mini|Direkter Blick auf die Landebahn des Flugplatzes Long Tieng mini|Bewaffnete North American T-28-Kampfflugzeuge auf dem Stützpunkt LS98/LS20A (1972) mini|Flugpiste von Sam Thong der USAID 1970. Offiziell war Long Tieng (LS20A) die Ausweichpiste von diesem Flugfeld (LS20). mini|US-Karte mit Ortsangabe des Stützpunktes LS98/LS20A Long Tieng mini|Die Raven setzten unbewaffnete Cessna „Bird Dog“ mit erweiterter Funkausrüstung ein. Die Zweimannbesatzung bestand aus einem US-amerikanischen Piloten der Air Force und meist einem Hmong-Späher und -Funker. Long Tieng (Laotisch: ສະໜາມບິນເມືອງລ້ອງແຈ້ງສະໜາມ = Platz, ບິນ = fliegen, ເມືອງ = Distrikt, ausgesprochen Sanam bin müang long chäng kurz ລ້ອງແຈ້ງ, Thai ล้องแจ้ง; alternative Transkription: Long Cheng) ist ein vom laotischen Militär genutzter Stützpunkt und Flugplatz in der Provinz Saysomboun, im Truong-Song-Gebirge etwa 130 km Luftlinie nördlich der Hauptstadt Vientiane. mini|Die US-Luftwaffe griff massiv in den laotischen Bürgerkrieg ein. Die Bomber starteten von außerhalb Laos. Die Koordination durch Forward Air Controller erfolgte von Long Tieng aus. Im Bild B-52 Bomber beim Abwurf.

Geschichte Entstehung Berühmt wurde Long Tieng unter der Bezeichnung LS98/LS20A als geheime Basis der CIA während des als Secret War bezeichneten US-amerikanischen Eingriffs in den laotischen Bürgerkrieg. LS stand für Landing Site, gesprochen Lima Site aber auch Lao Site. Das A (alternative) sollte ausdrücken, dass es sich um ein Ausweichflugfeld und kein regelmäßig genutztes handelt. Also war LS98 das Ausweichflugfeld für LS20.Nummern wurden in aufsteigender Reihenfolge vergeben. Umso kleiner die Nummer umso älter war das Flugfeld. Bei LS20 handelte es sich um ein Flugfeld, welches von der USAID für ein Militärkrankenhaus mit Namen San Sook (Laotisch: ແສນສຸກ ausgesprochen Sän Suk) in einem Dorf mit Namen Sam Thong unter philippinischer Kontrolle betrieben wurde. Der USAID-Koordinator war Pop Buell.Billy G. Webb The Secret War in Laos and General Vang Pao 1958–1975, ISBN 978-1-5144-8687-0 Das Militärkrankenhaus und das Flugfeld befanden sich einige Kilometer von LS98 entfernt auf einem Hügel. So konnte das Flugfeld LS98 in interne Karten z. B. der Air America eingezeichnet werden, ohne Aufsehen zu erregen. Nicht eingeweihte Piloten flogen das Flugfeld LS20 des Krankenhauses an und machten sich gar keine Gedanken über LS98. Ende der 1960er Jahre lebten etwa 40.000 Menschen in Long Tieng, womit die Basis zur zweitgrößten Stadt des Landes wurde; zur gleichen Zeit gehörte der Flugplatz mit täglich ungefähr 400 Starts- und Landungen (hauptsächlich von Flugzeugen der Air America) zu den am meisten angeflogenen Flughäfen in Südostasien. Die Stadt, die keiner kennen durfte Long Tieng war der Hauptstützpunkt der Raven Forward Air Controller der US-Luftwaffe, welche Bombenabwürfe über Nord-Ost-Laos koordinierten. Der Flugplatz und die Umgebung wurde von General Vang Pao kommandiert und diente als Hauptquartier der Hmong-Milizen.Die königlich laotische Regierung zeigte wenig Interesse die östlichen Landesteile zu kontrollieren. Sie stationierte ihre Truppen primär in den Ballungsräumen entlang des Mekong im Westen des Landes. Die Regierung unternahm wenig um die Aktivitäten der Vietnamesen auf dem Ho Chi Ming Pfad zu beenden. Sie unternahm keine Offensiven gegen die Präsenz von nordvietnamesischen Divisionen im Land.Schwerpunkt der Pathet Lao Truppen bildete die Provinz Sam Nüa (Heute Hua Phan genannt). Offiziell war diese Provinz ein Rückzugsgebiet der kommunistischen Partei, vereinbart im Genfer Abkommens vom 21. Juli 1954 und stand nicht unter der Kontrolle der laotischen Regierung. Im Gegensatz zu Long Tieng war Sam Thong keine geheime Operation. LS20 wurde von hohen Politikern, Würdenträgern und US-Abgeordneten besucht. Selbst der laotische König besuchte das Flugfeld mehrmals, um sich über die Arbeit der USAID zu informieren.

