Der Mondsee ist ein See in Oberösterreich und liegt auf Am Nordwestufer befindet sich das Ortszentrum der Gemeinde Mondsee. Das Südostufer gehört zur Gemeinde St. Gilgen im Bundesland Salzburg. Der Ablauf des Mondsees ist die Seeache, die nach 3 km in den Attersee und über Ager und Traun in die Donau entwässert. Der nährstoffarme See bietet mit seinen vielgestaltigen Ufern Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten und ist seit 2006 als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen. Mit über 13 km² Wasserfläche ist er der viertgrößte zur Gänze in Österreich liegende See. Der Mondsee ist ein bedeutendes Tourismusziel in Oberösterreich und ein beliebter Badesee sowie ein Segelrevier. Im Mondsee wurden im Jahr 1872 Überreste jungsteinzeitlicher Pfahlbausiedlungen und zahlreiche Alltagsgegenstände gefunden. Der Fundort ist namensgebend für die Mondseekultur und seit 2011 Teil der UNESCO-Welterbestätte Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen. Der Mondsee ist in Privateigentum.

Geographie Der Mondsee liegt im oberösterreichischen Salzkammergut im Bezirk Vöcklabruck. Größere Orte am Ufer sind Mondsee im Norden und St. Lorenz im Westen. Fast die gesamte Seefläche gehört zu einem einzigen Grundstück innerhalb der Gemeinde Mondsee. Die Orte Tiefgraben, Innerschwand am Mondsee, Unterach am Attersee und St. Gilgen, die mit ihrer Gemeindefläche an das Ufer grenzen, haben keinen Anteil an der Seefläche. Da die Gemeindegrenze nicht exakt am Ufer verläuft, gibt es viele Uferparzellen innerhalb der Gemeinde Mondsee. Der Großteil dieser Grundstücke wird nur als Seezugang genutzt, die dazugehörigen Siedlungen liegen bereits in den Nachbargemeinden. Nur vereinzelt sind diese Parzellen mit Wohnhäusern bebaut, die Mondseer Adressen haben. Nahe dem östlichen Südufer, das als Grenzlinie zum Land Salzburg gehört, steht wenige Meter vom Ufer entfernt der Kreuzstein.

Der von Nordwest nach Südost langgestreckte See hat eine Länge von 9,6 km und eine maximale Breite von 3 km. Die Oberfläche beträgt etwa 14,32 km², die durchschnittliche Tiefe 37 m. Die tiefste Stelle ist nach Fächerlot-Messungen von 2021 mit 66,63 m angegeben. Das Wasservolumen beträgt 532 Millionen Kubikmeter.

Am Westufer befindet sich der Drachensee, der mit dem Mondsee verbunden ist. Der Baggersee ist im Zuge des Autobahnbaus entstanden und heute in ein Golfplatzgelände integriert.

Ufer Die Uferlänge des Mondsees beträgt 25,7 km. Die Ufer sind teilweise stark verbaut, und der größte Teil der Uferstrecken ist im Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich. Einige Ortschaften am Mondsee haben ihren Siedlungskern am Ufer oder in Ufernähe. Zwischen den Siedlungszentren verstreut liegen einzelne Bauernhöfe, kleine Weiler und Siedlungen mit Wohn- und Wochenendhäusern. Die Uferbereiche wurden in den 1970er und 1980er Jahren massiv verbaut. Geschäfte, Restaurants, Wohnhäuser und Zweitwohnsitze reihen sich aneinander. Das Verbauen der Uferkante mit Steganlagen, Bootshäusern, Bootsrutschen, Treppen, Mauern, Blocksätzen oder Steinschüttungen war die Folge. In jenen Uferbereichen, die für eine Bebauung zu steil sind, verlaufen meist Straßen mit Uferbefestigungen, die das natürliche Ufer ersetzt haben. Etwa 82 % des Mondseeufers sind deutlich beeinträchtigt. Besonders davon betroffen ist das Nordwestufer. Im Vergleich zum nahen Attersee gibt es aber noch längere naturnahe Abschnitte wie etwa bei Pichl am See.

Morphologie Die Landschaft des Mondseegebiets ist vielfältig: Im Norden umsäumen die sanften Hügel der Mondseer Flyschberge den See. Zu den höchsten Erhebungen zählen die Kulmspitze () und der Bergrücken des Hochplett (). Im Süden ist das Ufer steiler und wird von den Kalkfelsen der Kienbergwand () und Almkogel () begrenzt. Zwischen diesen Bergen befindet sich der kleine, flache Uferabschnitt von Scharfling. Westlich des Almkogels setzt sich das Gebirge mit der Drachenwand () fort. Die rund 700 Meter hohe, fast senkrechte Felswand dominiert die Landschaft am Südufer. Der Drachenwand ist im Norden das weite, flache Delta der Fuschler Ache vorgelagert.

