selbstinkompatible Pflanze mit einfachen und für die meisten Insekten leicht zugänglichen Blüten, die wenig Pollen und viel Nektar bieten. Zur generativen Fortpflanzung ist sie auf Fremdbestäubung durch Tiere angewiesen; dazu stellen sich an den Blüten in der Regel Honigbienen, verschiedenste Hummel- und andere Wildbienen-Arten sowie tag- und nachtaktive Schmetterlinge ein. Im Hochgebirge schränkt jedoch häufig kaltes und/oder regnerisches Wetter die Aktivität dieser Insektenarten ein, so dass die Korallen-Ölweide zur Reproduktionsabsicherung ihrer hochgelegenen Wildpopulationen eine bemerkenswerte Anpassungsstrategie entwickelt hat, indem ihre Blüten mit zunehmender Höhenlage attraktiver für Vogelbestäubung werden.