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Brigitte ist eine deutsche Frauenzeitschrift, die in der Funke Mediengruppe zweiwöchentlich erscheint. Sie beschäftigt sich vor allem mit den Themen Mode, Kultur, Psychologie, Partnerschaft, Medizin, Umwelt, Wohnen, Beruf und Politik.
Profil Das Grundkonzept der Zeitschrift ist seit der Gründung 1954 fast unverändert.Ingrid Langer-El Sayed: Frau und Illustrierte im Kapitalismus. Die Inhaltsstruktur von illustrierten Frauenzeitschriften und ihr Bezug zur gesellschaftlichen Wirklichkeit. Köln 1971.Katharina Sarah Müller: Weibliche Stereotype in Frauenzeitschriften. Eine Diskursanalyse zur Image-Kampagne der Zeitschrift BRIGITTE. Technische Universität Darmstadt, 2014. Die Zeitschrift ist eine Mischung aus Mode, Beauty, Kultur, Reise, Kochen, Gesundheit und Wohnen. Auch nimmt Brigitte aktuelle und gesellschaftlich relevante Themen in Reportagen, Porträts und Dossiers auf. Sie hatte 2013 die größte Redaktion unter den deutschen Frauenzeitschriften. Die Leserschaft von Brigitte bewegt sich zwischen 17 und 50, teils bis 60 Jahre.Enn Waller (Leiterin Moderessort) in: Textilwirtschaft. 22/2003, S. 36. Der Einzelhandelsverkaufspreis beträgt 4,30 Euro (März 2026).
Geschichte Vorgeschichte mini|hochkant|Titelbild von 1906 Brigitte geht auf die Zeitschrift Dies Blatt gehört der Hausfrau! zurück, die am 3. Juli 1886 erstmals im Berliner Friedrich Schirmer Verlag erschien.Sylvia Lott-Almstadt: Brigitte 1886–1986. Die ersten 100 Jahre. Hamburg 1986, ISBN 3-570-04930-2. 1905 wurde sie vom Ullstein-Verlag übernommen, der sie 1915 in Ullsteins Blatt der Hausfrau umbenannte. Die Journalistin und Frauenrechtlerin Barbara von Treskow, die in den 1920er Jahren beim Blatt der Hausfrau mitzuarbeiten begann und 1933 für wenige Wochen seine Chefredakteurin wurde, wird als „geistige Mutter der Brigitte“ bezeichnet. Der Name fand bereits 1926 in einem Werbeslogan Verwendung, sowie in den von 1926 bis 1957 stattgefundenen „Brigitten-Tagen“ – bunte Abende, die von Treskow in Berlin für Frauen veranstaltete. Am 8. Juni 1957 fand im Berliner Sportpalast mit 8000 Menschen die 700. und letzte Veranstaltung statt.
Im September 1926 konnte nach der Einführung der mit dem Abonnement verbundenen Unfall- und Lebensversicherung eine deutliche Auflagensteigerung erzielt werden. Ab Oktober 1927 erschien die Zeitschrift wieder mit dem Titel Das Blatt der Hausfrau. Die österreichische Ausgabe ging 1938 in der deutschen Ausgabe auf. Ab Juni 1940 erschien die Zeitschrift nur noch monatlich; im Oktober 1944 wurde sie kriegsbedingt eingestellt. Die erste Nachkriegsausgabe erschien mit der amerikanischen Lizenz im Verlag des Druckhauses Tempelhof, Berlin und Wiesbaden, Vorm. Deutscher Verlag im Oktober 1949.
1952 bis 1980er Jahre Ab 1952 wurde „Brigitte“ dem Titel hinzugefügt und nach und nach optisch immer stärker betont, bis ab dem 1. Mai 1954 der Schriftzug „Blatt der Hausfrau“ gänzlich entfiel – dieser Tag wird heute in der Verlagswerbung von Gruner + Jahr als Gründungsdatum der Brigitte bezeichnet. Damals lag die Auflage bei 200.000 Exemplaren.H. Schlaffer: Zeitschrift: Fasten, joggen, selber nähen. In: Die Zeit, Nr. 20/2004 1957 wurde sie vom Constanze-Verlag übernommen, dem Herausgeber der damals marktführenden Frauenzeitschrift Constanze, die im Dezember 1969 in Brigitte aufging. Constanze-Chefredakteur Hans Huffzky und seine Redakteure Peter Brasch und Hannelore Holtz (später Krollpfeiffer) erarbeiteten die inhaltliche Struktur des Blattes.Sylvia Lott-Almstadt: Brigitte 1886–1986. Die ersten 100 Jahre. Hamburg 1986, ISBN 3-570-04930-2, S. 12. Sie gilt im Wesentlichen noch heute.
