Kędzierzyn-Koźle [] (deutsch Kandrzin-Cosel) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Opole (Oppeln) in Polen.
Geographie Die Stadt umfasst den gesamten Mündungsbereich der Klodnitz und des Gleiwitzer Kanals in die Oder.
Geschichte Das historische Zentrum bildet der links der Oder gelegene Stadtteil Koźle (Cosel). Die Stadtteile rechts des Flusses, wo seit dem 19. Jahrhundert aus kleinen Ortschaften Industrieansiedlungen entstanden, entwickelten sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ebenfalls zu Städten.
Die 1788 erbaute klassizistische Evangelische Kirche wurde 1945 niedergelegt.
Der Stadtteil Sławięcice (Slawentzitz) bildete vormals eine Standesherrschaft, zu der die großen Waldgebiete zwischen Oder und Klodnitz gehörten.
Im heutigen Ortsteil Blachownia Śląska entstand ab 1940 das Hydrierwerk Blechhammer der Oberschlesische Hydrierwerke AG. Zeitgleich errichtete die IG Farben in Heydebreck O.S. (heutiger Ortsteil Kędzierzyn) das Hydrierwerk Heydebreck. Zu beiden Unternehmen gehörten die Arbeitslager Blechhammer und das KZ Blechhammer. 1944 fanden mehrere Luftangriffe auf die Werke statt, die wichtigsten Anlagen blieben jedoch unzerstört und wurden nach dem Krieg von den Sowjets vollständig demontiert.The Historie of the Oberschlesische Hydrierwerke AG Sub Camps of Auschwitz/Tiergarten4Association e. V., abgerufen am 21. Februar 2023.Oberschlesische Hydrierwerke Blechhammer AG Deutsche Digitale Bibliothek, abgerufen am 21. Februar 2023.
Kędzierzyn-Koźle entstand 1975 durch die Vereinigung der Städte Koźle (Cosel), Kędzierzyn (Kandrzin), Kłodnica (Klodnitz) und Sławięcice (Slawentzitz).
Politik Stadtpräsidentin An der Spitze der Verwaltung steht die Stadtpräsidentin. Seit 2014 ist dies Sabina Nowosielska von der Platforma Obywatelska. Die Wahl 2024 brachte in Kędzierzyn-Koźle folgendes Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Mai 2024. Sabina Nowosielska (Wahlkomitee „Sabina Nowosielska – Koalicja Obywatelska“) 49,1 % der Stimmen Marek Piasecki (Wahlkomitee „Unabhängiges Wahlkomitee Marek Piasecki“) 27,9 % der Stimmen Katarzyna Kukolka-Bogocz (Prawo i Sprawiedliwość) 18,7 % der Stimmen Anna-Magdalena Tobias (Lewica) 4,3 % der Stimmen
In der daraufhin notwendigen Stichwahl wurde Amtsinhaberin Nowosielska mit 53,7 % gegen Piasecki wiedergewählt.
Die Wahl 2018 brachte in Kędzierzyn-Koźle folgendes Ergebnis: Sabina Nowosielska (Platforma Obywatelska) 53,6 % der Stimmen Marek Piasecki (Kukiz’15) 20,8 % der Stimmen Andrzej Chrzanowski (Prawo i Sprawiedliwość) 19,3 % der Stimmen Andrzej Mazur (Sojusz Lewicy Demokratycznej) 6,3 % der Stimmen
Damit gelang Nowosielska bereits im ersten Wahlgang die Wiederwahl.
