mini|Standarte und Uniform des 2. Schlesischen Husaren-Regiments Nr. 6 Das 2. Schlesische Husaren-Regiment Nr. 6 war ein Husarenverband der Preußischen Armee.
Geschichte Das Regiment wurde am 21. November 1806 auf Befehl von König Friedrich Wilhelm III. unter dem Namen 2. Schlesisches Husaren-Regiment errichtet. Es formierte sich aus den Resten der während des Krieges 1806/07 in Schlesien zurückgebliebenen Depots von vierzehn verschiedenen Kavallerieregimentern. Zunächst bestand das Regiment aus vier Eskadronen zu je 150 Pferden.
Standorte mini|Husaren in Neustadt O.S. u. a. 1808: Frankenstein 1810: Lüben 1815: Trier 1816: Saarlouis 1817: Frankreich (während der Besatzung) 1819: Neustadt O.S. 1889: Leobschütz 1894: Ratibor
Russlandfeldzug 1812
Im Rahmen der schließlich gescheiterten Eroberung der Festung Riga kam es zu einigen Gefechten im Rigaer Umland entlang den Flüssen Aa und Düna. Das erste Zusammentreffen, an dem das Husaren-Regiment beteiligt war, fand am 18. Juli in Eckau statt. Unter den Generalen Grawert und Kleist wurde der Ort, in dem russische Jägerbataillone Stellung bezogen hatten, noch am selben Tag eingenommen. Die Russen verloren dabei 800 Soldaten durch Tod, Verwundung und Gefangenschaft. Danach kam es einen Monat lang zu keinen weiteren Kampfhandlungen, da sich die russischen Truppen nach Riga zurückzogen und die napoleonischen Truppen auf Belagerungsgeschütze aus Danzig warten mussten, die erst Anfang September eintreffen sollten. Da die Preußen in Dahlenkirchen bereits in Artilleriereichweite zu Riga lagen, überrannten ausfallende russische Truppen am 23. August diese Stellung. In ihrem Übermut verfolgten sie die fliehenden Preußen und wurden wiederum von herbeieilenden preußischen Husaren und Dragonern unter großen Verlusten zurückgedrängt. Dadurch waren sie zur Rückkehr nach Riga gezwungen und das verlassene Dahlenkirchen konnte am nächsten Tag von den Preußen neu besetzt werden.
Am 25. September drang eine russische Division aus 11.000 Mann unter General Steinheil und Löwis, die am 19. September aus Finnland Riga erreicht hatte, in das Kurland ein. Deren Ziel war es die gerade angekommenen Belagerungsgeschütze in Ruhenthal einzunehmen oder zu vernichten. So kam es am 26. September zum Gefecht bei Tomoszna unter Beteiligung des Husaren-Regiments. Angesichts der russischen Übermacht mussten sich die preußischen Truppen hinter den Eckaubach zurückziehen. Dort kam es am nächsten Morgen zu einem weiteren Gefecht. Am 28. September versuchten die Russen die Flussübergänge über die Aa in Bauske zu sichern. Tags darauf wurde der Ort von ihnen eingenommen und sie konnten nun weiter nach Ruhenthal vordringen. Jedoch traf rechtsseitig der Aa in Bauske am selben Tag eine verspätete preußische Brigade unter General von Massenbach aus Friedrichstadt ein, die aufgrund der russischen Besatzung von Eckau zu einem Umweg gezwungen war. Gemeinsam mit der Brigade von General Kleist, die sich linksseits der Aa von Mitau nach Gräfenthal zurückgezogen hatte, konnten die russischen Truppen zwischen Ruhenthal und Bauske im letzten Moment aufgebracht werden. General Steinheil zog daraufhin mit seinen Truppen nach Riga zurück. In den Wochen danach konnten die napoleonischen Truppen einen Belagerungshalbkreis um Riga aufbauen, der sich von Tuckum im Westen über Eckau im Süden und Friedrichstadt im Osten erstreckte. Das Husaren-Regiment hatte zusammen mit polnischen und bayerischen Bataillonen unter General Grandjean in Friedrichstadt Stellung bezogen. Hier hatten sie immer wieder unter Offensiven von General Wittgenstein zu leiden. Am 18. November versuchte Generalmajor Weljaminow von Riga aus die Stellung in Friedrichstadt zu überrumpeln, konnte aber wieder zurückgedrängt werden.
