Als Fjoldemål (auch: Viölsch, Viöler Dänisch, Violer Dänisch oder Fjoldedansk) bezeichnet man einen ausgestorbenen Dialekt des Südjütischen (Sønderjysk). Gesprochen wurde er in Viöl (dänisch: Fjolde) auf der Schleswigschen Geest und der Umgebung der Gemeinde im heutigen Kreis Nordfriesland. Die letzte Sprecherin des Fjoldemåls – die 1841 geborene Catharina Carstensen – verstarb 1937.
Geschichte Noch in den 1840er Jahren war in und um Viöl das Fjoldemål die allgemeine Umgangssprache – in dieser Zeit bereits als Sprachinsel des Südjütischen. Aus unterschiedlichen Gründen wurde sie danach relativ schnell vom Plattdeutschen abgelöst, so dass bereits innerhalb der 1860er Jahre nur noch ein geringer Teil der Bevölkerung diesen Dialekt als Umgangssprache verwendete. Seit dieser Zeit begann aber schon die Sprachwissenschaft sich mit diesem aussterbenden Dialekt zu befassen – einen Höhepunkt erreichte die Forschung über das Viöler Dänisch in den 1920er Jahren unter anderem mit den Arbeiten von Anders Bjerrum (1903–1984): Er verfasste eine Abhandlung als Dissertation über das Fjoldemål und später ein Wörterbuch.
Besonderheiten Zu den Besonderheiten des Fjoldemåls gehörten die Beugung der Verben unter Beibehaltung besonderer Formen je nach grammatischer Person, was in anderen dänischen Dialekten sowie in der Standardsprache längst veraltet war. Es wies auch einen teilweise eigenen Wortschatz auf, der unter anderem zahlreiche niederdeutsche Entlehnungen (wie: viinachsman statt julemanden – niederdeutsch: Wienachtsmann, deutsch: Weihnachtsmann) kannte.
Literatur
Kategorie:Dialekt Kategorie:Dänische Sprache Kategorie:Sprachinsel Kategorie:Dänische Minderheit in Deutschland Kategorie:Kultur (Südschleswig) Kategorie:Kultur (Kreis Nordfriesland) Kategorie:Viöl Kategorie:Geschichte (Südschleswig)