Stadtrat Der Stadtrat von Kędzierzyn-Koźle besteht aus 23 Mitgliedern. Die Wahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Mai 2024. Koalicja Obywatelska (KO) 54,9 % der Stimmen, 15 Sitze Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 22,3 % der Stimmen, 4 Sitze Unabhängiges Wahlkomitee Marek Piasecki 19,8 % der Stimmen, 4 Sitze Lewica 3,0 % der Stimmen, kein Sitz
Die Wahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Juli 2020. Koalicja Obywatelska (KO) 45,0 % der Stimmen, 14 Sitze Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 22,3 % der Stimmen, 5 Sitze Unabhängiges Wahlkomitee Marek Piasecki 18,5 % der Stimmen, 4 Sitze Sojusz Lewicy Demokratycznej (SLD) / Lewica Razem (Razem) 9,1 % der Stimmen, kein Sitz Wahlkomitee Deutsche Minderheit 5,1 % der Stimmen, kein Sitz
Verkehr Die Straße Droga krajowa 40 verbindet die Stadt mit dem Fernstraßennetz.
Der Bahnhof Kędzierzyn-Koźle ist ein Eisenbahnknoten mit der Ost-West-Verbindung von Gliwice nach Nysa, der Nordverbindung nach Opole und der Südverbindung nach Racibórz. Früher bestand ferner eine Nordostverbindung nach Strzelce Opolskie und vom Westbahnhof (Kędzierzyn-Koźle Zachodnie) eine Südwestverbindung nach Baborów.
Wirtschaft Die Stadt ist ein Zentrum der chemischen Industrie. In Kędzierzyn-Azoty befindet sich das größte Werk zur Herstellung von Stickstoffdünger in Polen. Im Stadtteil Blachownia Śląska gibt es eine weitere große Chemiefabrik sowie ein Kraftwerk.
Stadtgemeinde mini|Kulturhaus und Kino „Chemik“ Zur Stadtgemeinde Kędzierzyn-Koźle gehören folgende Orte: Azoty (entstanden unter dem Namen „Heydebreck-Süd“) Blachownia Śląska (Medar-Blechhammer, von 1936 bis 1945: Blechhammer) Cisowa (Czissowa, 1933–1945: Dünenfeld) Kędzierzyn (Kandrzin-Pogorzelletz, 1929–1934: Kandrzin, 1934–1945: Heydebreck O.S.), 1951 Stadtrecht Koźle (Cosel), 1298 Stadtrecht Koźle Port (Cosel Oderhafen) Koźle Rogi (Cosel Rogau) Kłodnica (Klodnitz), 1973 Stadtrecht Kuźniczka (Kuschnitzka) Lenartowice (Lenartowitz, 1936–1945 Waldbrücken) Miejsce Kłodnickie (Miesce, 1934–1945 Luisental) Sławięcice (Slawentzitz, 1936–1945 Ehrenforst), 1973 Stadtrecht
Söhne und Töchter der Stadt Nach Geburtsjahr geordnet Georg Niffka (1898–1975), deutscher Sportfunktionär und SS-Offizier Siegfried Schunke (* 1938 in Klodnitz), Offizier der Luftwaffe, Chronist und Ehrenmitglied des Corps Marcomannia Breslau zu KölnSiegfried Schunke (VfcG) Tomasz Kamusella (* 1967), Professor, Europäische Studien des Sprachgebrauchs sowie Minderheitssprachen bei der Bildung der Nationalstaaten Robert Węgrzyn (* 1968), polnischer Politiker, Abgeordneter im Sejm Darius Kampa (* 1977), Fußballprofi beim 1. FC Nürnberg und bei der SpVgg Unterhaching Raphael Schäfer (* 1979), Fußballprofi beim 1. FC Nürnberg Anna Bieleń-Żarska (* 1979), Tennisspielerin Toony (* 1984), deutsch-polnischer Rapper Adam Swaczyna (* 1989), Volleyballtrainer und -spieler Mathias Wittek (* 1989), Fußballprofi beim 1. FC Heidenheim Aleksandra Sikora (* 1991), Fußballspielerin Bartłomiej Mróz (* 1994), Badmintonspieler Paulina Ligarska (* 1996), Leichtathletin Alicja Sielska (* 2003), Hürdenläuferin
Weblinks
Offizielle Homepage der Doppelstadt
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole