mini|Logo TELETEST

Der Teletest (eigene Schreibweise: TELETEST) ist die Studie zur Messung der Reichweiten von Fernsehen in Österreich. Seit 1. September 2024 wird sie als TELETEST 2.0 geführt. Auftraggeber ist die Arbeitsgemeinschaft Teletest (AGTT), ein 2005 gegründeter Verein, dem der Österreichische Rundfunk (ORF), ProSiebenSat.1 PULS4 (Vermarkter der ProSiebenSat.1-Gruppe), RTL AdAlliance Austria (Vermarkter der RTL Gruppe und einiger anderer Sender), ATV und ServusTV angehören. Mit der Durchführung ist die GfK Austria mit einem TV-Panel und die TVI (TV-Insight) mit der HbbTV-Messung beauftragt. mini|AGTT Datenveröffentlichung

Mit September 2024 startete das Projekt TELETEST 2.0. Dabei werden die Daten aus dem TELETEST-Panel der GfK bei TV-Insight (TVI) mit den Return Path Data von über 1,1 Millionen mit dem Internet verbundener HbbTVs in Österreich zusammengeführt, wodurch Schwankungen in kleineren Zielgruppen und damit sogenannte „Nuller-Reichweiten“ deutlich reduziert werden können.

GfK TV-Panel Das TELETEST-Panel der GfK, die einstweilen Teil von NielsenIQ (NIQ), einer Abspaltung der The Nielsen Company, ist, wurde in den letzten Jahren auf rund 1.500 Haushalte verringert. Zuvor waren es etwa 1.670 Haushalte. Waren beim früheren Panel rund 1.400 Personen zwischen 14 und 49 Jahre alt, hat man durch das neue synthetische Panel durch Einbeziehung der Messung von Hybrid Broadcast Broadband TV eine Basis von etwa 43.000 Menschen in diesem Alter. Auch bei einer ganz kleinen Zielgruppe wie den 12- bis 19-Jährigen sind die Fallzahlen stark angewachsen: Aus 270 Personen des Panels sind jetzt rund 8.000 geworden. Damit ist die jetzige Datenbasis effektiv viel größer, als das Panel je war.

Die elektronische Messung von Reichweiten und Beurteilungen empfangbarer Fernsehsender wurde in Österreich 1991 vom ORF eingeführt. Die „Projektgemeinschaft Fessel-GfK und ifes“ baute unter Leitung der ORF-Medienforschung ein TV-Panel mit 600 Haushalten auf, in denen das in der Schweiz entwickelte Messgerät Telecontrol VI zum Einsatz kam. Man startete mit 1.600 Erwachsenen (Personen über 12 Jahren) und 250 Kindern (3 bis 11 Jahre). Mit der Messung wurde es möglich, auch Marktanteile auszuweisen. Durch das größere Programmangebot des aufkommenden Privat-Fernsehens stieg das Interesse an vertiefenden Auswertungen, weshalb ab 1995 die Panelgröße auf 1200 Haushalte verdoppelt wurde. Als Messgerät kam nun das modernere, mit einem eigenen Tuner ausgestattete Messgerät Telecontrol XL, zum Einsatz. Seit Anfang 2007 ist die AGTT der Auftraggeber des TELETEST.

Die systematische Fernsehforschung begann 1968/69 mit dem Münchner Institut Infratest. Alle Personen im Haushalt über 14 Jahren wurden befragt, wann man „gestern“ und „vorgestern“ ferngesehen hat.Ausgewählte Sendungsdaten wurden in ORF Almanachen (Jahresberichte des Österreichischen Rundfunks) publiziert. Im Mai 1968 wurden die ersten INFRATEST-Ergebnisse einer täglichen Befragung in Wellen für den Jahresanfang veröffentlicht.Jo Adlbrecht: Medienforschung in den Anfängen von 1953 bis 1991. In: Andreas Novak, Oliver Rathkolb (Hrsg.): Die Macht der Bilder. Kral Verlag, Berndorf 2017, ISBN 978-3-99024-710-5, S. 532–534. 1974 wurde von der Haushaltsstichprobe auf Personensample umgestellt und es wurde jeweils das Programm einer ganzen Woche erhoben. Interviews in 18 Wellen zu je 10 Tagen jahresgleich verteilt. Weiters gab es Sonderstudien zu diversen Sendungen. Beim Infratest 1975/76 wird erstmals die Gesamtnutzung TV (Tagesreichweite: „gestern -ferngesehen“) erhoben und das Umschaltverhalten erfragt. Von 1981 bis 1990 wurde das TV-Verhalten in regelmäßigen Wellen mittels Tagebuch-Methode im KIT (Kontinuierlicher Infratest) erhoben.Überblick Fernsehforschung in den 1980er u. a. bei Brigitte Wolf: Der bestellte Spiegel. Zu medieneigener Forschung in einem öffentlich-rechtlichen Rundfunkunternehmen und ihre Bedeutung für die Demokratie. Phil. Diss. Wien 1987.

