mini|Hans Scheib, 2012 Hans Scheib (* 10. Juni 1949 in Potsdam; † 10. April 2026 in Berlin) war ein deutscher Bildhauer und Grafiker.
Leben Scheib absolvierte von 1966 bis 1969 eine Lehre als Schriftsetzer in Ost-Berlin.Ingeborg Ruthe: Expressives Menschenbild, Berliner Zeitung, 15. April 2026, S. 11 (Printausgabe). Von 1971 bis 1976 studierte er bei Walter Arnold an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Anschließend arbeitete er als freischaffender Künstler in Berlin-Prenzlauer Berg bis zu seiner Übersiedlung nach West-Berlin 1985.
In den 2010er Jahren wurde er schwer krank, neben diagnostiziertem Krebs erlitt Scheib auch einen Schlaganfall. Trotzdem versuchte er weiter am Leben teilzuhaben, besuchte Ausstellungen von Weggefährten oder hielt mit ihnen Kontakt. Das waren unter anderem Peter Herrmann, Strawalde, A. R. Penck und er führte viele Gespräche. Werk Hans Scheibs Werk umfasste vor allem Holzskulpturen, die häufig farbig gefasst sind. Stilistisch lassen sich Einflüsse des Expressionismus erkennen, insbesondere in Anlehnung an die farbige Holzbildhauerei der Künstlergruppe Brücke. Die Werke haben zudem Bezüge zur Tradition der gotischen Holzbildhauerei. Im Wesentlichen blieb Scheib bei der Darstellung eines realistischen Menschen. Seine Holzdarstellungen entstanden meist mit Kettensäge und Meißel, er stellte gern Gegensätze dar wie Liebe und Gewalt, Kraft und Schwäche, Ausgesetztheit, Schönheit und Verletzlichkeit. Dazu bevorzugte er eine Reduktion auf Nacktheit und Ausdünnung. Seine Bilder gestaltete Scheib ebenfalls mit grellen Farben, die Menschen mit weit aufgerissenen Augen oder überlängten Gliedmaßen.
Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen
Teilnahme an Gruppenausstellungen Zentrale und bedeutende regionale Ausstellungen in der DDR 1978: Frankfurt/Oder, Galerie Junge Kunst (Junge Künstler der DDR) 1978: Berlin, Galerie am Prater („Berliner Grafik VI“) 1979: Berlin und weitere Städte („100 ausgewählte Grafiken“) 1979 und 1983: Berlin, Bezirkskunstausstellungen 1980: Berlin, Treptower Park (Plastik und Blumen)
Seit der deutschen Wiedervereinigung 2002: Sommergärten, mit Christiane Latendorf, Kurt Wanski und Peppe d'Angelo; Galerie Hofmann & Kyrath, Berlin 2011: Realismus als Methode – Sechs Berliner Bildhauer, mit Fritz Cremer, Sabina Grzimek, Waldemar Grzimek, Emerita Pansowová und Genni/Jenny Mucchi-Wiegmann, Galerie Poll, Berlin 2012: Neue Skulpturen, Galerie Cerny + Partner, Wiesbaden 2013: Accrochage, mit Isa Dahl, Hans-Jürgen Diehl, Thomas Duttenhoefer, Jürgen Klück, Ingo Kühl, Hermann-Josef Kuhna, Sala Lieber, Sigrid Nienstedt, Dieter van Offern, Stefan Pietryga, Bernd Pöppelmann, Lars Reiffers, Stefan Rosendahl, Arno C. Schmetjen, Gan-Erdene Tsend, Daniel Wagenblast, Erhard Wilde und Wulf Winckelmann, Galerie Hovestadt, Nottuln 2014: Am Anfang war das Spiel, Themenschau, Künstlerverein Walkmühle e. V., Wiesbaden
Auszeichnungen und Mitgliedschaften 1995: Kunstförderpreis der Akademie der Künste, Berlin; 1. Preis beim Wettbewerb Denkmal für die ermordeten Juden Europas zusammen mit Hela Rolfs, Christine Jackob-Marks und Reinhard Stangl 2001 Mitglied der Freien Akademie der Künste, Hamburg 2004: Studienaufenthalt in der Villa Romana, Florenz (Italien) und Werkstatt in Tbilisi (Georgien) 2005: Bautzener Kunstpreis; 2. Int. Biennale, Beijing (China) 2006: Pirosmanis Tisch, Tbilisi (Georgien) 2007: Visiting Artist, Oberlin College, Oberlin, Ohio (USA) 2014: Egmont-Schaefer-Preis
Werkauswahl
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Scheibs
Schriften Hans Scheib – Kalte Nadel. Radierungen 1977–2004. DruckVerlag Kettler, 2008, ISBN 978-3-939825-96-8. Mit Wolfgang Zemte (Hrsg.): Hans Scheib – Figur. Edition Rothes Haus, 1999, ISBN 3-933495-02-4. Hans Scheib – Bronzen. Edition Rothes Haus, Schwetzingen 1999, ISBN 3-933495-03-2. Mimesis, Hans Scheib, Bronzen WVZ 1986–2012, Hrsg. Galerie Cerny + Partner Wiesbaden, Kerber Verlag Bielefeld, 2013 Spiel, Symbol und Fest, Holzskulpturen 1977–2013, Hrsg. Museum für aktuelle Kunst, Sammlung Hurrle Durbach
Literatur Hans Scheib In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 821/822 Bautzener Kunstverein (Hrsg.): Hans Scheib – Bautzener Kunstpreis 2005.
Weblinks
Homepage des Künstlers Hans Scheib in Galerie Kontrapost Hans Scheib bei Galerie Cerny und Partner Hans Scheib im Interview mit Rory MacLean
Einzelnachweise
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