Ab 1962 errichtete die CIA die Luftbasis tief im abgelegenen tropischen Bergland; bald wurden von dort aus militärische Aktionen in ganz Laos koordiniert, pro-amerikanische Hmong-Guerillakämpfer ausgebildet und Ziele für US-Langstreckenbomber markiert. Lange Zeit war der Ort auf keiner Landkarte verzeichnet und selbst der US-Kongress wusste nichts von dessen Existenz. Im Jahr 1964 war die anfangs 1260 Meter lange Lande- und Startbahn fertig.

Die Geheimhaltung war notwendig, weil Laos offiziell ein neutrales Land im Vietnamkrieg darstellte. Am 23. Juli 1962 war in Genf das International Agreement on the Neutrality of Laos unterzeichnet worden, nachdem schon die Neutralität des Landes im Genfer Abkommens vom 21. Juli 1954 festgelegt worden war. Das Agreement zwang die Amerikaner, ihre Unterstützungs- und Trainingseinheiten für die laotische Regierung aus dem Land nach Bangkok, Thailand, zu verlegen. Zirka 1100 Amerikaner mussten das Land verlassen. Nur eine kleine Einheit mit Namen Requirements Office unter der Leitung von USAID verblieb in Vientiane am Sitz der US-Botschaft. Die zirka 8000 Mann der nordvietnamesischen Truppen verließen das Land jedoch nicht. Das Abkommen wurde von der International Control Commission der Vereinigten Nationen überwacht.Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass weder die Amerikaner, noch die Nordvietnamesen ein Interesse daran hatten die Vertragsverletzungen der anderen Seite zu thematisieren und öffentlich zu machen. Die Nordvietnamesen hatten 3. Divisionen und 9 unabhängige Regimenter in Laos im Einsatz. Dazu kamen Truppen für den Ho Chi Minh Pfad. Hätten sie die amerikanischen Aktivitäten an die Öffentlichkeit gebracht, hätten die Amerikaner solche Zahlen veröffentlicht. Da Nordvietnam sich nicht an das Agreement hielt und weiterhin das Land als Hinterland und für den Nachschub nutzte (siehe Ho-Chi-Minh-Pfad), fühlte sich die amerikanische Regierung gezwungen, nach anderen Möglichkeiten zu suchen, um Einfluss auf das Land zu nehmen. Auch versuchten die Amerikaner den Einfluss der Kommunisten im Land zu stoppen. Die US-Botschaft in Vientiane übernahm die Aufgabe der Koordination der Hilfe. Primär waren der CIA und die USAID beteiligt. Beide setzten auf die Minderheit der Hmong und so entstand eine pro-amerikanische Miliz. Da Laos gebirgig ist und über kein ausgebautes Straßennetz verfügte, waren Flugzeuge und Hubschrauber die einzige Möglichkeit, die vom CIA aufgebauten Hmong-Milizen zu unterstützen. Dafür beauftragten die USAID und die CIA private Fluggesellschaften mit der Versorgung der Milizen. Diese wurde primär durch die Air America durchgeführt.

In den ersten Jahren wurde der Flugplatz zum Aufbau einer eigenen Luftwaffe für die Milizen genutzt. Hmong-Piloten wurden in Udon Thailand geschult und die US-Luftwaffe stellte den Hmong T-28 Kampfflugzeuge und DC-3 Transportmaschinen zur Verfügung. Auch die Air America nutzte das Flugfeld, um Nachschub zu liefern, Verwundete auszufliegen und für SAR-Operationen. Die US-Luftwaffe unterhielt ein Geheimprogramm Raven Forward Air Controller, aber auch einen Search and Rescue-Stützpunkt.