Anfang der 2010er Jahre wurde Panel, elektronische Messung und Auswertungssoftware (Evogenius Reporting und Evogenius Advertising der GfK) weiter ausgebaut. Ab 2010 wird im TELETEST auch die zeitversetzte Fernsehnutzung der auf die Ausstrahlung folgenden Woche über HDD in die Quoten-Auswertung einbezogen. Voraussetzung dafür war die Einführung des Messgeräts TC-ScoreGfK: (PDF; 23 kB), 3. Juli 2009, aufgerufen am 23. Februar 2026., bei dem die Funktionalität eines TV-Geräts vom Messgerät übernommen wurde (Substitution). Am Tag nach der Ausstrahlung enthalten die zur Verfügung stehenden Reichweiten sowohl die lineare Fernsehnutzung als auch die geringfügig zeitversetzte Nutzung (VOSDAL = video on same day as live). Die endgültigen Quoten beinhalten die Daten der linearen TV-Nutzung (in „Echt-Zeit“) plus VOSDAL plus die Nutzung von Aufzeichnungen von weiteren sechs Tagen. Diese Festlegung erfolgte auf Basis der internationalen Erfahrungen, wo sich zeigte, dass fast die gesamte zeitversetzte TV-Nutzung, die privat aufgezeichnet wurde, innerhalb der ersten Woche nach Ausstrahlung stattfindet.

Die Stichprobe ist disproportional nach Bundesländern angelegt, um die Ergebnisse auch für kleinere Bundesländer zuverlässig auswertbar zu machen. Die Panelrotation beträgt im Schnitt rund 15 % bis 20 % pro Jahr d. h. jedes Jahr wird ein Sechstel bis ein Fünftel der Testhaushalte ausgetauscht. Die GfK Austria, die von der AGTT mit der Durchführung des TELETEST beauftragt ist, rekrutiert die Testhaushalte. Diese sind ausschließlich der GfK selber bekannt. Die AGTT als Auftraggeber bezieht nur anonymisierte, hochgerechnete und zusammengefasste Ergebnisse, wie sie z. B. im Internet, im Teletext oder in den Zeitungen publiziert werden. Es ist nicht möglich, sich aktiv für das TELETEST-Panel zu bewerben, da eine statistisch einwandfreie, repräsentative Zufallsauswahl von Panelhaushalten damit nicht gewährleistet wäre. Die Teilnehmer erhalten Aufwands- und Stromkostenentschädigungen abhängig von der Anzahl der Geräte und Personen im Haushalt.

Establishment-Survey & Sinus Milieus Informationen über die fernsehtechnische Ausstattung der Haushalte stammen aus der Establishment-Survey der AGTT, einer Studie, die seit vielen Jahren von IFES durchgeführt wird. Beim TELETEST-Monitoring besuchen die Interviewer einen Haushalt persönlich (Pantry Check). Die Daten dienen der Steuerung und Kontrolle des TV-Panels. Seit vielen Jahren sind im TELETEST Auswertungen nach Sinus Milieus Zielgruppen-Darstellung möglich. Die Daten werden in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Institut Sinus Sociovision, das mehrheitlich im Besitz des österreichischen Integral-Instituts ist, gewonnen. Neben der üblichen Einteilung in Altersstufen kann auch nach Einstellungen und Werthaltungen gruppiert werden.

Messgerät im GfK Panel mini|GfK Messgerät im TELETEST mit einem angemeldeten Seher A

Die einzige Methode, mit der TV-Sender auf Smart-TV-Geräten unterschiedlichster Bauart gemessen werden können, ist Audiomatching. Diese Schlüsseltechnologie der modernen Medienforschung funktioniert im Prinzip wie Shazam. Ein Audiomatching-Messgerät wird über einen Audio-Ausgang am TV-Gerät angeschlossen, erzeugt über diesen einen akustischen Fingerabdruck (ein Muster der Differenzen von Höhen und Tiefen) und sendet diesen an die GfK. Dort wird ein TV-Sender / ein Programm anhand seines Fingerabdrucks in den von GfK aufgezeichneten Mustern von Sendern / Programmen gesucht und gegebenenfalls identifiziert. Acoustic Fingerprinting bzw. Audio Watermarking ist in vielen nationalen TV-Messsystemen z. B. auch in Deutschland, UK, Frankreich oder den USA im Einsatz.

