Als außerbetriebliche Ausbildung gelten in Deutschland Ausbildungsverhältnisse, die vollständig oder nahezu vollständig durch staatliche Programme (z. B. Richtlinie zur Förderung benachteiligter Jugendlicher im Rahmen des Hamburger Ausbildungsprogramms vom 3. Januar 2011) oder auf gesetzlicher Grundlage mit öffentlichen Mitteln beziehungsweise Mitteln der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden.

miniatur|Förderung der Berufsausbildung von benachteiligten Jugendlichen (Benachteiligungsprogramm) bei der Firma Hoechst. 1.–3. September 1982

Der Unterschied zwischen betrieblicher und außerbetrieblicher Ausbildung liegt in der Finanzierungsform, nicht im Lernort. Die außerbetriebliche Ausbildung ist eine Maßnahme zur Verbesserung der Ausbildungssituation. Sie entstand Anfang der 1980er Jahre als Teil der Benachteiligtenförderung.

Verschiedene Berufe konnten beziehungsweise können im Rahmen einer außerbetrieblichen Ausbildung erlernt werden; z. B. der eines Bürokaufmanns, Kaufmanns für Bürokommunikation oder Dialogmarketing, einer Servicefachkraft für Dialogmarketing, eines Einzelhandelskaufmanns oder Gärtners beziehungsweise Gartenbaufachwerkers im Garten- und Landschaftsbau.

Zielgruppe Die außerbetriebliche Ausbildung richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, welche nach dem Ende ihrer Schulzeit oder nach dem Abbruch einer bereits begonnenen Ausbildung keinen betrieblichen Ausbildungsplatz finden. Gemäß Arbeitsagentur gibt es für die außerbetriebliche Ausbildung kein Höchsteintrittsalter.Außerbetriebliche Berufsausbildung (BaE), abgerufen am 14. Januar 2020

Formen außerbetrieblicher Ausbildung Das Kooperative Modell sieht vor, dass die Auszubildenden ihre Ausbildung in sogenannten Kooperationsbetrieben absolvieren. Mithilfe dieser gewährleisten Bildungsträger die Ausbildung; der Begriff Bildungsträger wird häufig synonym zum Begriff Weiterbildungseinrichtung verwendet.

Die Bildungsträger unterstützen die Auszubildenden und die Kooperationsbetriebe je nach Bedarf bis zum Ausbildungsende (z. B. mit Stützunterricht), um eine erfolgreiche Ausbildung und den Übergang in Erwerbstätigkeit sicherzustellen. Integratives Modell Beim Integrativen Modell erfolgt die Ausbildung beim Träger der Maßnahme. Alle Ausbildungsinhalte werden von diesem vermittelt. Kooperationsbetriebe bringen fachspezifische Abschnitte der Ausbildung nahe. Der Bildungsträger muss beim Integrativen Modell über einen fachlich geeigneten Ausbilder verfügen.

Anzahl außerbetrieblicher Ausbildungsplätze Gemäß Berufsbildungsbericht 2015 wurden im Jahr 2014 insgesamt 522.232 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Die Anzahl der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge lag 2014 bei 20.141, d. h. 3,9 %., abgerufen am 14. Januar 2020.

Siehe auch Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung Arbeitsmarktpolitik Ausbildender Ausbildungsbegleitende Hilfen Ausbildungsbetrieb Berufsausbildung Berufsausbildungsbeihilfe Berufsbildungsgesetz (Deutschland) Betriebliche Ausbildungsbeteiligung Bildungsbenachteiligung Bundesinstitut für Berufsbildung Duale Ausbildung Erwachsenen- und Weiterbildung Jugendpolitik Jugendsozialarbeit Nationaler Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs

Weblinks Ausbildungsreport Hamburg 2009, abgerufen am 14. Januar 2020. (PDF; 752 kB) Berufsausbildung bei einem Bildungsträger, abgerufen am 14. Januar 2020. Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) nach dem SGB III, abgerufen am 14. Januar 2020.

Einzelnachweise

Kategorie:Berufsbildung in Deutschland