Ab 1964 Im Mai 1964 eroberten Pathet Lao Truppen die wichtige Kreuzung der Nationalstraßen 7 und 13. Damit war Luang Prabang nicht mehr einfach von Vientiane auf dem Landweg zu erreichen. Schlimmer noch für Long Tieng, das von der Landversorgung abgeschnitten wurde. Die laotischen Streitkräfte planten eine Gegenoffensive. Aber die Amerikaner mussten involviert werden, da die laotischen Streitkräfte komplett von den USA finanziert wurden. Ab 26. Juni 1964 empfahl Botschafter Leonard Unger der US-Regierung die Operation Triangle. Aus drei Richtungen sollte die Kreuzung in der Nähe des Dorfes Sala Phou Khoun angegriffen werden. Die laotische Armee sollte von Süden aus Richtung Vientiane und aus Richtung Norden von Luang Prabang aus angreifen, während die Truppen von Kong Le von Osten entlang der Nationalstraße 7 vorrücken sollten. Die Operation wurde vom 19. bis 29. Juli 1964 durchgeführt. Die Truppen von Kong Le zusammen mit drei Bataillonen aus Long Tieng konnten die Kreuzung einnehmen. Die Operation zeigte auch, dass die taktische Unterstützung durch Forward Air Controller nicht zufriedenstellend funktionierte. So wurden eigene Truppen bombardiert. Die zivilen Piloten der Air America und laotische Einsatzkräfte waren überfordert mit der Aufgabe thailändische, laotische und amerikanische Luftangriffe zu koordinieren. Aber die Situation wurde noch komplizierter. Thailand erlaubte im Mai 1965 auf thailändischen Basen stationierten amerikanischen Flugzeugen der US-Luftwaffe den Einsatz in Laos. Die Besatzungen amerikanischer Flugzeuge aus Udon bombardierten aus Versehen die Stadt Sam Neua. Es zeigte sich, dass nur amerikanische FAC, welche vor Ort mit laotischen und Hmong zusammenarbeiten konnten, die Situation in den Griff bekommen werden. Das Forward Air Controller-Konzept in Long Tieng wurde geschaffen. Piloten der US-Luftwaffe mussten die Aufgabe übernehmen. Offiziell wurde das Raven-Programm am 5. Mai 1966 ins Leben gerufen. Vor dem Start des Raven-Projekts übernahmen US-Militärangehörige die FAC-Aufgaben, welche offiziell Mitarbeiter der US-Botschaft in Vientiane waren. Sie flogen in Flugzeugen der zivilen Fluggesellschaften Air America und Continental Air Services mit. Es handelte sich dabei meistens nicht um Piloten, sondern Air Traffic Controller. Sie benutzten das Funkrufzeichen Butterfly und wurden von einer Funkzentrale in der Botschaft koordiniert. Bei den Raven handelte es sich um ausgebildete Piloten der US-Luftwaffe, welche das Flugzeug selber steuerten und einen Milizionär von Vang Pao's Armee als FAC dabeihatten. Sie benutzten Funkrufzeichen die mit Raven begannen. Im Gegensatz zu den zivilen Flugzeugen der Butterfly waren die Flugzeuge der Raven mit Zielmarkierungsraketen ausgerüstet.

Am 14. September 1969 startete die nordvietnamesische Armee einen Großangriff im nordöstlichen Laos (Campaign 139). Mit der Unterstützung von 60 Panzern griffen 26 vietnamesische und 10 Pathet-Lao-Bataillone die Stellungen der Hmong-Milizen an. Nachdem sie die Ebene der Steinkrüge überrannt hatten, griffen sie das südlich gelegene Gebiet um Long Tieng an. Mit 16.000 Mann gelang es den Vietnamesen, die 6.000 Verteidiger zurückzudrängen. Die USA setzen daraufhin am 17. Februar 1970 das erste Mal in der Geschichte des laotischen Bürgerkriegs Boeing B-52 Bomber in der Ebene der Steinkrüge ein. Die Situation eskalierte. Am 22. März 1970 warfen die US-Luftwaffe erstmals BLU-82-Bomben auf nordvietnamesische Truppen ab.

Ab 1970