mini|Ericsson 4 (der Gesamtsieger 2008/09, links) und Ericsson 3 in Stockholm am 17. Juni 2009 The Ocean Race (vormals Volvo Ocean Race, davor The Whitbread Round the World Race) ist eine seit 1973 alle vier und seit 2006 alle drei Jahre durchgeführte Segelregatta, die einmal um die ganze Welt verläuft. Die Regatta startet im Herbst in Europa. Die weitere Route führt durch den Atlantik, umrundet Afrika am Kap der Guten Hoffnung, führt durch den Indischen Ozean über den Südpazifik und rund um Kap Horn nach Süd- und Nordamerika und von dort wieder zurück nach Europa. Aufgrund der Wind- und Wetterverhältnisse, vor allem im Südpazifik (Wellenhöhen von 30 m und Windgeschwindigkeiten von 110 km/h), gilt die Regatta als eine der härtesten Herausforderungen im Segelsport. Die Regatta wird in Etappen (englisch leg bzw. legs) durchgeführt. Insgesamt sind je nach Anzahl und Wahl der Etappenziele 24.000 Seemeilen (etwa 45.000 km) bis 45.000 Seemeilen (etwa 72.000 km) zurückzulegen.
Geschichte Der Wettbewerb wurde anfangs als Ausgleichs-Regatten durchgeführt. Der Sieger wurde nach bootsklassenbereinigter, gesegelter Gesamtzeit ermittelt. Von 1989 bis 1994 verwendete man ein Klassensystem, so dass die Boote nur innerhalb ihrer Klasse gegeneinander antraten. Seit 1997 wird mit Booten einer Klasse gesegelt, und die Etappen werden in einem Punktesystem einzeln gewertet. Der Sieger wird also nicht nach gesegelter Gesamtzeit ermittelt, sondern nach der Gesamtpunktzahl. 2014 erfolgte der Wechsel zu Einheitsbooten.
Die ersten sechs Austragungen hießen The Whitbread Round the World Race nach dem damaligen Hauptsponsor, der britischen Brauerei Whitbread. Für die siebte Austragung (1997/98) wurde der Name aufgrund der Beteiligung von Volvo für den Hauptpreis in Whitbread (Round the World) Race for the Volvo Trophy (abgekürzt aber ebenfalls Whitbread) geändert.About the Race. Whitbread 1973–1974. volvooceanrace.org (englisch), abgerufen 8. Juni 2007 Die achte Regatta (2001/02) wurde nach einem vollständigen Sponsorenwechsel erstmals unter dem neuen Namen Volvo Ocean Race durchgeführt. Diese Regatta gewann das unter deutscher Flagge startende Team Illbruck unter Skipper John Kostecki.
Im Jahr 2006 entschied man sich, das Volvo Ocean Race alle drei Jahre zu starten. An der zwölften Regatta, die im Oktober 2014 in Alicante startete, nahmen sieben Teams teil. 2017 kündigte der Veranstalter eine weitere Verkürzung des Austragungs-Takts an. Die Wettbewerbe sollten ab sofort in zweijährigem Rhythmus abgehalten werden, so dass in jedem Kalenderjahr Regatten gesegelt werden. Nach der Veranstaltung 2017/18 wurde das folgende Volvo Ocean Race für 2019/20 angesetzt.Volvo Ocean Race switches to a 2-year cycle and a 2019 start for 14th edition, volvooceanrace.com, 14. Juni 2017, abgerufen am 4. August 2019 Kurz vor dem Start der 2017er Regatta rückte der Sponsor Volvo von diesem Plan wieder ab. Der Geschäftsführer des Veranstalters, Mark Turner, trat als Reaktion darauf nach nur 16 Monaten Amtszeit zurück.Volvo reconsiders schedule for future Volvo Ocean Races, volvooceanrace.com, 26. September 2017, abgerufen am 4. August 2019 Daraufhin übertrug Volvo die Geschäftsleitung an Richard Brisius und Johan Salén, die in der Vergangenheit bereits als Manager für verschiedene Teams tätig waren. In der Folge zog sich Volvo aus der Organisation komplett zurück und ist zukünftig nur noch als Sponsor tätig. Die Inhaberschaft wurde an die Atlant Sports Group übertragen, hinter der Brisius und Salén stehen. Dabei fand auch die Umbenennung der Veranstaltung in „The Ocean Race“ statt.The Ocean Race: New Zealand entry mooted for 2021/22 event, www.sail-world.com, 22. März 2019, abgerufen am 4. August 2019.Welcome to The Ocean Race, www.theoceanrace.com, 14. Februar 2019, abgerufen am 4. August 2019
Regatten mini|Pen Duick VI, der Sieger der 2. Etappe (Bild 2007) mini|Peter von Danzig (heute: Peter von Seestermühe), deutscher Teilnehmer 1973/74 (Bild 2008)
Whitbread 1973/74 Die erste Regatta startete in Portsmouth am 8. September 1973. Siebzehn Yachten der unterschiedlichsten Größen und Formen nahmen daran teil. Während der Regatta ertranken drei Segler, Paul Waterhouse, Dominique Guillet und Bernie Hosking.
EtappeStartZielhafenZiellandEtappensieger 1 Portsmouth Kapstadt Südafrika Great Britain II 2 Kapstadt Sydney Australien Pen Duick VI 3 Sydney Rio de Janeiro Brasilien Great Britain II 4 Rio de Janeiro Portsmouth England Sayula II
Die Regatta gewann die Sayula II, eine Serienyacht vom Typ Swan 65 der finnischen Werft Nautor’s Swan, gesteuert von Ramon Carlin (Mexiko) in einer Zeit von 133 Tagen und 13 Stunden.Freizeitkapitän im Schleudergang
Vor Kap Hoorn wurde die führende Yacht Adventure vom britischen Patrouillenschiff Endurance mit neun Salutschüssen begrüßt. Einer der Schüsse ging versehentlich durch die Genua der Yacht. Abgerufen am 18. März 2009
Erster deutscher Teilnehmer und letztes Boot im Ziel (Last Ship Home) war die 1936 gebaute Kieler Yawl Peter von Danzig unter Reinhardt Laucht vom Akademischen Segler-Verein in Kiel. Dafür gab es für die jungen Studenten immerhin noch den Preis „for the best performance of a losing yacht“ und für Skipper Reinhardt Laucht den Schlimbach-Preis.NDR.de: Abenteuer Weltumseglung: Fünf Kieler erinnern sich (Thomas Kahlcke), 18. März 2018, abgerufen am 28. Juni 2018
Das Rennen war ein großer Erfolg – abgesehen von den tragischen Todesfällen. Zur wichtigsten Lektion wurde, dass bei extremen Bedingungen Sicherheit mindestens ebenso wichtig ist wie Geschwindigkeit.
Whitbread 1977/78 Am 27. August 1977 starteten in Portsmouth bei Sturm und Regen 15 Boote. Whitbread sponserte auch diese zweite Austragung des Rennens. Es wurde bekannt gegeben, es alle vier Jahre auszutragen. Die Regatta dauerte bis März 1978 und ging erneut über vier Etappen, mit der Änderung, dass Auckland (Neuseeland) statt Sydney Etappenziel war.
Nach dem Erfolg des ersten Rennens gab es erneut ein großes Teilnehmerfeld. 15 Yachten aus 6 Ländern starteten und alle erreichten das Ziel. Die Sicherheitsregeln schrieben unter anderem Lifebelts vor, um Todesfälle wie in der ersten Durchführung der Regatta zu verhindern. Dadurch war in erheblichen Maße die Gefahr verringert, über Bord und in der See verloren zu gehen.
Drei der teilnehmenden Boote waren schon beim vorherigen Rennen dabei:
Great Britain II, geführt von Rob James und mit 16 zahlenden Crew-Mitgliedern 33 Export, neu geriggt als 7/8-Sloop, mit dem jüngsten Skipper im Feld, dem 23-jährigen Alain Gabbay Adventure, wieder als Trainingsboot des Verteidigungsministeriums Großbritanniens, wobei die umfangreichen Crew-Wechsel in den Etappenhäfen für große Kontroversen sorgten.
Gesamtwertung PlatzYachtNationalitätSkipperBerechnete Zeit 1 Flyer Cornelis van Rietschoten () 119 Tage 1 Stunde 2 Kings’s Legend Nick Ratcliffe (), Michael Clancy () 121 Tage 11 Stunden 3 Traité de Rome Philippe Hanin () 121 Tage 18 Stunden 4 Disque d’Or Pierre Fehlmann () 122 Tage 10 Stunden 5 ADC Accutrac Clare Francis () 126 Tage 20 Stunden 6 Gauloises II Eric Loizeau () 127 Tage 7 Stunden 7 Adventure James Watts, David Leslie, Ian Bailey-Willmot, Robin Duchesne (alle ) 128 Tage 2 Stunden 8 Neptune Bernard Deguy () 130 Tage 11 Stunden 9 B&B Italia Corrado di Majo () 132 Tage 2 Stunden 10 33 Export Alain Gabbay () 133 Tage 00 Stunden 11 Tielsa Dirk Nauta () 133 Tage 00 Stunden 12 Great Britain II Rob James 134 Tage 10 Stunden 13 Debenhams John Ridgway () 135 Tage 19 Stunden 14 Japy-Hermes Jean Michel Viant 143 Tage 6 Stunden 15 Heath’s Condor Leslie Williams, Robin Knox-Johnston () 144 Tage 00 Stunden
Die Great Britain II errang mit der geringsten Gesamtfahrzeit von 134 Tagen erneut die Line Honours, jedoch ging der Sieg an einen niederländischen Teilnehmer, Cornelis van Rietschoten, mit seiner von Sparkman & Stephens gebauten 65-Fuß-Ketsch Flyer, die 136 Tage für die Fahrt und nach berechneter Zeit 119 Tage benötigte.
Zu den Besonderheiten des Rennens gehörte, dass die britische Schriftstellerin Clare Francis die erste Frau war, die einen Whitbread-Teilnehmer als Skipper führte, und zwar die Swan 65 ADC Accutrac. Skip Novak debütierte beim Whitbread als Navigator an Bord der King’s Legend, einer Swan 65 genauso wie die Disque d’Or. mini|300 px|Regatta-Verlauf beim Whitbread Round The World Race 1977/78 Etappenergebnisse EtappeStartZielhafenZiellandEtappensiegernach gesegelter ZeitEtappensiegernach berechneter Zeit 1 Portsmouth Kapstadt Südafrika Flyer Flyer 2 Kapstadt Auckland Neuseeland Heath’s Condor 33 Export 3 Auckland Rio de Janeiro Brasilien Great Britain II Gauloise II 4 Rio de Janeiro Portsmouth England Heath’s Condor Gauloise II
Whitbread 1981/82 Am 8. August 1981 starteten 29 Boote in Portsmouth zur dritten Austragung der Regatta, darunter auch die Walross III des Akademischen Segler-Vereins in Berlin. Es gewann die von German Frers (Argentinien) entworfene Maxi-Yacht Flyer II, die vom Gewinner der letzten Regatta, Cornelis van Rietschoten, gesteuert wurde. Bemerkenswerterweise gewann die Siegeryacht sowohl nach Gesamtzeit als auch nach berechneter (korrigierter) Zeit. Zwanzig der gestarteten 29 Yachten kamen ins Ziel.
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