Triamcinolonhexacetonid ist eine künstlich hergestellte chemische Verbindung aus der Gruppe der Steroide. Das Molekül leitet sich vom Triamcinolon ab und ist durch die Reste an drei der vier aliphatischen Hydroxygruppen im Molekül in Form eines Esters und eines Acetals ein sehr gut fettlösliches (lipophiles) Glucocorticoid, das als Arzneistoff zur Behandlung von entzündlichen Prozessen in Gelenken (zum Beispiel Arthritis) Anwendung findet.
Klinische Angaben Anwendungsgebiete Intraartikuläre InjektionenFachinformation Lederlon 20 mg, Injektionssuspension, Stand November 2021. Abgerufen am 10. Juni 2026. Persistierende Entzündung in einem oder wenigen Gelenken nach Allgemeinbehandlung von chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen Arthritis bei Chondrokalzinose Aktivierte Arthrose Posttraumatische, nicht bakteriell bedingte Arthritiden Infiltrationstherapie Nichtbakterielle Tendovaginitis (strenge Indikationsstellung) und Bursitis Periarthopathien Insertionstendopathien Enthesiopathien bei entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen Sub- und intraläsionale Injektion Isolierte Psoriasisherde Lichen ruber planus, Lichen simplex chronicus (Neurodermitis circumscripta) Alopecia areata Lupus erythematodes chronicus discoides Keloide
Spezielle Anwendungsgebiete Anwendungen bei der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) Mittel der ersten Wahl bei intraartikulärer Steroidtherapie im KindesalterJ. Neidel: Die intraartikuläre Steroidtherapie bei entzündlich-rheumatischen Krankheiten des Kindes- und Jugendalters. In: Orthopädie. 31, 2002, S. 1175–1178. Triamcinolonhexacetonid (TH) ist wirksamer als Triamcinolonacetonid (TA), selbst wenn TA in höheren Dosen verabreicht wirdF. Zulian, G. Martini, D. Gobber, M. Plebani, F. Zacchello, P. Manners: Triamcinolone acetonide and hexacetonide intra-articular treatment of symmetrical joints in juvenile idiopathic arthritis: a double blind trial. In: Rheumatology. 43, 2004, S. 1288–1291.
Anwendungen in der Radiosynoviorthese (RSO) bei der „Polyethylenkrankheit“ nach Knie-TEP (Total-Endo-Prothese)G. Mödder, R. Mödder-Reese: Radiosynoviorthese nach Knieendoprothesen: EffektiveTherapie bei „Polyethylene disease“. In: Der Nuklearmediziner. 24, Nr. 2, 2001, S. 97–103. bei persistierender Synovitis im FußgelenkF. M. van der Zant, Z. N. Jahangier, J. D. Moolenburgh, W. van der Zee, R. O. Boer, J. W. Jacobs: Radiation synovectomy of the ankle with 75 MBq colloidal 186rhenium-sulfide: effect, leakage, and radiation consideration. In: J Rheumatol. 31(5), 2004, S. 896–901. bei rheumatoider Arthritis in mittelgroßen und kleinen GelenkenD. Göbel, S. Gratz, T. von Rothkirch, W. Becker: Chronic polyarthritis and radiosynoviorthesis: a prospective, controlled study of injection therapy with erbium 169 and rhenium 186. In: Z Rheumatol. 56(4), 1997, S. 207–213. bei Synovialishypertrophie in DIP-GelenkenG. Mödder: Radiosynoviorthese bei aktivierter Fingerpolyarthrose. In: Der Nuklearmediziner.29, 2006, S. 21–27.
Dosierung Die Dosierung bei der intraartikulären Therapie richtet sich nach der Größe des Gelenks und der Schwere des Befundes.
Gegenanzeigen Bei Überempfindlichkeit gegen Triamcinolonhexacetonid darf dieses Medikament nicht angewandt werden.
Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit Die Anwendung von Triamcinolon in den ersten fünf Monaten der Schwangerschaft sollte unterbleiben. Bei Langzeitanwendung sind intrauterine Wachstumsstörungen nicht auszuschließen. Bei einer Behandlung zum Ende der Schwangerschaft besteht für den Fetus die Gefahr einer Atrophie der Nebennierenrinde. Glucocorticoide gehen in die Muttermilch über. Ist eine Behandlung mit höheren Dosen oder eine Langzeitbehandlung erforderlich, sollte abgestillt werden.
Unerwünschte Wirkungen Triamcinolonhexacetonid hat eine geringe systemische Glucocorticoid-Wirkung und eine sehr geringe mineralocorticoide Wirkung. Die häufigsten Nebenwirkungen sind lokale Reizungen am Injektionsort.
Pharmakologische Eigenschaften Wirkungsmechanismus mini|hochkant=1.2|Der pharmakologisch wirksame Metabolit Triamcinolonacetonid Triamcinolonhexacetonid ist ein Prodrug. Es wird aus dem kristallinen Depot freigesetzt und anschließend von Gewebsenzymen (Esterasen) in das Triamcinolonacetonid mit höherer Rezeptoraffinität umgewandelt. Das Corticoid bindet an den entsprechenden cytosolischen Glucocorticoidrezeptor und bewirkt seine Konformationsänderung. Der aktivierte Rezeptor kann jetzt die Genexpression beeinflussen, indem die Synthese proinflammatorischer Mediatoren verringert und die Bildung antiinflammatorischer Proteine erhöht wird. Der entzündliche Prozess in den Gelenken wird somit zurückgedrängt und die Schmerzen werden verringert.
Handelsnamen Triamcinolonhexacetonid wird als Monopräparat in Deutschland unter dem Handelsnamen Lederlon zur intra-artikulären sowie sub- und intraläsionalen Injektion vermarktet.Gelbe Liste:
Einzelnachweise
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