Ulm ist ein Ortsteil der Gemeinde Greifenstein im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.
Geschichte Ortsgeschichte Die erste bekannte urkundliche Erwähnung des Orts datiert auf das Jahr 1325.Willi Würz, Otto Schäfer: Ulm. Chronik eines Dorfes. Vereinsring Ulm, Greifenstein 1996, S. 5 Bis 1791 war ein Landgericht im Ort angesiedelt. Von 1877 bis 1934 war Ulm Sitz einer Amtsbürgermeisterei, die zehn Gemeinden verwaltete.Willi Würz, Otto Schäfer: Ulm. Chronik eines Dorfes. Vereinsring Ulm, Greifenstein 1996, S. 10, 13, 21
Am 7. Oktober 2010 wurde Ulm als Dolles Dorf in der Hessenschau ausgelost.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierte zum 1. Februar 1971 die bis dahin eigenständige Gemeinde Ulm freiwillig mit den Nachbargemeinden Allendorf und Holzhausen zur Gemeinde Ulmtal. Ulmtal wurde am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen mit den Gemeinden Greifenstein, Arborn, Beilstein, Nenderoth und Odersberg zur neuen Großgemeinde Greifenstein zusammengeschlossen. Für Ulm wurde, wie für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Greifenstein, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.Hauptsatzung der Gemeinde Greifenstein § 6. Abgerufen im Februar 2019. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde der Ortsteil Beilstein.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Ulm angehört(e):
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Braunfels, Anteil der Grafschaft Solms, Amt Greifenstein ab 1806: Herzogtum Nassau,Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Amt Greifenstein ab 1816: Königreich Preußen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis BraunfelsAbtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Greifendtein). ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar1849: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung. ab 1866: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Wetzlar ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Wetzlar, Gemeinde UlmtalAm 1. Februar 1971 vorübergehender Zusammenschluss von Allendorf, Holzhausen und Ulm zur Gemeinde Ulmtal. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde GreifensteinAm 1. Januar 1977 schlossen sich die Gemeinden Ulmtal (mit ihren Ortsteilen) und Beilstein (mit den Ortsteilen Beilstein, Rodenroth und Rodenberg) mit den Orten Arborn, Greifenstein, Nenderoth und Odersberg zur neuen Gemeinde Greifenstein zusammen. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Greifenstein
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Ulm 720 Einwohner. Darunter waren 33 (4,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 90 Einwohner unter 18 Jahren, 300 waren zwischen 18 und 49, 177 zwischen 50 und 64 und 153 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 288 Haushalten. Davon waren 69 Singlehaushalte, 87 Paare ohne Kinder und 102 Paare mit Kindern, sowie 27 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 57 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 183 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.
Einwohnerentwicklung
Religionszugehörigkeit 1834: 263 evangelische Einwohner, 2 Mennoniten 1961: 490 evangelische (= 93,69 %), 27 (= 5,16 %) katholische Einwohner
Ortsbeirat Für den Ortsteil Ulm gibt es einen fünfköpfigen Ortsbeirat mit Ortsvorsteher. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2021 ist die Ortsvorsteherin Nadine Heilmeier.Ortsbeiräte der Gemeinde Greifenstein, abgerufen im Januar 2022.
Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler siehe Liste der Kulturdenkmäler in Ulm
Dianaburg Die Dianaburg ist ein ehemaliges Jagdschloss auf der 412 M.ü.NN. hohen bewaldeten Basaltkuppe Kesselberg. Vorbild der im Geist der Romantik erbauten Burg war ein Turm der Prager Karlsbrücke. Der begeisterte Jäger Ferdinand Fürst zu Solms-Braunfels ließ die Dianaburg 1842/43 in der Nähe seines Schlosses Braunfels erbauen.Willi Würz, Otto Schäfer: Ulm. Chronik eines Dorfes. Vereinsring Ulm, Greifenstein 1996, S. 11 Nach dem Tod des Fürsten 1873 diente die Burg als Wohnung des Revierförsters, war sie seit 1898 Ausflugslokal. Nach 1969 wurden die Nebengebäude abgerissen; nur der Turm blieb erhalten. Nach einer Dachsanierung 2008 ist die Dianaburg seit 2011 Eigentum von Johannes Graf von Oppersdorf Solms-Braunfels. Der Turm ist von April bis November an jedem ersten Sonntag des Monats zur Besichtigung geöffnet.
Verkehr Ulmtalbahn
Im Jahr 1922 vollendete man die Ulmtalbahn von Stockhausen nach Beilstein. Damit wurde es möglich, Rohstoffe aus dem Ulmtal abzutransportieren und Personen zu befördern.Willi Würz, Otto Schäfer: Ulm. Chronik eines Dorfes. Vereinsring Ulm, Greifenstein 1996, S. 18 Nach Beendigung des Personenverkehrs 1976 und des Güterverkehrs im Jahr 1988 wurde die Ulmtalbahn stillgelegt und kurz darauf abgebaut. Im Jahre 2013 entstand auf der ehemaligen Trasse ein Radweg.
Persönlichkeiten Erwin Piscator (* 17. Dezember 1893 in Greifenstein; † 30. März 1966 in Starnberg), Theaterintendant, Regisseur, Theaterpädagoge und Ehrenbürger Ulms Wilhelm Adam (* 23. April 1906 in Ulm; † 17. April 1989), Politiker und Landrat
Literatur Willi Würz, Otto Schäfer: Ulm. Chronik eines Dorfes. Vereinsring Ulm, Greifenstein 1996
Weblinks Ortsteil Ulm. In: Webauftritt der Gemeinde Greifenstein.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Greifenstein, Hessen) Kategorie:Ort im Lahn-Dill-Kreis Kategorie:Ort im Westerwald Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Lahn-Dill-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1325 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971