Pfäffingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Ammerbuch, westlich von Tübingen im Landkreis Tübingen in Baden-Württemberg (Deutschland). Bis 1971 war es eine selbständige Gemeinde.
Geschichte Pfäffingen wurde 1188 in Urkunden des 1187 bei Tübingen gegründeten Klosters Bebenhausen erstmals genannt. Genannt wurden die Herren von Tischingen, von Calw, von Ow, von Neuneck, von Lustnau, von First, von Hailfingen und von Gültlingen, die bis 1699 in den drei Schlössern von Pfäffingen ansässig waren. Wohl seit dem Anfang des 15. Jahrhunderts war Pfäffingen württembergisches Lehen. Zur Zeit der Reformation wurde mit Jakob Weber bereits 1554 der erste evangelische Pfarrer in Pfäffingen genannt, im Herbst 1600 wurde das erste noch heute erhaltene Kirchenbuch angelegt. Eingesetzt wurden die Pfarrer meist auf Vorschlag der Herren von Gültlingen vom Herzog von Württemberg, der das Patronatsrecht der Kirche innehatte. 1699 fiel Pfäffingen an den Herzog von Württemberg. Bis 1805 gehörte Pfäffingen zu Altwürttemberg, mit dessen Gründung 1806 bis ins Jahr 1918 dann zum Königreich Württemberg. Bis 1813 unterstand Pfäffingen als Kammergut dem Oberamt Tübingen, dann dem Oberamt Herrenberg und gehörte ab 1939 zum Landkreis Tübingen. In der Neuzeit wurde Pfäffingen überregional vor allem durch verschiedene Industrieansiedlungen bekannt. Am 1. Dezember 1971 vereinigte sich die Gemeinde Pfäffingen mit ihren Nachbargemeinden Altingen, Breitenholz, Entringen, Poltringen und Reusten zur neuen Gemeinde Ammerbuch. mini|Die evangelische Michaelskirche mini|Pfäffingen im Jahr 1819
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner17001171706140174029517732201806297185242219004111925398193943319464981950 (13.09.)5811961 (06.09.)9971970 (27.05.)14171971 (30.08.)1500 Jahr Einwohner1980 (31.12.)14511987 (31.12.)14132004 (31.12.)17512005 (31.12.)17802006 (31.12.)18152007 (31.12.)18372008 (31.12.)18072009 (31.12.)18092010 (31.12.)18052015 (01.03.)1811 2016 1774 2019 1732 2020 (Dez.) 1714 2023 (Jan.) 1698
Bürgermeister in Pfäffingen Als Schultheißen bzw. Bürgermeister in Pfäffingen sind bekannt:
Anschließend Zusammenschluss der sechs Ortsteile zu Ammerbuch.
Wirtschaft Von 1931 an wuchs in Pfäffingen die Firma Wilhelm Haug GmbH & Co. KG zu einem großen Unternehmen in der Düngemittel- und Kunststoffbranche an, welches noch heute durch Marken wie Manna und Haugolit weithin bekannt ist.
Seit ihrem Umzug nach Pfäffingen 1938/39 entwickelte sich die 1931 im Nachbardorf Poltringen gegründete Firma Maico mit ihrer Motorradherstellung rasch zu einem der führenden deutschen Unternehmen der Zweiradherstellung und versuchte sich sogar in Kleinserien mit dem Automobilbau. Nach einem Teilkonkurs 1958 ging die Firma 1983 in einen zweiten Konkurs; 1986 wurde die Produktion endgültig eingestellt.Maico Historie
Seit 1962 bis ca. 1999 befand sich in Pfäffingen das Werk der auf Spätzle und Knöpfle spezialisierten Teigwarenfabrik Bechtle GmbH & Co. KG, die vorher in Tübingen ansässig war und deren Produktion seit dem Zusammenschluss mit Alb-Gold Teigwaren GmbH im Jahr 2001 nach Trochtelfingen verlegt wurde.
Seit den 1970er Jahren haben sich auch kleinere Unternehmen, Handelsorganisationen und Beratungs- und Ingenieurbüros mit zum Teil internationaler Ausrichtung in Pfäffingen etabliert.
Außerdem entstand in den Jahren bis 2005 im Süden des Bahnhofareals ein neues Einkaufszentrum mit Drogeriemarkt, Lebensmittelanbietern und Bekleidungshändlern. In diesem Bereich wurde auch das neue Ärztehaus erstellt, wo ihren Sitz Ärzte verschiedener Fachrichtungen, ein Physiotherapeut und eine Apotheke haben.
Verkehr mini|Bahnhof Pfäffingen Pfäffingen liegt an der Ammertalbahn (Herrenberg–Tübingen), die im 30-Minuten-Takt von Regionalbahnen bedient wird.
Literatur
Martin Miller/Karlheinz Geppert: 800 Jahre Pfäffingen 1188-1988. Ein Geschichts- und Heimatbuch, Ammerbuch-Pfäffingen 1988.
Einzelnachweise
Weblinks
Wikisource: Pfäffingen in der Beschreibung des Oberamts Herrenberg von 1855 Offizielle Seite der Gemeinde Ammerbuch Offizielle Seite des Gemeindeteils Pfäffingen Internetseite der Kirchengemeinde
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