France Bloch-Sérazin (* 21. Februar 1913 in Paris; † 12. Februar 1943 in Hamburg) war eine französische Widerstandskämpferin der Résistance, organisiert in der Francs-tireurs et partisans (FTP). Sie wurde im Hof des Untersuchungsgefängnisses Hamburg hingerichtet.

Leben Ausbildung France Bloch war die Tochter des Schriftstellers Jean-Richard Bloch und von Marguerite Herzog.afmeg.info: (französisch) Sie wuchs in der Nähe von Poitiers auf und machte in Poitiers das Abitur.Jean-Michel Gouin: France Bloch-Sérazin bientôt honorée par la ville. En: La Nouvelle République du 30 janvier 2013 (Inhalt übersetzt ins Deutsche: Poitiers ehrt France Bloch-Sérazin) Sie war Studentin der Physik und Chemie an der Pariser Universität. Ab 1934 arbeitete sie im Labor des Professors Georges Urbain. Wie ihr Vater unterstützte sie die Spanische Republik und trat 1938 in die Parti communiste français (P.C.F.) ein.

Französische Widerstandskämpferin Nach der Niederlage Frankreichs im Juni 1940 unterstützte sie den militanten Widerstand. In einem Labor in Paris baute sie Bomben für Gruppen der Francs-Tireurs et Partisans. Im Mai 1942 wurde sie von der französischen Polizei verhaftet und am 30. September 1942 vom Feldkriegsgericht des Kommandanten von Groß-Paris zum Tode verurteilt. Am 10. Dezember 1942 transportierte man sie in das Frauengefängnis Lübeck-Lauerhof, weil laut französischer Verfassung keine Frauen in Frankreich hingerichtet werden durften. Am 12. Februar 1943 wurde sie im Untersuchungsgefängnis Hamburg mit dem Fallbeil hingerichtet.memoresist.org: (französisch)

Ehrenfriedhof mini|Erinnerungsstein France Bloch-Sérazin im Garten der Frauen, Friedhof Ohlsdorf, Hamburg

Sie wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg beigesetzt. Im Jahr 1950 wurden ihre sterblichen Überreste auf den Ehrenfriedhof des ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof überführt.Quelle: Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme vom 25. Januar 2013 bis 15. Februar 2013 in der Diele des Hamburger Rathauses Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz – Die Wehrmachtsgerichtsbarkeit in Hamburg. Hier wird auch France Bloch-Sérazin mit einer Darstellung gewürdigt. Im Garten der Frauen im Friedhof Ohlsdorf in Hamburg wird durch einen Gedenkstein an sie erinnert.Garten der Frauen. Gedenkfeier für France Bloch-Sérazin. In: Hamburger Wochenblatt 26. Juni 2021, S. 1. Autorenkürzel (wh).

Familienschicksal Im Jahr 1939 heiratete sie den Hütteningenieur Frédo Sérazin, im Januar 1940 kam ihr Sohn Roland zur Welt. Ihr Mann Frédéric Sérazin, genannt Frédo, wurde bereits im Februar 1940 als Mitglied der seit 1939 verbotenen P.C.F festgenommen, interniert und 1944 ermordet. Durch die Ermordung beider Elternteile wuchs Roland Sérazin als Vollwaise auf.

Gedenken und Ehrungen mini|Mahnmal Hier + Jetzt zum Gedenken an die in Hamburg ausgesprochenen und die in Hamburg vollstreckten Todesurteile mini|Gedenktafel an der Rückseite der Untersuchungshaftanstalt Hamburg mini|Gedenktafel, Hamburg, Wallanlagen: für die in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg, Holstenglacis hingerichteten Personen des europäischen Widerstandes

Eine Schule in Poitiers (collège de la ville) ist nach ihr benannt.Jean-Michel Gouin: France Bloch-Sérazin bientôt honorée par la ville. En: La Nouvelle République du 30 janvier 2013

Auf dem Gelände der JVA Lübeck wurde im Jahr 2014 eine Gedenktafel für die beiden französischen Widerstandskämpferinnen France Bloch-Sérazin und Suzanne Masson eingeweiht. France Bloch-Sérazin wurde hier von Dezember 1942 bis Februar 1943 inhaftiert, bis sie in der Justizvollzugsanstalt Hamburg durch Fallbeil hingerichtet wurde.Gedenken an hingerichtete Inhaftierte. In: Lübecker Nachrichten vom 12. November 2014, S. 13. Autorenkürzel km.