Befreiungskriege 1813/15 + 1. und 2. Eskadron 1813 1814 4. bis 20. April: Belagerung von Wittenberg 2. Mai: Königsbrück 19. Mai: Königswartha 20./21. Mai: Schlacht bei Bautzen 26./27. August: Schlacht bei Dresden 28./29. August: Halle 12. September: Weißenfels 18. September: Merseburg 19. September: Kösen 25. September: Altenburg 28. September: Meuselwitz 10. Oktober: Stößen 16. bis 18. Oktober: Völkerschlacht bei Leipzig 27. Oktober: Weimar 30./31. Oktober: Gelnhausen 11. Januar: Saint-Avold 22./23. Januar: Saint-Aubin-sur-Aire 29. Januar: Brienne-le-Château 1. Februar: Schlacht bei La Rothière 11. Februar: Schlacht bei Montmirail 22. Februar: Méry-Prémecy 3. März: Neuilly-sur-Marne 9. März: Schlacht bei Laon 20. März: Fismes
+ 3. und 4. Eskadron 1813 1814 2. April: Apolda 13. April: Langensalza 17. April: Wanfried 28. April: Stölen 2. Mai: Schlacht bei Großgörschen 23. August: Schlacht bei Großbeeren 24. August: Sperenberg 27. August: Jüterbog 24. September: Wartenburg 8. Oktober: Völkerschlacht bei Leipzig 16. Oktober: Dippach 7. Januar: Groß Zundert 11. Januar: Hoogstraten 28. Januar: Löwen 25. Februar: Courtray 2. März: Sweweghem 31. März: Courtray
1815 18. Juni: Schlacht bei Waterloo 27. Juni: Senlis
Preußisch-Österreichischer Krieg 1866 Im Deutschen Krieg 1866 kam das Regiment nur in der Schlacht bei Königgrätz zum Einsatz. Die Division gehörte zum VI. Korps in der 2. Armee des Kronprinzen. Der Aufmarschplan sah vor, hinter dem V. Armee-Korps (Steinmetz) über den Pass von Nachod nach Böhmen vorzurücken. An den Gefechten von Nachod und Skalitz waren die Husaren nicht beteiligt, da das gesamte VI. Korps während dieser Kämpfe weit zurückstand. Erst als Steinmetz zur Beobachtung von Josephsstadt abgeordnet wurde, übernahm das VI. Korps die Führung und konnte bei Königgrätz die rechte Flanke der Österreicher zurückdrängen. Beim Vormarsch der 11. Division des Generals von Zastrow gegen 15:30 Uhr standen die Husaren an der linken Flanke und bildeten die Verbindung zur 12. Division. Später gegen 17 Uhr deckten sie die Artillerie des Korps vor GegenangriffenDer Feldzug von 1866 in Deutschland, Kriegsgeschichtliche Abteilung des großen Generalstabes Online Verfügbar bei Google Books Seite 428.
Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 Als Teil des VI. Korps unter Tümpling kam das Regiment erst recht spät zum Einsatz, da dieses Korps noch bis Anfang August als Grenzsicherung gegen Österreich zurückbehalten wurde. Während der Belagerung von Paris kam das Regiment zur Armeegruppe unter von der Tann. Mit dieser Armeegruppe mussten die Husaren gegen die neu aufgestellte Loirearmee kämpfen. Diese Kämpfe endeten mit der Zerschlagung der Loirearmee bei Le Mans und der nachfolgenden Verfolgung der Reste dieser Armee im Januar 1871.
1870 1. September: Schlacht von Sedan 10. Oktober: Gefecht bei Artenay 25. Oktober: Ourcelle 7. November: Gefecht bei Marchénoir 9. November: Schlacht bei Coulmiers 2. Dezember: Bazoches-les-Gallerandes 3./4. Dezember: Schlacht von Orléans 6./7. Dezember: Meung-sur-Loire 8. bis 10. Dezember: Schlacht bei Beaugency 15. Dezember: Vendôme
1871 10. bis 12. Januar: Schlacht bei Le Mans 25./29. Januar: Baiges
Erster Weltkrieg
Verbleib Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 2. Eskadron des 11. (Preußisches) Reiter-Regiments in Leobschütz.