Verkehr mini|Landungsplatz/Endstelle der Straßenbahn Unterach–See am Mondsee mit norwegischem Stationspavillon (vor 1909) Die West Autobahn führt am Hang des Nordufers entlang, das Gebiet ist über die Anschlussstelle Mondsee erreichbar. Dass die Autobahn nicht wie die B 1 oder die Westbahn die topographisch besser geeignete Strecke über Straßwalchen und Vöcklabruck nimmt, geht auf die ursprüngliche Planung als Reichsautobahn zurück. Diese wurde trotz geologischer Probleme aus touristischen Gründen bewusst nahe an die Salzkammergutseen herangeführt.Bernd Kreuzer: Schnelle Straßen braucht das Land. Planung und Umsetzung der Autobahnen in Österreich seit den Zwanziger Jahren, gezeigt am Beispiel Oberösterreich. Dissertation, Universität Wien 2007, S. 97–99

Entlang des Nordostufers führt die Attersee Straße, entlang des Südwestufers verläuft die Mondsee Straße.

Von 1893 bis 1957 führte am Südwestufer von St. Lorenz bis Scharfling die Salzkammergut-Lokalbahn vorbei, mit einer Zweigstrecke ab St. Lorenz war der Ort Mondsee angebunden. Die elektrische Lokalbahn Unterach–See verband von 1907 bis 1949 die Schiffsanlegestellen Attersee und Mondsee.

Hydrologie mini|Blick nach Osten zum Abfluss des Mondsees. Die Seeache mündet nach 3 km in den Attersee Das hydrologische Einzugsgebiet des Mondsees hat eine Gesamtfläche von 247,2 km². Der Mondsee bildet das mittlere Glied einer Kette von Seen, die im Südwesten mit dem Fuschlsee und im Nordwesten mit dem Irrsee beginnt. Die wichtigsten Zuflüsse sind die aus dem Fuschlsee kommende Fuschler Ache (Einzugsgebiet 117,6 km²), die aus dem Irrsee kommende Zeller Ache (38,3 km²) und die Wangauer Ache (35,3 km²). Diese drei Zuflüsse sind für mehr als 70 % der Wasserfracht in den Mondsee verantwortlich. Über die nur 3 km lange Seeache, die den Mondsee an seinem östlichen Ende verlässt, entwässert er in den rund 12 m tiefer gelegenen Attersee. Der mittlere Abfluss (MQ) beträgt 9,3 m³/s. Der Abfluss der Seeache wird durch die Seespiegelregulierung am Klauswehr künstlich geregelt und ist von der Höhe des Wasserspiegels des Mondsees abhängig.

Die Wassererneuerungszeit beträgt 1,7 Jahre. Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt 12 °C. Die minimale Wassertemperatur war bei oberflächennahen Messungen in den Jahren 2007 bis 2010 2,7 °C, die maximale 22,2 °C.

Geologie Tektonik Der Mondsee liegt im Bereich zweier großtektonischer Einheiten. Im Süden sind es die Kalkalpen, daran schließt die Flyschzone mit dem rhenodanubischen Flysch an. Die Nördlichen Kalkalpen bestehen hier aus der Staufen-Höllengebirgs-Decke (Tirolikum), der ein schmaler Streifen der Langbathzone (Bajuvarikum) vorgelagert ist. Dieser Bereich bildet das Südufer zwischen Plomberg und Oberburgau. Der überwiegende Teil des Mondseegebiets wird vom rhenodanubischen Flysch eingenommen. Hauptdolomit bildet vor allem die Steilwände der Kalkalpen im Süden. Leichter verwitternder Mergel und Sandstein bilden die Flyschberge im Norden.

Ehemalige Vergletscherung und Entstehung mini|Topografische Karte des Mondsees. Der Traungletscher schürfte das Seebecken von Süden (Scharfling) nach Norden und Osten aus Wie alle Seen im Salzkammergut ist auch der Mondsee ein Produkt der Arbeit eiszeitlicher Gletscher. Während der Eiszeiten floss der Traungletscher vom Plateau des Dachsteins und des Toten Gebirges über Seitenäste durch das Ischltal und über die Scharflinger Höhe in das Mondseegebiet. Der Gletscher schürfte hierbei das übertiefte Zungenbecken des Sees aus. Die Eisausbreitung in der Mindel-Kaltzeit war die kräftigste, und der Eisstrom aus der Furche des Mondsees überflutete alle angrenzenden Täler in der Flyschzone und bildete einen weit ausladenden Vorlandgletscher, der auch den Irrsee ausschürfte und bis Frankenmarkt reichte. Aus dem Eisstrom ragten nur die Gipfel des Schafbergs, der Drachenwand und des Hochplettspitzes als Nunataker heraus. Nach dem Abschmelzen des Gletschers der Riß-Kaltzeit bildete sich ein See, der einen um 40 m höheren Wasserspiegel als der heutige Mondsee hatte, dadurch deutlich größer war und im Westen vermutlich bis in die Gegend von Thalgau reichte. Durch den Gletschervorstoß in der Würm-Kaltzeit erhielt das Seebecken seine heutige Ausdehnung und Formung. Nach dem Abschmelzen des Eises wurden an allen größeren Zuflüssen ausgedehnte Deltaablagerungen akkumuliert. So haben die Wangauer sowie die Fuschler Ache ihre großflächigen Deltaebenen in den Mondsee vorgebaut.