Ein aktuell verwendetes Messgerät im GfK Panel ist der TV Logger 2.0. Es besteht aus einer Bildschirmeinheit (Diagonale 18 cm), die über einen Audiokonverter an einem digitalen Tonausgang (optischer oder koaxialer Anschluss) des Fernsehgerätes bzw. Receivers angeschlossen wird. Die Steuerung erfolgt über eine eigene Fernbedienung, die Datenübertragung mittels Mobilfunk. Jeder Person im Haushalt ist ein Buchstabe (A, B, C …) zugeordnet. Nimmt eine Person vor dem Fernsehgerät Platz, muss sie sich mit ihrem Buchstaben am Messgerät registrieren (Druck des Buchstabens auf der Fernbedienung). Auf die gleiche Weise muss sich beim Verlassen auch wieder abgemeldet werden. Am Bildschirm des Gerätes sind die Buchstaben der aktiven Seher ersichtlich. Der aktuell gesehene Sender wird anhand der digitalen Senderkennung im Tonsignal erkannt. Gegen Ende der Sendung hat jeder Einzelne die Möglichkeit, eine Bewertung mit Noten von 1 bis 6 zu vergeben. Gäste können mittels eigener Gastanmeldung ebenfalls erfasst werden. Jedes Fernsehgerät im Haushalt erhält ein separates eigens programmiertes Messgerät, das per Post zugesandt wird und selbst installiert werden kann. Dem Testhaushalt steht eine Hotline zur Verfügung, bei der technische Probleme aber auch längere Abwesenheiten gemeldet werden. In der Nacht werden die Messergebnisse und Bewertungen übertragen.

Frühere Messgeräte im TELETEST In den 2010er Jahren wurde das Messgerät TC Score (Telecontrol Score) verwendet. Es wurde von der GfK Fernsehforschung im Auftrag der deutschen Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) für den digitalisierten TV‑Markt entwickelt. Es bestand aus drei Komponenten: einem Zentralgerät, einem Display und einer eigenen Fernbedienung. An das Zentralgerät konnten mehrere Messmodule angeschlossen werde. Dadurch war es möglich, die TV‑Empfangs- oder Aufzeichnungsgeräte des Haushalts funktional zu ersetzen. Dadurch war es möglich, die TV‑Empfangs- oder Aufzeichnungsgeräte des Haushalts funktional zu ersetzen. TC Score registriert sekundengenau jedes Ein‑ und Ausschalten des TV-Geräts, jeden Programmwechsel und andere Nutzungen wie Videotext, TOP‑Text, Spielekonsolen und elektronische Programmführer (EPG). Auch die Videokassetten-Nutzung konnte nach Kanal und Aufnahmezeitpunkt zugeordnet werden. Neben den klassischen Empfangswegen (Kabel, Terrestrik und Satellit) konnten auch analoge Videorecorder und zeitversetzte Fernsehnutzung über digitale Festplatten- und DVD-Recorder gemessen werden. Eine um diese Zeit eingesetzte Zusatztechnologie war Screen Interface Processing (SIP), mit der Status- und Programminformationen von Digitalboxen mittels OCR (über die Scartbuchse) gemessen wurden.

Seit 1995 war das GfK-Messgerät TC XL im Einsatz in Deutschland und später auch in Österreich im Einsatz. Es wurde von der Schweizer Firma Telecontrol (ab Mitte/Ende der 1990er eine Tochter der GfK) produziert. Es erfüllte die Anforderung für die Messung der analogen Nutzung tadellos, war für die digitale Welt aber nicht mehr ausreichend. Mit 1. März 1991 wurde das Tagebuchverfahren in Österreich durch ein Teletest-Meter oder „GfK-Meter“ in 600 Haushalten ersetzt. So wurde das Schweizer Messgerät „Telecontrol VI“ bezeichnet, ein Gerät, bei dem es schon damals möglich war, anhand einer sechsstufigen Skala Beurteilungsnoten zu vergeben. Die Fernsteuerung des Geräts war für bis zu acht Haushaltsmitglieder und bis zu acht Gästen im Haushalt ausgelegt. Eine Urlaubstaste am Gerät war bei längerer Abwesenheit zu betätigen. Für die Messung der Videorecordernutzung gab es ein Videomodul. Das elektronische Fernsehmesssystem Telecontrol wurde in der Schweiz seit 1985 im Umfeld des SRG-Forschungsdienstes unter Leitung von Matthias Steinmann entwickelt. In der Phase der stärksten Verbreitung war sie in Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal und Österreich eingesetzt.

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