mini|Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 im Automuseum Dr. Carl Benz Der Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 war das erste Fahrzeug von Carl Benz, das zum Verkauf angeboten wurde. Er war eine Weiterentwicklung des ersten Modells.
Unterschiede zum Patent-Motorwagen Nummer 1 Verbesserungen aus den Erprobungen flossen ständig in die Serie ein, sodass nahezu kein Exemplar dieses Typs einem anderen genau entspricht.
So wurde der Einzylindermotor mehrfach vergrößert, von 954 cm³ (0,9 PS) bei Nummer 1 über 1045 cm³ (1,5 PS), 1660 cm³ (2,5 PS) bis auf 1990 cm³ (3 PS). Ab 1888 wurde das bisher liegende Schwungrad stehend eingebaut. Zur gleichen Zeit wurde der Einlassschieber durch ein automatisches Einlassventil (Schnüffelventil) ersetzt.
Das Getriebe hatte jetzt zwei Vorwärtsgänge und das Vorderrad war gefedert. Der Radstand wuchs um 125 mm und anstatt der Drahtspeichenräder wurden Holzspeichenräder verwendet. Das Gewicht stieg auf 360 kg, die Höchstgeschwindigkeit auf 20 km/h.
Der Zweisitzer hatte ein Halbverdeck, war auf Wunsch mit einer Notsitzbank lieferbar und kostete 3000 Goldmark.
Die Ausfahrt von Bertha Benz Berühmt wurde die erste Überlandfahrt eines Patent-Motorwagen Nummer 3 mit zusätzlicher vorderer Sitzbank. Ohne das Wissen ihres Ehemannes bestieg Bertha Benz Anfang August 1888 zusammen mit ihren Söhnen Eugen und Richard das Automobil und fuhr die 106 km lange Strecke von Mannheim über die Zwischenstationen Wiesloch (wo sie in der Stadtapotheke Ligroin tanken musste), und Mingolsheim nach Pforzheim. Die Rückfahrt erfolgte drei Tage später über Bauschlott, Bretten, Bruchsal und Schwetzingen. Seit 2008 erinnert die Bertha Benz Memorial Route an jene Pionierfahrt.Bertha Benz Memorial Route Dieser erste Leistungstest führte nicht nur zu weiteren Verbesserungen an der Konstruktion des Wagens, so wurde zur Bewältigung der Steigungen ein zusätzlicher Berggang eingebaut, sondern auch zum erhofften wirtschaftlichen Erfolg des Modells.
Verbleib des Wagens von Bertha Benz Der Patent-Motorwagen Nummer 3, den das Science Museum in London um 1913 für nur 5 Pfund Sterling aus Privatbesitz erstand, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Wagen von Bertha Benz.Winfried Seidel, Petra Arnold: Automobilgeschichten. Die Autos aus dem Automuseum Dr. Carl Benz. Ladenburg 2013, S. 20. Auf jeden Fall ist es das älteste komplett erhaltene Automobil der Welt, da der im Münchener Deutschen Museum stehende Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 um 1900 wiederaufgebaut wurde. Von 2009 bis 2016 stand der Wagen Nummer 3 aus dem Londoner Science Museum als vorübergehende Leihgabe im Automuseum Dr. Carl BenzEntwicklung der menschlichen Mobilität. In: Meilensteine. Automuseum Dr. Carl Benz. 2018. Auf Automuseum-Dr-Carl-Benz.de, abgerufen am 15. Juli 2023. in Ladenburg, wurde jedoch inzwischen wieder nach London verbracht.
Vierrad-Umbau mini|Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 als Vierradwagen Der Maler Eugen Zardetti erhielt am 28. Februar 1893 ein Dreirad dieses Typs mit der Fabrikationsnummer 24.Harry Niemann: Benz & Cie. Zum 150. Geburtstag von Karl Benz. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01643-5, S. 65–82. Er ließ das Fahrzeug 1898 vom Kutschenhersteller Theodor Anwander zu einem Vierradwagen umbauen.Benz Patent Motorwagen Typ 3 / Victoria (abgerufen am 7. April 2018) Sein Fahrzeug blieb erhalten und gehört zur Sammlung des Technischen Museums Wien.
Technische Daten
Benz Patent-Motorwagen Nummer 3MotorEinzylinder-Viertaktmotor mit großem waagerechtem (ab 1888 senkrechtem) Schwungrad, liegend im Heck eingebautHubraum1045 cm³ 1660 cm³1990 cm³Bohrung × Hub 110 × 110 mm115 × 160 mm130 × 150 mmLeistung bei 1/min1103 W (1,5 PS)bei 5001839 W (2,5 PS)bei 5002206 W (3 PS)bei 500GemischaufbereitungBenz OberflächenvergaserVentilsteuerung1 Einlass-Gleitschieber (ab 1888 Einlassventil), 1 stehendes Auslassventilgesteuert über Exzenterstange, Nockenscheibe, Kipphebel und StößelstangeGetriebeLosscheibe und zweistufige Festscheibe,2-Gangschaltung durch Verschieben des Riemens zwischen den Scheiben mittels Handhebel,HinterradantriebRadaufhängung vorn1 Vorderrad-Steuergabel, kleine Vollelliptikfeder querRadaufhängung hintenStarrachse, VollelliptikfederLenkungZahnstangenlenkung, Lenkkurbel in WagenmitteSpurweite hinten1190 mmRadstand1575 mmLeergewicht360 kgHöchstgeschwindigkeit20 km/hPreis3.000 ℳ (Zweisitzer mit Halbverdeck)
Literatur Werner Oswald: Mercedes-Benz Personenwagen 1886–1986. 4. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-613-01133-6, S. 13–23. Winfried Seidel, Petra Arnold: Automobilgeschichten. Die Autos aus dem Automuseum Dr. Carl Benz. Automuseum Dr. Carl Benz, Ladenburg 2013, ISBN 978-3-00-041470-1, S. 18–21.
Weblinks
Angaben von Mercedes-Benz
Einzelnachweise
Kategorie:Dreirädriges Kraftfahrzeug Kategorie:Phaeton