mini|hochkant=1.5|Übersichtskarte von Berlin-Friedenau

Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Friedenau beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Friedenau mit den entsprechenden historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.

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Überblick Friedenau hat Einwohner (Stand: ) und umfasst die Postleitzahlenbereiche 10827, 12159, 12161, 12163, und 14197.

Das städtebauliche Merkmal des Ortsteils Friedenau ist die nach dem Planer Johann Anton Wilhelm von Carstenn benannte „Carstenn-Figur“, eine regelmäßige städtebauliche Anordnung von Straßen und Plätzen. Die ursprüngliche Siedlungsstruktur ist noch gut zu erkennen: Vom zentralen Friedrich-Wilhelm-Platz, der als Anger konzipiert wurde, gehen Straßen strahlenförmig in alle Himmelsrichtungen auseinander, ein hufeisenförmiger Ring (Stubenrauch- und Handjerystraße) mit vier weiteren Plätzen (dem Perelsplatz, ehemals Berliner Platz und später Maybachplatz, dem Renée-Sintenis-Platz, früher Wilmersdorfer Platz, dem Schillerplatz, bis 1905 Schmargendorfer Platz, sowie dem ehemaligen Hamburger Platz, heute Teil des Friedhofs an der Stubenrauchstraße) legt sich um den zentralen Platz und wird im Norden durch die in West-Ost-Richtung verlaufende Achse der Mainauer-, Senta- und Evastraße geschlossen. Die zentrale Nord-Süd-Achse bildet die Bundesallee und jeweils diagonal verlaufen im Südosten die Rhein- und die Hauptstraße und nordwestlich der Südwestkorso.S. Eggert: Spaziergänge in Schöneberg. S. 48.

Einige Friedenauer Straßen wurden nach Flüssen in Elsaß-Lothringen umbenannt, was dem Grundgedanken der Namensgebung von Friedenau zur Erinnerung an den im Jahr seiner Gründung (1871) geschlossenen „Frankfurter Frieden“ Ausdruck verleihen sollte.

Die Mehrzahl der Gebäude in Friedenau stammt vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Dadurch hat der Ortsteil einen fast einheitlichen Baubestand. 185 Objekte stehen unter Denkmalschutz.

Der Zugang zu den Friedenauer Grundstücken ist über 64 Straßen und 13 Plätze möglich, wobei in der Aufzählung eine ungewidmete Privatstraße enthalten ist. Die Liste spiegelt damit das amtliche Verzeichnis dieser Örtlichkeiten wider, auch wenn mitunter andere Bereiche – meist östlich von Friedenau – fälschlicherweise hierzu gezählt werden. Dazu zählen der S-Bahnhof Friedenau, die Ceciliengärten und die Umgebung der Rubensstraße bis zum Grazer Damm (das sogenannte „Malerviertel“) und das Auguste-Viktoria-Krankenhaus.Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Freunde bei den Nachbarn in Friedenau. In: Berliner Morgenpost, 9. Oktober 2009 (Artikel über Herta Müller und die – offiziell nicht zu Friedenau gehörende – Menzelstraße). Die dort im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts errichteten Wohnanlagen wurden als „Neu-Friedenau“ bezeichnet,Claudia Fuchs: Die meisten bestehen darauf, Friedenauer zu sein. In: Berliner Zeitung, 20. April 2012 (online), zum 125-jährigen Jubiläum Friedenaus 1996 obwohl sie im Ortsteil Schöneberg liegen.

