mini|Grand Palace im Dezember 2009

Bokor Hill Station (, „Bergstation Bokorhügel“) ist ein verlassener Ort auf dem Berg Phnom Bokor in Kambodscha, der vor allem wegen seiner Aussicht und dem als Geisterstadt bei Touristen beliebt ist. Er liegt auf 1081 m Höhe im Preah-Monivong-Nationalpark. Hier wurde unter anderem der Showdown des Films City of Ghosts (2002) gedreht. 2018 wurde das Gebäude vollständig renoviert und wird seither als Hotel geführt.

Lage und Geografie Bokor Hill Station liegt auf einem Plateau des Phnom Bokor, ungefähr 20 km Luftlinie nordwestlich der Stadt Kampot. Der Berg ist die höchste Erhebung der Chuŏr Phnum Dâmrei (wörtlich „Elefantenberge“), welche Ableger der Chuor Phnom Krâvanh („Kardamomberge“) sind, und gilt als einer der besten Aussichtsberge Kambodschas. Die Küstenlinie des Golfs von Thailand ist ungefähr 8 km Luftlinie entfernt.

Eine sehr gut ausgebaute Straße führt über 32 km zu den Ruinen.

Geschichte Bokor Hill Station wurde zwischen 1921 und 1924 von der französischen Kolonialherrschaft errichtet. Hier fanden die Franzosen ein mildes Klima vor und konnten vor den ungesunden Witterungsbedingungen in Phnom Penh flüchten. Vor allem französische Kolonialoffiziere mit ihren Familien verbrachten hier ihre Freizeit und Urlaube. Neunhundert Bauarbeiter ließen in den neun Monaten des Baus der Anlage auf diesem abgelegenen Berg ihr Leben.

Das Herzstück des Ortes war das große Bokor Palace Hotel & Casino, ergänzt durch Geschäfte, ein Postamt, eine Kirche und einen kleinen Stausee. Etwa 10 km vor Bokor Hill Station gibt es den Black Palace. Hier hatte König Sihanouk einen kleinen Sommerpalast, welcher bereits vor Jahrzehnten verlassen wurde.

Bokor Hill Station wurde erstmals in den späten 1940er Jahren während des ersten Indochina-Kriegs von den Franzosen wegen lokaler Aufstände unter Führung der Khmer Issarak aufgegeben. Nach zwischenzeitlicher Nutzung übernahmen 1972 die Roten Khmer die Gegend. Während der vietnamesischen Invasion im Jahr 1979 verschanzten sich hier für mehr als einen Monat die Roten Khmer. In den früheren 1990er Jahren war Bokor Hill immer noch eine der letzten Hochburgen der Roten Khmer.

Zustand heute mini|links|Baustelle im Dezember 2009 mini|Baustellenschilder (Dezember 2009) Viele der verlassenen Gebäude sind heute immer noch vorhanden. Auf Grund der strategischen Bedeutung unterhalten kambodschanische Behörden eine Ranger Station. Außerdem gibt es einen kleinen Tempel westlich der Ruinen.

Das Plateau steht im Eigentum der Regierung, wurde im Jahr 2008 jedoch an die Sokimex-Gruppe verpachtet. Der Pachtvertrag läuft über 99 Jahre.

Sok Kongs Firma stellte Ende 2011 eine neue Straße mit Entwässerungssystem und ramponierten Hängen, die zum Gipfel führen, fertig, welche die gefährliche, alte Strecke ersetzt.

Das neue Hotel-Casino Thansur Sokha wurde in 2012 eröffnet und das 100 Jahre alte Bokor Palace Hotel wurde restauriert und in 2018 als Luxushotel mit einer Gebühr von fast 1.000 $ pro Nacht wiedereröffnet. Im August 2019 enthüllte die kambodschanische Regierung den „Masterplan für das Bokor City Development Project bis 2035“, was beinhaltet, fast 19.000 Hektar des Nationalparks in eine vollwertige Stadt zu verwandeln. Luxus-Wohnsiedlungen, Golfplätze, Eigentumswohnungen, Wasserparks und zusätzliche Casinos wurden in einem geschützten ASEAN Heritage Park vorgeschlagen.

Ende 2020 veröffentlichte eine Aktivistengruppe Drohnenaufnahmen, die große Teile von Bokors Wald zeigen, die für den Bau zerstört wurden – Primärwald, der für Luxuswohnsiedlungen für Käufer gerodet wurde, die sich Villen auf einem Berggipfel leisten konnten. Naturschützer schätzten, dass 20 bis 30 Prozent des Waldes des Parks bereits degradiert waren. Die Entwicklung bedroht den Lebensraum für gefährdete Arten undfragmentierte Ökosysteme.

In den Jahren 2022 und 2023 ergab die Berichterstattung, dass eine Gruppe von schwer bewachten Gebäuden hinter dem Thansur Sokha Hotel als Verbindung für Online-Betrugsoperationen im Zusammenhang seit 2018 mit Menschenhandel tätig war. Die taiwanesischen Strafverfolgungsbehörden identifizierten die Website als "Hochburg" für die "Big Fatty" -Bande, die angeblich 31 taiwanesische Staatsangehörige gehandelt hatte. Sok Kongs Unternehmen wies die Kenntnis der Aktivitäten zurück und gab mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung der Berichte eine Erklärung ab.

Weblinks

Les stations climatiques, Text von 1931, mit historischen Fotos (französisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Kambodscha Kategorie:Geisterstadt Kategorie:Kampot (Provinz)