Debaki Kumar Bose (* 25. November 1898 in Akalpoush; † 17. November 1971 in Kolkata) war ein indischer Filmregisseur und Drehbuchautor des bengalischen und des Hindi-Films.

Leben Debaki Kumar Bose stammte aus dem bengalischen Distrikt Bardhaman und war der Sohn des namhaften Solicitors Madhusudan Bose. Während seines Studiums am Bidyasagar College in Kolkata lernte er unter Sisir Bhaduri, dem Doyen des bengalischen Theaters im frühen 20. Jahrhundert. Bose verließ die Universität beeinflusst von der Kampagne der Nichtkooperation. 1927/28 war er Herausgeber der Zeitschrift „Shakti“ in Bardhaman. Dhiren Ganguly engagierte ihn 1930 für seine Produktionsgesellschaft British Dominion Films als Schauspieler und Autor für Dinesh Ranjan Das’ Film Kamaner Aagun. Im selben Jahr hatte Debaki Bose mit dem Stummfilm Panchasar sein Regiedebüt. Nach einer kurzen Arbeit für Pramathesh Chandra Baruas Barua Pics war er von 1932 bis 1934 bei Birendra Nath Sircars New Theatres. Er führte Regie bei Chandidas (1932), dem ersten Filmerfolg des Studios und seinem ersten Tonfilm. Der Film gilt als Klassiker des indischen Heiligenfilms und beschäftigt sich mit dem gleichnamigen bengalischen Vaishnava-Dichter aus dem 14. Jahrhundert, verkörpert von dem Theaterschauspieler Durgadas Bannerjee. Die Darsteller blieben theaterverhaftet und steif, jedoch bei den Tonaufnahmen der Hintergrundmusik dieses Films von Rai Chand Boral überwand der Toningenieur Mukul Bose einige technische Probleme des frühen indischen Tonfilms. Im darauffolgenden Jahr war Bose Regisseur einer gleichartigen Großproduktion über die Mystikerin Mirabai, die in einer bengalischen Version und einer Hindi-Version gedreht wurde. Die Titelrolle übernahmen Chandrabati Devi (Bengalisch) und Durga Khote (Hindi). 1934 ging Debaki Bose zur Gesellschaft East India Film, wo er mit Seeta (1934) den ersten Film des Leinwandpaares Prithviraj Kapoor/Durga Khote drehte. Von 1937 bis 1941 war er erneut bei New Theatres angestellt. Mit Bidyapati (1937) überwand Debaki Bose das im indischen Film übliche statische Schauspiel. Insbesondere Kanan Devi prägte den Film mit ihrer intensiven Darstellung. 1945 gründete Bose seine eigene Filmgesellschaft „Debaki Bose Productions“, wo er Stars des marathischen und des Hindi-Films beschäftigte.

Für seinen letzten Spielfilm Sagar Sangamey (1959) erhielt Debaki Bose einen National Film Award für den besten Film. Der Film wurde auch im Wettbewerb der Berlinale 1959 gezeigt. Anlässlich des 100. Geburtstages von Rabindranath Thakur drehte er den Dokumentarfilm Arghya (1961) über das indische Kastensystem, der auf vier Gedichten Thakurs basierte.

Debaki Bose wurde 1957 für seine Regietätigkeit mit dem Sangeet Natak Akademi Award ausgezeichnet und erhielt 1958 einen Padma Shri.

Filmografie (Regie) 1930: Panchasar 1931: Shadows of the Dead 1931: Aparadhi 1932: Nishir Dak 1932: Chandidas 1933: Meerabai/Rajrani Meera 1933: Puran Bhakt 1933: Dulari Bibi 1934: Seeta 1935: Jeevan Natak 1935: Inquilab 1936: Sonar Sansar/Sunehra Sansar 1937: Bidyapati/Vidyapati 1939: Sapurey/Sapera 1940: Nartaki 1940: Abhinav 1942: Apna Ghar/Aple Ghar 1943: Shri Ramanuja 1945: Swarg Se Sundar Desh Hamara 1945: Meghdoot 1946: Krishna Leela 1947: Chandrasekhar 1948: Sir Shankarnath 1949: Kavi 1951: Ratnadeep/Ratnadeepam 1953: Pathik 1954: Kavi 1954: Bhagwan Shri Krishna Chaitanya 1955: Bhalobasha 1956: Nabajanma 1956: Chirakumar Sabha 1958: Sonar Kathi 1959: Sagar Sangamey 1961: Arghya

Literatur Ashish Rajadhyaksha, Paul Willemen: Encyclopaedia of Indian Cinema, S. 68

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