Wilschdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach, im sächsischen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Ortsteil hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß seiner Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher. Die Eingemeindung erfolgte am 1. Januar 1999,StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999 nachdem seit 1996 bereits eine Verwaltungsgemeinschaft mit Dürrröhrsdorf-Dittersbach bestanden hatte.
Geografie mini|Wilschdorf auf einer Karte aus dem 19. Jahrhundert
Das aus einem Unter- und einem Oberdorf bestehende Waldhufendorf liegt südlich des Karswaldes in einer Talsenke eines kleinen Nebenbaches der Wesenitz. Die höchsten Erhebungen sind der Wilschdorfer Weinberg (285 m) und Winters Höhe (297 m).
Geschichte Wilschdorf wurde 1351 im Lehnbuch Friedrich des Strengen als Wilczdorf erstmals urkundlich erwähnt. Damals war Otto Karras auf Dittersbach mit dem Ort im districtus Dresdensis belehnt. Im Jahr 1444 wurde Wilschdorf an den Bischof Johann IV. und das Domkapitel von Meißen verkauft.Urkundenbuch des Hochstifts Meissen, Band 3, S. 73. Siehe auch S. 226 und 227 Unter Bischof Johann VI. von Saalhausen wurde 1510 nördlich des Oberdorfs der St. Donats-Teich sowie 1511 im Unterdorf ein weiterer Teich zur Karpfenaufzucht angelegt.Julius Leopold Pasig: Johannes VI. Bischof von Meissen. Leipzig: J. C. Hinrichs, 1867. S. 226 Die Schafzucht des bischöflichen Kammerguts wurde von 345 auf 950 Tiere erweitert. 1559 wird der Ort schließlich kurfürstliches Amtsdorf. Das damals angelegte Amtserbbuch von Stolpen zählt 45 besessene Mann, 13 Häusler und 15 Hausgenossen.
Kirche mini|Kirche und Pfarrhaus um 1904 mini|Wilschdorfer Kirche im Jahr 2018
Die schlichte Saalkirche mit Satteldach erhielt 1661 einen Dachreiter und 1678 den gerade geschlossenen Chor. Im Innern ist das Bauwerk flachgedeckt, zweigeschossige Emporen sind an der Nord- und Südseite eingebaut, eine eingeschossige im Westen. Ein zweigeschossiger Holzaltar ist mit 1680 datiert und zeigt in der Predella eine gemalte Darstellung des Abendmahls, im Hauptfeld Kreuzigung, darüber die Auferstehung. Die mit M.S. 1582 bezeichnete Sandsteintaufe stammt vermutlich von Michael Schwenke aus Pirna. Die Orgel ist ein Werk von Johann Gottfried Miersch aus dem Jahr 1802 und wurde später klanglich verändert. Glocken Die Glocken zählen zu den ältesten der weiten Umgebung. Die Glockenanlage wurde 2009 saniert.
Nr. Gussjahr Gießer, Gussort Durchmesser(mm) Masse(kg) Schlagton(HT-1/16) 1 1523 unbezeichnet 1055 690 g1 +3 2 2008 Glockengießerei Lauchhammer 770 265 c2 -9 3 15. Jh. unbezeichnet 657 150 e2 -2
Sport und Kultur In Wilschdorf findet alljährlich ein Reit- und Springturnier, ausgerichtet durch den Wilschdorfer Reit- und Fahrverein, statt.
Literatur
Weblinks
Ortsteil Wilschdorf In: Webauftritt der Gemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Kategorie:Gemeindeauflösung 1999 Kategorie:Dürrröhrsdorf-Dittersbach Kategorie:Ersterwähnung 1351