Klima Die Wetterwarte der GeoSphere Austria in Mondsee stellt exakte Daten für den Mondsee zur Verfügung. Am Mondsee herrscht ein regenreiches, wintermildes Seeklima. Durch die Lage am Nordrand der Alpen kommt es häufig zu Niederschlägen. Die höchsten Niederschlagswerte treten in den Sommermonaten von Juni bis August auf. Zu dieser Jahreszeit treten sehr häufig Gewitter auf, mit denen starke Regenfälle einhergehen können. Einen Sonderfall bildet das Seeuferklima wegen des unterschiedlichen Wärmetransports des Wassers und den lokalen Land–Seewindsystemen. Mit zunehmender Seehöhe und Entfernung zu den Seen ist eine eindeutige Temperaturabnahme erkennbar. Die Jahresmitteltemperatur liegt im Seebereich zwischen 7 und 9 °C. Zum Vergleich dazu liegen jene der Flyschhügel nur mehr zwischen 5 und 7 °C. Der Mondsee wirkt in den kalten Jahreszeiten als Wärmespeicher.

Limnologie Zirkulation Eine vollständige Eisbedeckung des Sees ist wegen der topografisch bedingten Exposition gegenüber West- und Nordwestwinden sehr selten, lokal können sich in windgeschützten Buchten aber Eisdecken bilden. Nur im Sommer tritt eine Stagnationsphase mit der Ausbildung einer warmen, meist bis in 6 m reichenden Oberflächenschicht (Epilimnion) ein. Die Temperatursprungschicht (Metalimnion) reicht von etwa 6 bis in 12 m, darunter liegt der tiefe, gleichmäßig temperierte Teil (Hypolimnion). Über Grund wurden 2007 und 2008 Temperaturen von 4,2 bis 5,5 °C gemessen. Die winterliche Wasserumwälzung erfolgt als Vollzirkulation. Da eine Eisdecke ausbleibt, kann der See weiter zirkulieren. Der Mondsee ist daher einmal pro Jahr volldurchmischend (monomiktisch-holomiktisch).

Trophie Der See weist eine niedrige bis mittlere Konzentration an Nährstoffen auf und ist somit oligotroph bis mesotroph. Vor dem Bau der Ringkanalisation war der Mondsee in den 1950er und 1960er Jahren stark durch Nährstoffe belastet, und es kam großflächig zur Blüte der Burgunderblutalge (Planktothrix rubescens). Heute sorgt die Kläranlage in St. Lorenz für etwa 10 % des Nährstoffeintrages in den See. Der Großteil der Nährstoffe kommt aber über die Zuflüsse in den See. Vor allem Starkregenereignisse führen zu überproportional hohen Phosphor- und Stickstoffeinträgen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen entlang der Fuschler Ache, Zeller Ache und Wangauer Ache.

Sichttiefe mini|Die milchig-türkise Färbung des Sees im Sommer ist eine Folge biogener Entkalkung. Blick vom Schafberg Bei Messungen in den Jahren 2007 bis 2010 betrug die durchschnittliche Sichttiefe 5,1 m. Die Maxima von 10,2 m wurden im Winter erreicht. Der niedrigste Wert wurde im Sommer mit 2,1 m gemessen. Die geringe Sichttiefe und die im Sommer oft zu beobachtende milchig-türkise Färbung des Sees sind eine Folge der biogenen Entkalkung. Ein großer Teil des im Epilimnion ausgefällten Calciumcarbonats entgeht dabei während des Absinkens durch das Hypolimnion einer Rücklösung und lagert sich am Seegrund in Form von Seekreide ab.

Forschung Am Ufer des Mondsees befinden sich zwei Einrichtungen, die sich mit der Erforschung der Ökologie von Binnengewässern beschäftigen. In Scharfling ist dies das Institut für Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft, das vom Bundesamt für Wasserwirtschaft betrieben wird. Das Institut für Limnologie (ILIM) in Mondsee ist eine Forschungseinrichtung der Universität Innsbruck.