Regimentschefs Dienstgrad Name DatumGünter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 3: Die Stellenbesetzung der aktiven Regimenter, Bataillone und Abteilungen von der Stiftung bzw. Aufstellung bis zum 26. August 1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1993, ISBN 3-7648-2413-1, S. 113.Generalmajor/GeneralleutnantFriedrich Wilhelm von Götzen9. September 1810 bis 29. Februar 1820General der KavallerieKarl von Bayern30. November 1841 bis 30. Oktober 1866General der KavallerieAlexei Alexandrowitsch Romanow10. Juni 1871 bis 14. November 1908
Kommandeure Dienstgrad Name DatumGünter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 3: Die Stellenbesetzung der aktiven Regimenter, Bataillone und Abteilungen von der Stiftung bzw. Aufstellung bis zum 26. August 1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1993, ISBN 3-7648-2413-1, S. 113f.MajorFriedrich Wilhelm von St. Paul18. Januar bis 9. Juli 1809MajorHeinrich Bernhard von Winterfeld21. Juni 1809 bis 22. Oktober 1810MajorTheodor Ernst von Eicke31. Oktober 1810 bis 16. Oktober 1811 (mit der Führung beauftragt)Major/Oberstleutnant/OberstTheodor Ernst von Eicke17. Oktober 1811 bis 19. August 1816OberstleutnantAndreas Iwan von Witowski13. November 1816 bis 9. Juni 1817MajorKarl Friedrich Wilhelm Erdmann von Langen11. August 1817 bis 9. September 1823Oberstleutnant/OberstGustav Friedrich von Barnekow22. Dezember 1823 bis 13. September 1824 (mit der Führung beauftragt)OberstGustav Friedrich von Barnekow14. September 1824 bis 12. November 1834MajorGeorg von Schoenermarck13. November 1834 bis 8. September 1835 (mit der Führung beauftragt)Major/Oberstleutnant/OberstGeorg von Schoenermarck9. September 1835 bis 29. März 1840Oberstleutnant/OberstKarl von Forstner30. März 1840 bis 9. März 1842OberstleutnantLudwig von Westarp7. April 1842 bis 9. Januar 1843 (mit der Führung beauftragt)Oberstleutnant/OberstLudwig von Westarp10. Januar 1843 bis 12. April 1848MajorKarl Albert von Rudolphi13. April bis 6. Mai 1848 (mit der Führung beauftragt)Major/Oberstleutnant/OberstKarl Albert von Rudolphi7. Mai 1848 bis 24. April 1854Major/Oberstleutnant/OberstAugust Weber23. Mai 1854 bis 24. Juli 1859MajorThilo von Trotha25. Juli 1859 bis 11. Mai 1860 (mit der Führung beauftragt)Major/Oberstleutnant/OberstThilo von Trotha12. Mai 1860 bis 29. Oktober 1866OberstleutnantKarl Luis Hermann Krug von Nidda30. Oktober 1866 bis 7. Februar 1868Major/Oberstleutnant/OberstGeorg von Graevenitz22. März 1868 bis 25. Januar 1875OberstleutnantArthur Egmund von Stangen26. Januar bis 14. Juni 1875 (mit der Führung beauftragt)OberstleutnantArthur Egmund von Stangen15. Juni 1875 bis 12. Juni 1876Major/Oberstleutnant/OberstOtto Kähler13. Juni 1876 bis 28. April 1882MajorWilhelm Hugo von Rosenberg9. Mai bis 11. Dezember 1882 (in Vertretung)Major/Oberstleutnant/OberstWilhelm Hugo von Rosenberg12. Dezember 1882 bis 14. Oktober 1888Oberstleutnant/OberstFriedrich Georg von Sauerma15. Oktober 1888 bis 17. Juni 1892OberstleutnantLudwig von Ziegler und Klipphausen18. Juni bis 27. Juli 1892 (mit der Führung beauftragt)Oberstleutnant/OberstLudwig von Ziegler und Klipphausen28. Juli 1892 bis 18. Dezember 1895MajorGeorg von Bornstedt21. Dezember 1895 bis 18. März 1896 (mit der Führung beauftragt)Major/Oberstleutnant/OberstGeorg von Bornstedt19. März 1896 bis 15. Juni 1900MajorOtto Liman16. Juni 1900 bis 17. April 1901Major/Oberstleutnant/OberstOtto Liman18. April 1901 bis 13. Juni 1906OberstleutnantBernhard von Sydow14. Juni 1906 bis 20. April 1911Oberstleutnant/OberstVictor von Lepel21. April 1911 bis 12. Februar 1915OberstAlfred von Hülst13. Februar bis 6. Mai 1915OberstleutnantPaul von Troschke 7. Mai 1915 bis 30. Juni 1919
Literatur
von Seherr-Thotz: Stammliste des Husaren-Regiments Graf Goetzen (2. Schlesisches) Nr. 6. 1809–1908. E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1908, S. 163. Ernst Graf zur Lippe-Weissenfeld: Geschichte des Königl. Preuss. 6. Husaren-Regiments (ehedem 2. Schlesisches). Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1860, Digitalisat
Weblinks Regimenter der preußischen Armee Militairische betrachtungen aus den Erfahrungen eines preussischen Offiziers Russlands und Deutschlands Befreiungskriege von der Franzosen-Herrschaft unter Napoleon Buonaparte in den Jahren 1812–1815.
Einzelnachweise
Husaren-Regiment 006 Kategorie:Militärgeschichte (Schlesien) Kategorie:Militärischer Verband in den Koalitionskriegen Kategorie:Militärischer Verband im Deutsch-Französischen Krieg Preußen Husarenregiment #:6