In den Hamburger Wallanlagen erinnert heute eine Gedenktafel an der rückwärtigen Mauer des Untersuchungsgefängnisses Holstenglacis an France Bloch-Sérazin und an Suzanne Masson, ebenfalls eine Frau aus der Résistance, die in Hamburg hingerichtet wurde. Die Inschrift lautet: France Bloch-Sérazin * 21. Februar 1913 † 12. Februar 1943 Suzanne Masson * 10. Juli 1901 † 1. November 1943

Das Mahnmal Hier + Jetzt mit der Zahl 1933 auf einem grauen Betonquader vor einem Farbbild von Hamburg und umrahmt von Blumentöpfen auf Eisenstelen befindet sich in der Grünanlage vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht. Mit ihm wird der Opfer der Todesurteile in der Zeit des Nationalsozialismus durch die Justiz in Hamburg sowie der Hinrichtung weiterer Abgeurteilter im Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis gedacht.

Im Plattenhaus Poppenbüttel wird in einer Dauerausstellung auch durch ein Bild an France Bloch-Sérazin erinnert.

In der Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme vom 25. Januar 2013 bis 15. Februar 2013 in der Diele des Hamburger Rathauses Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz – Die Wehrmachtsgerichtsbarkeit in Hamburg wurde auch France Bloch-Sérazin mit einer Darstellung gewürdigt.

An dem Gebäude des Labors in Paris, Place du Danube im 19. Arrondissement, in dem France Bloch-Sérazin Sprengstoff herstellte, wurde am 4. Dezember 2008 eine Gedenktafel angebracht.

Postum wurde sie geehrt und ausgezeichnet mit la légion d’honneur, la médaille de la résistance und la croix de guerre.

Filme France Bloch-Sérazin. Auf den Spuren einer mutigen Frau. Drehbuch Hans und Gerda Zorn, Filmregie Loretta Walz. 80 Minuten, Deutschland 1993. (fr) France Bloch et Fredo Serazin, Film von Marie Cristiani, MCD prod/FR3 Corse, 2005.(fr) Jean-Michel Gouin: France Bloch-Sérazin bientôt honorée par la ville. En: La Nouvelle République du 30 janvier 2013

Siehe auch Widerstand gegen den Nationalsozialismus Frauen in der Résistance Hamburger Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus

Literatur Hans Zorn (Hrsg.): France Bloch-Sérazin. Lebensstationen einer französischen Widerstandskämpferin, Konkret Literatur Verlag, Hamburg 1986, ISBN 3-922144-60-8.

Weblinks

Die französische Widerstandskämpferin France Bloch-Sérazin, abgerufen am 22. Februar 2010. Gedenkplakette in Paris unterhalb ihres Laboratoriums und Film von Loretta Walz Gedenktafeln in den Wallanlagen, abgerufen am 21. Februar 2010. (fr) Letzter Brief von France Bloch-Sérazin aus dem Gefängnis in Hamburg, wo sie guillotiniert wurde. Der Brief wurde durch die Gefängniswärterin aufbewahrt und übermittelt.

Einzelnachweise

Kategorie:Résistancekämpfer Kategorie:Person des jüdischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Lübeck im 20. Jahrhundert Kategorie:Hamburger Geschichte (20. Jahrhundert) Kategorie:Geehrte des Projekts Garten der Frauen Kategorie:PCF-Mitglied Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1913 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Frau