Übersicht der Straßen und Plätze

Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der Benennung Anmerkungen BildAdam-Kuckhoff-Platz ()70 × 50(Dreieckform)Adam Kuckhoff(1887–1943), Widerstandskämpferalign="right" Der Platz entstand durch Verkehrsberuhigung im Kreuzungsbereich der Wilhelmshöher Straße mit dem Südwestkorso und der Laubacher Straße. Den zentralen Punkt des Platzes stellt der Erikabrunnen von Heinz Spilker aus dem Jahr 1982 dar, der in Anlehnung zu dem 1911 entstandenen und im Zweiten Weltkrieg teilweise kriegsbeschädigten Kinderbrunnen neu geschaffen wurde.140px|Der Erikabrunnen auf dem Adam-Kuckhoff-PlatzAlbestraße ()410Albe, Nebenfluss der Saaralign="right" Der vorherige Name war zwischen 1872 und 1875 Querstraße II. 1875 wurde hier die I. Gemeindeschule Friedenau gegründet, die im Jahr 1970 – inzwischen als Fläming-Grundschule – in die Illstraße an der Kaisereiche umgezogen ist. In der Albestraße 3 wohnte der Komponist und Dirigent Max Bruch. Der Schauspieler Max Schreck (u. a. Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens) zog sechsjährig 1885 mit seiner Familie in die Albestraße und verbrachte dort seine Schulzeit.140x140px|zentriert|Haus in der AlbestraßeBachestraße ()200Friedrich Bache(1841–1917), Kommunalpolitikeralign="right" Die Straße bildet die Verbindung zwischen der Mainauer Straße und der Bundesallee. Ihr vorheriger Name war Straße 12.140px|BachestraßeBennigsenstraße ()380Rudolf von Bennigsen (1824–1902), Politiker und Präsident des Preußischen Abgeordnetenhausesalign="right" Die Bennigsenstraße führt von der ehemaligen Friedenauer Straße (heute: Hauptstraße) in westliche Richtung bis zur Lauterstraße und gehörte zur Zeit der Gründung zum größten Teil zur Stadt Schöneberg. Ihr vorheriger Name war Straße 43b. 140px|Friedenau BennigsenstraßeBlankenbergstraße ()225Louis Ludwig Karl Ernst Blankenberg (1821–1889), Unternehmer und Kommunalpolitikeralign="right" Um 1900 wurde ein Teil der Straße in Hertelstraße umbenannt. Die Blankenbergstraße stellt heute die Verbindung zwischen der Hertel- und Goßlerstraße im Norden sowie der südlich gelegenen Hacker- und Fröaufstraße her. Zwischen 1873 und 1895 hieß sie Bischofstraße.140px|BlankenbergstraßeBornstraße ()525David Born (eigentlich: David Buttermilch,1817–1879), Unternehmeralign="right" Die Bornstraße bildet die südwestliche Grenze zum Ortsteil Steglitz. Sie verläuft von der Kreuznacher Straße zum Walther-Schreiber-Platz, in den sie zwischen dem Schloss-Straßen-Center und dem Forum Steglitz mündet. Der erste Name zwischen 1874 und 1889 war Steglitzer Straße.140px|Bornstraße 140px|Bornstraße, rechts das Forum SteglitzBreslauer Platz ()70 × 50(Dreieckform)Breslau, ehemalige Hauptstadt Schlesiensalign="right" Der Platz hieß von 1875 bis 1964 Lauterplatz, davor wurde er unter anderem auch als Schulplatz bzw. Marktplatz bezeichnet. Hier findet seit 1881 noch heute dreimal wöchentlich einer der ältesten Wochenmärkte Berlins statt. Am Platz befindet sich das von Hans Altmann entworfene späthistoristische Rathaus Friedenau. Direkt auf dem Platz steht der 1929 nach Entwürfen des Architekten Heinrich Lassen als Bedürfnisanstalt mit angebautem Wartehäuschen errichtete Kiosk, der unter Denkmalschutz steht.140px|Rathaus Friedenau Brünnhildestraße ()125Brünnhilde, eine Figur aus Richard Wagners Oper Die Walkürealign="right" Der vorherige Name war Straße D. Die Straße entstand 1906 durch die Anlage des Wagnerviertels auf dem Gelände des ehemaligen Sportparks Friedenau und stellt die Nord-Süd-Verbindung zwischen der Varziner Straße und dem Cosimaplatz her.140px|BrünnhildestraßeBundesallee ()1480(im Ortsteil)nach dem Bundeshaus, das im Wilmersdorfer Teil zwischen Schaper- und Spichernstraße liegtalign="right" Die Allee wurde zwischen 1872 und 1874 unter dem Namen Kaiserstraße angelegt und hieß vom 16. März 1888 bis zum 18. Juli 1950 Kaiserallee. Sie ist die zentrale Nord-Süd-Achse der Carstenn-Figur. Der nördliche Teil der Straße liegt in Wilmersdorf. Der Schriftsteller Georg Hermann wohnte in der Bundesallee 68 und 108. Der bekannte Berliner Theaterkritiker Friedrich Luft lebte in der Bundesallee 74 und der Satiriker und Schriftsteller Kurt Tucholsky wohnte in der Bundesallee 79.140px|Das Stammhaus der Askania-Werke in der BundesalleeBüsingstraße ()380Friedrich Wilhelm Büsing (1834–1904), Architekt, Hochschullehrer und Kommunalpolitikeralign="right" Die Straße verläuft in Nord-Süd-Richtung zwischen der Odenwald- und der Bornstraße. In der Büsingstraße 16 wohnte die Künstlerin Hannah Höch (Berliner Gedenktafel am Haus).140px|BüsingstraßeCosimaplatz ()50 × 50Cosima Wagner(1837–1930), Frau von Richard Wagneralign="right" Der vorherige Name war zwischen 1905 und 1935 Wagnerplatz. Auf dem umliegenden Gelände des Wagnerviertels befand sich bis 1904 eine 500 Meter lange ovale Radrennbahn aus Zement, die im damaligen Sportpark Friedenau lag. Der Sportpark wurde abgerissen und das Gelände ab 1906 mit Mietshäusern bebaut.140px|CosimaplatzDeidesheimer Straße ()175(im Ortsteil)Deidesheim, Stadt im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheimalign="right" Der westliche Teil der Straße liegt im Rheingauviertel in Wilmersdorf. Der Friedenauer Teil verläuft in Ost-West-Richtung zwischen Südwestkorso und Laubacher Straße. Der erste Name war Straße 14.140px|Deidesheimer StraßeDickhardtstraße ()350Konrad Dickhardt(1899–1961), Kommunalpolitikeralign="right" Der vormalige Name zwischen 1872 und 1962 war Ringstraße. Hier entstanden nach 1871 die ersten Bebauungen der seinerzeitigen Landhauskolonie Friedenau. Die Straße verläuft halbkreisförmig als Verlängerung der Roennebergstraße bis zum Breslauer Platz. Sie beginnt und endet jeweils an der Rheinstraße.140px|Dickhardtstraße in Höhe der RheinstraßeElsastraße ()110Elsa von Brabant, eine Frauenfigur aus Richard Wagners Oper Lohengrinalign="right" Der erste Name war bis 1906 Straße D. Die Straße zwischen dem Cosimaplatz im Norden und der südlich gelegenen Sarrazinstraße entstand durch die Anlage des Wagnerviertels auf dem Gelände des ehemaligen Sportparks Friedenau. Der Zeichner und Illustrator Walter Trier wohnte von 1912 bis 1916 in der Elsastraße 2.140px|ElsastraßeEschenstraße ()150nach der Erstbepflanzung mit Eschenbäumenalign="right" Die Eschenstraße verläuft zwischen der Stubenrauch- und der Görresstraße. Der vorherige Name war Straße 11. Nach dem Zweiten Weltkrieg plante man im Jahr 1945, die Eschenstraße in Fritz-Haber-Straße umzubenennen, was allerdings durch den damaligen Magistrat nicht bestätigt wurde.140px|EschenstraßeEvastraße ()100Eva, eine Frauengestalt aus Richard Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg.align="right" Die zwischen dem Cosimaplatz und der Handjerystraße verlaufende Straße entstand 1906 durch die Anlage des Wagnerviertels auf dem Gelände des ehemaligen Sportparks Friedenau. Sie ist heute vom Cosimaplatz aus eine Sackgasse.140px|EvastraßeFehlerstraße ()425Adolf Fehler(1828–1903), Berliner Kommunalpolitikeralign="right" Der nördlich des heutigen Friedhofs Schöneberg III verlaufende Abschnitt der Fehlerstraße hieß vorher Am Friedhof und wurde um 1900 in Fehlerstraße umbenannt. Die Straße verbindet die Laubacher Straße mit dem Südwestkorso. In der Fehlerstraße 8 hatte die Bildgießerei Hermann Noack bis zum Jahr 2009 ihren traditionellen Sitz. Auf dem Grundstück Fehlerstraße 8 befindet sich auch eine Skulptur, der Torso eines Frauenkörpers.140px|zentriert|Fehlerstraße 140px|zentriert|Skulptur Berlin-Friedenau Fehlerstraße 8Fregestraße ()835(im Ortsteil)Ferdinand Ludwig Frege (1804–1883), Theologe und Historiker, zwischen 1846 und 1883 Pfarrer in Schöneberg.align="right" Die Fregestraße bildet die südliche Verlängerung der Stierstraße und verläuft zwischen Hauptstraße und Feuerbachstraße. Der vorherige Name war Straße 27. Der südliche Teil der Straße liegt in Steglitz. Die Häuser der östlichen Straßenseite zwischen Hauptstraße und Holsteinischer Straße gehören zum Ortsteil Schöneberg.

Der Dichter und Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger wohnte in der Fregestraße 19. Im Haus Nr. 80 hatte der damalige Stadtverordnete und spätere Bundespräsident Theodor Heuss seine Wohnung.140x140px|zentriert|Fregestraße 140pxFriedenauer Höhe ()480 Name einer Neubausiedlung auf leicht erhöhtem Gelände am nördlichen Rand von Friedenau style="text-align:right;" Die Straße führt von der Hauptstraße zum Lauterplatz und erschließt die gleichnamige Neubausiedlung auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Berlin-Wilmersdorf.80x80pxFriedrich-Wilhelm-Platz