Im Januar 1961 wurde zunächst das österreichische Magazin Marianne, das im Wiener Ullstein Verlag erschien, eingestellt und in die Brigitte integriert. Im Mai 1961 folgte die Star-Revue, die der Constanze Verlag im Oktober 1960 vom Spiegel-Verlag übernommen hatte. Nach der Gründung von Gruner + Jahr im Juli 1965 wurde Brigitte ab Juni 1968 in der verlagseigenen Druckerei in Itzehoe gedruckt.
1970 konnte die Brigitte mit Constanze ihre verkaufte Auflage von rund einer Million von 1969 um rund 400.000 Exemplare steigern. Im März 1971 (Österreich) und im Januar 1979 (Schweiz) wurde das Angebot in diesen Ländern mit speziellen Angeboten wie einer Beilage ergänzt. Bis heute werden mehrere Zeitschriften wie Geo, Schöner Wohnen und Gala mit einem zusätzlichen Schweizer Split ergänzt. Nach einem weiteren Relaunch des Konzeptes im Januar 1980 wurde Brigitte 1985 Marktführerin, vor Für Sie und freundin.
Bereits Ende der sechziger Jahre wurde die politische Berichterstattung verstärkt. Insbesondere die politische Repräsentanz von Frauen in den Parlamenten wurde von der Redaktion aufgegriffen. So wurde 1970 die Vorstellung der 34 weiblichen Bundestagsabgeordneten in der Brigitte mit der Frage ergänzt, wie die Gruppe, die „nicht größer als eine Schulklasse sei, weibliche Interessen durchsetzen könnten“. Um die Anzahl von Frauen im Bundestag zu erhöhen, startete Brigitte im Vorfeld der Bundestagswahl 1976 die Kampagne Wählt Frauen! und forderte ihre Leserinnen auf, Postkarten an die Parteivorsitzenden zu schicken und die Aufstellung von mehr Frauen zu fordern.
1990er Jahre bis Gegenwart Ab den 1990er Jahren wurde das Magazin durch weitere Angebote, wie Bücher und Ableger-Zeitschriften kontinuierlich erweitert. Seit 2001 erscheint Brigitte Woman, seit 2011 Brigitte Mom und seit 2015 Brigitte Wir. Zuletzt kamen Brigitte Be Green und Brigitte Leben hinzu. Die Ableger wie Brigitte Young Miss (1990 bis 2006) und Brigitte Balance (2004 bis 2012) mussten allerdings wieder eingestellt werden.
Regelmäßig werden mit Partnern Studien und Analysen erstellt. 2001 erschien die Brigitte EuroKA Beauty 2001. Die EuroKA Beauty 2001 war die erste Studie, die einen Vergleich der Positionierung von 76 Beauty-Marken in fünf europäischen Kernländern nach den Kriterien Bekanntheit, Sympathie, Verwendung in den Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien erlaubte. Im gleichen Jahr wurden gemeinsam mit dem Forsa-Institut die Sehnsüchte der Deutschen untersucht. 2008 wurde gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und dem Sozialforschungsinstitut infas die Studie „Frauen auf dem Sprung“ erstellt. In der Studie wurde untersucht, wie Frauen die Verteilung von Verantwortung in der Gesellschaft sehen.
Seit 2004 ist Brigitte als E-Paper-Ausgabe verfügbar. Mit den digitalen Angeboten werden aktuell pro Monat insgesamt 6,98 Millionen Unique User erreicht. Dabei sind 27 % der User männlich und 73 % sind weiblich.
Im Oktober 2009 wurde die Initiative „Ohne Models“ bekannt gegeben, nach der ab dem 2. Januar 2010 in der Brigitte und ihren Ablegern und Onlineportalen für sämtliche Fotostrecken keine professionellen Models, insbesondere keine Magermodels, mehr fotografiert werden, sondern nur noch „normale“ Frauen.Ohne Models: Eine Initiative der Brigitte auf brigitte.de. Die Brigitte bekam für die Initiative viel Beifall und Zustimmung,„Brigitte“: Lebert kassiert Applaus für Model-Rauswurf in DWDL vom 5. Oktober 2009. auf brigitte.de Kritiker meinten, es würde sich lediglich um eine PR-Strategie handeln. Ab Herbst 2012 zeigte die Brigitte wieder professionelle Models in ihrem Heft.
Seit 2017 wird den Lesern eine Brigitte Shopping Card angeboten, mit der Leserinnen zwei Wochen lang Rabatte und Aktionen von Partnern aus den Bereichen Mode, Beauty, Food, Living und Lifestyle nutzen können.
Mit Brigitte Live und der Brigitte Academy werden seit 2017 neue Veranstaltungsformate, in der Corona-Pandemie komplett digital, angeboten.
2023 wurden die Zeitschriften Brigitte Woman, Brigitte Wir, Brigitte Leben!, Brigitte Be Green und Brigitte Mom eingestellt.Sueddeutsche.de:Was aus dem Kiosk verschwindet, 8. Februar 2023.
