Niederroßbach ist der kleinste Stadtteil von Haiger im hessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geographie Niederroßbach liegt sechs Kilometer nordöstlich von Haiger am namensgebenden Rossbach. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3044.

Geschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Niederroßbach erfolgte unter dem Namen Niddern Rospach im Jahr 1369.

Im Jahr 1558 wird die Grube St. David bei Niederroßbach erwähnt. Diese ist evtl. identisch mit der im Jahr 1757 erwähnten Grube Aurora, einem Bergwerk, welches Blei, Kupfer und Silber förderte. Wie viele Arbeiter aus dem Ort dort Beschäftigung fanden, ist nicht sicher. Heute erinnert noch der Straßenname Aurorastraße an die alte Grube.

Der Ort gehörte 1939 zum Dillkreis und hatte 318 Einwohner.

Ehemalige Bergwerke

Liste von Bergwerken in Haiger

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten die bis dahin selbständige Gemeinden Niederroßbach und Oberroßbach zum 1. Oktober 1971 freiwillig zur neuen Gemeinde Roßbachtal, die am 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz in die Stadt Haiger eingegliedert wurde. Niederroßbach und Oberroßbach wurden dabei Stadtteile von Haiger. Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurde für Niederroßbach nicht errichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Niederroßbach angehört(e):

vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Dillenburg mit Gericht Haiger ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Dillenburg mit Gericht Haiger 1806–1813: Großherzogtum Berg, Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Dillenburg 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Dillenburg mit Gericht Haiger ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Dillenburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt Dillenburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Dillenburg ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Dillenburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis, Gemeinde RoßbachtalAm 1. Oktober 1971 Zusammenschluss von Nieder- und Oberroßbach zur Gemeinde Roßbachtal. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt HaigerAm 1. Januar 1977 wurde Niederroßbach als Stadtteil in die Stadt Haiger eingegliedert. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Haiger

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Niederroßbach 468 Einwohner. Darunter waren 3 (0,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 96 Einwohner unter 18 Jahren, 180 zwischen 18 und 49, 87 zwischen 50 und 64 und 105 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 189 Haushalten. Davon waren 45 Singlehaushalte, 60 Paare ohne Kinder und 72 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 75 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 222 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 263 evangelische (= 97,05 %), keine katholischen und 8 andere (= 2,95 %) Christen • 1961: 361 evangelische (= 86,57 %) und 43 katholische (= 10,31 %) Einwohner • 2005: 347 evangelische (= 75,76 %), 58 katholische (= 12,66 %) und 73 sonstige (= 15,94 %) Einwohner • 2017: 285 evangelische (= 64,19 %), 64 katholische (= 14,41 %) und 95 sonstige (= 21,40 %) Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten Regelmäßige Veranstaltungen In Niederroßbach wird jährlich Hauberg gemacht. Wie auch in den anderen Dörfern des Roßbachtals gibt es eine Haubergsgenossenschaft. Die rechtliche Grundlage der Haubergsarbeit geht auf die "Haubergordnung für den Dillkreis und den Oberwesterwaldkreis vom 4. Juni 1887" zurück. Darin heißt es: "Hauberge im Sinne dieses Gesetzes sind die Grundstücke in den Gemarkungen Dillbrecht, Fellerdilln, Ober- und Niederroßbach, Bergebersbach, Eibelshausen, Mandeln, Offdilln, Rittershausen, Steinbrücken, Straßebersbach, Weidelbach und Korb, welche gegenwärtig zu Haubergsverbänden gehören."Haubergsordnung

Kulturdenkmäler Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Haiger-Niederroßbach.

Naturdenkmäler Siehe Liste der Naturdenkmale in Haiger-Niederroßbach.

Bildung Zwischen Nieder- und Oberroßbach befindet sich die "Grundschule Roßbachtal". Kinder aus Ober- und Niederroßbach, aus Rodenbach und Weidelbach gehen hier zur Schule. Die Schule ist zweizügig.

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

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