Spielberg (fränkisch: SchbilbärchE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 174. Dort folgendermaßen transkribiert: „schbilbęrch“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Oberdachstetten im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Spielberg liegt in der Gemarkung Mitteldachstetten.
Geografie Unmittelbar nördlich des Weilers fließt der Reifweihergraben, ein rechter Zufluss des Stockbachs, der rechts in die Fränkische Rezat mündet. Im Süden liegen der Höllengrund und das Waldgebiet Eberstall. 1 km südwestlich erhebt sich der Deutsche Bühl (). 1 km südöstlich liegt das Rotholz. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2245 bei Oberdachstetten (1,7 km nördlich) bzw. die Bundesstraße 13 kreuzend nach Möckenau (1 km östlich).
Geschichte Der Ort wurde 1146 als „Spilberc“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname war wohl ursprünglich der Flurname der in der Nähe gelegenen Erhebung (heute: Spielbuck). Offenbar gab es auf dieser Erhebung kultische Spiele (Winteraustreiben, Sonnwendfeier).E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 174 f.
Im Jahre 1269 schenkte Sophia von Colmberg dem Kloster Heilsbronn ihre Besitzungen in Spielberg. Diese vier heilsbronnischen Anwesen verödeten und verfielen im Dreißigjährigen Krieg.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 363 f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Spielberg 5 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Schultheißenamt Markt Bergel aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Neuhof. Grundherren waren das Kastenamt Neuhof (1 Hof, 1 Gut, 1 Hirtenhaus), das brandenburg-ansbachische Kastenamt Colmberg (1 Gut) und die Reichsstadt Rothenburg (1 Gut).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 131 f.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 384: „Spielberg, königlich Preußischer Weiler, anderthalb Stunden von Colmberg gegen Windsheim, von 5 Gemeindrechten, wovon eines nach Rothenburg ins säkularisirte Dominikanerkloster lehenbar ist. Jeder Unterthan ist seiner Herrschaft vogt-, gericht und schatzbar. Das Rothenburgische Gut hat Kunig von Jarberg 1305 dem säkularisirten Frauenkloster zu Rothenburg übergeben.“
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1000 f.
Durch das Gemeindeedikt wurde Spielberg dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Mitteldachstetten und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Mitteldachstetten zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Am 1. Januar 1972 wurde Spielberg im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Oberdachstetten eingemeindet.
Baudenkmäler Haus Nr. 7: eingeschossiger Bau des 18. Jahrhunderts mit Mansarddach und die dazugehörige eingeschossige Fachwerkscheune des 18. Jahrhunderts mit Krüppelwalm Am Spielbuck befindet sich der kleine Turmhügel der Burg Spielberg.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006 2015 2019Einwohner 48 44 51 39 41 32 28 48 31 24 33 32 27 25HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 7 7 7 8 5 6 7 7 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Oberdachstetten) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Oberdachstetten) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1146