Im März 2025 verkaufte RTL Deutschland, das Mutterunternehmen von Gruner + Jahr, die Marken Brigitte, Gala und Eltern an die Funke Mediengruppe.https://media.rtl.com/meldung/Neuaufstellung-im-Publishing-Bereich-RTL-Deutschland-verkauft-BRIGITTE-GALA-und-ELTERN-an-FUNKE-Mediengruppe/
Auflage Brigitte hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Sie beträgt gegenwärtig Das entspricht einem Rückgang von Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei Prozent.
Redaktion Chefredakteure 1954–1956: Dieter Conrads 1956–1957: Gerhard Emskötter und Klaus BesserDie Historie der Frauenzeitschrift in Deutschland: Entwicklung und Marktanalyse der Publikumszeitschriften mit weiblicher Zielgruppe von Jacqueline Friedmann, 2014, ISBN 978-3-95684-349-5 1957: Hans Huffzky 1957–1984: Peter Brasch 1984–1985: Wolfhart Berg 1985: Anne von Blomberg 1985–2001: Anne Volk 2001–2002: Beatrix Kruse 2002–2009: Andreas Lebert 2009–2012: Andreas Lebert und Brigitte Huber 2012–2013: Brigitte Huber und Stephan Schäfer 2013–2023: Brigitte Huber seit 2023: Susanna Riethmüller
Bekannte Mitarbeiter Murat Türemiş, Fotograf F. C. Gundlach, Fotograf Charlotte March, Fotografin Will McBride, Fotograf Elisabeth Niggemeyer, Fotografin Barbara Niggl-Radloff, Fotojournalistin Fritz Peyer, Fotojournalist Hans Söhnker, Schauspieler Ildikó von Kürthy, Schriftstellerin Gottfried Sello, Kunsthistoriker Elke Heidenreich, Schriftstellerin Fritz Wolf, Grafiker und Karikaturist Horst Haitzinger, Karikaturist Sempé, Zeichner und Karikaturist Marunde, Zeichner, Illustrator und Cartoonist Eva Heller, Schriftstellerin Jutta Bauer, Illustratorin Frauke Koops, Autorin Kathrin Tsainis, Journalistin und Schriftstellerin
Veranstaltungen „Brigitte Academy“ Die Brigitte Academy - Die Weiterbildungsplattform ist seit 2017 als Plattform für die persönliche Weiterentwicklung von Frauen – im Beruf und im Privatleben – Teil von Brigitte. Frauen sollen unterstützt werden, sich mehr zuzutrauen und mehr zu fordern. Dabei gibt die Brigitte Academy einen Überblick und Orientierung, zeigt Chancen und Perspektiven auf, vermittelt Wissen und Skills und lädt zum Austausch unter Gleichgesinnten ein. Dazu gibt es sowohl Print- oder Online-Artikel, Beiträge in den Social-Media-Kanälen, kleine Meet-Up-Veranstaltungen oder große Symposien mit prominenten Gästen (z. B. Ursula von der Leyen, Katharina Fegebank, Malu Dreyer). Der Schwerpunkt liegt in den Bereichen Karriere, Engagement und Finanzen. Im Zuge der Corona-Krise werden seit 2020 zahlreiche Veranstaltungsformate als digitale Events angeboten.
„Brigitte Live“ Die Gesprächsreihe Brigitte Live wurde im Bundestagswahljahr 2013 gestartet. Zunächst unter dem Motto „Frauen wählen!“ wurden sieben Spitzenpolitikerinnen, u. a. Bundeskanzlerin Angela Merkel, eingeladen. Das Format läuft seitdem unter dem Motto Brigitte Live: Die Stunde der Frauen; hier kommen regelmäßig weibliche Vorbilder aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Politik zu Wort.
Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse finden regelmäßig Brigitte Live-Veranstaltungen mit Autorinnen statt.
Berühmt wurde die Veranstaltung mit Angela Merkel vom 26. Juni 2017, in dessen Verlauf sie vom Nein der CDU bei der Ehe für alle abrückte und sich zu dem damaligen Kanzlerkandidaten der SPD, Martin Schulz äußerte. Sie äußerte sich damals auf die Frage „Wann darf ich meinen Freund Ehemann nennen?“ eines Teilnehmers dahingehend, dass sie sich eine Diskussion wünsche, die „eher in Richtung einer Gewissensentscheidung geht“.Merkel offen für „Ehe für alle“. In: faznet.de, 26. Juni 2017 In der letzten Bundestagssitzung vor der Sommerpause am 30. Juni 2017 wurde der entsprechende Gesetzentwurf beschlossen. Auf die Unterstellung von Schulz auf dem SPD-Parteitag in Dortmund, ihr Wahlkampf sei ein „Anschlag auf die Demokratie“, weil sie möglichst wenig konkrete Aussagen mache, reagierte Merkel mit der Aussage „Schwamm drüber, würde ich sagen.“
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