Friedrich Ernst von Busse (* 14. August 1828 in Harzgerode; † 28. Mai 1916 in Zschortau) war ein konservativer deutscher Politiker und Mitglied des Reichstages.

Leben Herkunft Friedrich entstammt der am 3. September 1811 in den sächsischen Adelsstand erhobenen Familie Busse, deren älteste bürgerliche Vorfahren aus Seehausen in der Altmark stammen. Er war der Sohn des anhaltischen Bergkommissionsrats Rudolf von Busse (1787–1849) und dessen Ehefrau Katharina, geborene Kirchhoff (1799–1878) verwitwete Cramer. Sein Großvater war der Mathematiker Friedrich Gottlieb von Busse.

Wirken Busse besuchte das Pädagogium in Halle (Saale) und anschließend die Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin. Seine Militärlaufbahn begann er 1849 als Sekondeleutnant, wurde 1858 in das Garde-Kürassier-Regiment versetzt und diente 1870/71 während des Krieges gegen Frankreich als Kommandeur der Ersatz-Eskadron des Altmärkischen Ulanen-Regiments Nr. 16 in Salzwedel. Durch seine Heirat 1858 wurde er Gutsbesitzer und wählte unter seinen Rittergütern Zschortau und Nischwitz ersteres 1862 als Wohnsitz. Er war seit 1896 für zwanzig Jahre Vorsitzender der landwirtschaftlichen Kreisvertretung der Kreise Bitterfeld und Delitzsch. Zuvor war er in gleicher Position seit 1869 für den landwirtschaftlichen Verein der Kreise Bitterfeld und Delitzsch, welcher der Kreisvertretung untergeordnet war, tätig und wurde nach dem Ausscheiden aus diesem Amt zum Ehrenpräsidenten.Nachruf. In: Bitterfelder Tageblatt vom 1. Juni 1916, 68. Jahrgang, Nr. 128, Bitterfeld. Von 1896 bis 1911 stand er als Präsident der Landwirtschaftskammer der Provinz Sachsen vor und war weiterhin Kreisdeputierter.

Von 1871 bis 1874 wurde er in den Reichstag gewählt. Dorthin war er vom Wahlkreis Regierungsbezirk Merseburg 3 (Delitzsch-Bitterfeldt) entsandt worden. Im Reichstag gehörte er den Konservativen an.Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1904, S. 100. Eine zweite Wahl in den Reichstag scheiterte. 1881 bis 1889 gehörte Busse dem preußischen Landtag an.

Familie Er heiratete am 6. Mai 1858 Henriette von Laffert (1836–1869). Das Paar hatte mehrere Kinder: Friedrich von Busse (* 1859), Landrat in Delitzsch ⚭ 1890 Eva Klamroth (* 1870) Siegfried (1866–1914), preußischer Major ⚭ 1895 Elsa von Ruperti (* 1873) Emma (* 1869) ⚭ 1897 Kurt Freiherr von Oldershausen, sächsischer Major

Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratete Friedrich am 18. Oktober 1875 Hertha von Rabenhorst (1847–1923), eine Tochter des sächsischen Kriegsministers Bernhard von Rabenhorst. Aus der Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor: Helene (* 1876) Bernhard (* 1879), sächsischer Leutnant und Ehrenritter des Johanniterordens, wurde Pflanzer in Ostafrika Kilole, Tanga (Kikombo (Bez. Mpapua)) Leopold (* 1881), sächsischer Oberleutnant, wurde Besitzer der Pflanzung Matope in Ostafrika

Literatur Georg Hirth (Hrsg.): Deutscher Parlaments-Almanach. 9. Ausgabe-1871, Verlag Franz Duncker, Berlin 1871. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1909. Dritter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1908, S. 87 ff. (Digitalisat) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1921. Fünfzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1920, S. 106–107. (Digitalisat) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1942. Jahrgang 34, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 84. Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das preußische Abgeordnetenhaus (1867–1918). In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der Politischen Parteien. Band 3, Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7. Siegfried Ottilie: Friedrich Ernst von Busse. In: Siegfried Ottilie: Bekannte, berühmte und verdiente Töchter und Söhne der Stadt Harzgerode. In: Harzgeroder Hefte. 7, Hrsg. Stadt Harzgerode, Selbstverlag, Harzgerode 2015, ISBN 978-3-942975-13-1.

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