Heiterwang ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte.

Geographie Heiterwang liegt auf südlich des Bezirkshauptortes Reutte am Beginn von Zwischentoren in einer Talweitung am Heiterwanger See, der mit dem Plansee durch einen Kanal verbunden ist. Die Gemeinde hat eine Fläche von rund 36 Quadratkilometer. Mehr als zwei Drittel der Gemeindefläche sind bewaldet, knapp zehn Prozent werden landwirtschaftlich genutzt, dreizehn Prozent sind hochalpines Gebiet und 230 Hektar sind Wasserfläche.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Heiterwang ist gleichzeitig eine Katastralgemeinde und gliedert sich neben dem Dorfkern in folgende Ortsteile: Bichl (Dorf) Ennet der Ach (Dorf) Mühle (Weiler) Unterdorf Oberdorf Kög

Nachbargemeinden

Geschichte Der Name des Ortes leitet sich von Ayterwanch, was Brennnesselwiese bedeutet, ab. Der 1288 erstmals erwähnte Ort war wegen seiner verkehrsgünstigen Lage am Heiterwanger See bekannt. Die Errichtung der Pfarre Bichlbach erfolgte im Jahr 1423.

Vom Handel profitierte Heiterwang, da sowohl die Verbindung Verona-Augsburg als auch die wichtige Salzroute Hall-Bregenz über den Fernpass und damit durch den Ort verliefen. Hier befand sich eine Pferdewechselstation, daneben Schmiedebetriebe, Gasthäuser und Wagner sowie eine Waage. Im Jahr 1592 kam auch eine Poststation dazu.

Der Heiterwanger See war wegen seines Fischreichtums ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ab 1260 war der See im Besitz der Grafen von Tirol, die ihn 1312 dem Stift Stams übergaben. Im Fischereibuch von Kaiser Maximilan wurde der See als besonders wichtig beschrieben, und so versuchte er mit Herzog Siegmund die Fischereirechte zurückzubekommen. Ein diesbezüglicher Nutzungsvertrag wurde 1631 zwischen Erzherzog Leopold V. und dem Stift Stams geschlossen. Der Fischer bewohnte den 1576 von Erzherzog Ferdinand II. errichteten Fürstenhof.Michael Fritz:

Bevölkerungsentwicklung

mini|hochkant|Pfarrkirche Heiterwang mini|Heiterwanger See

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Katholische Pfarrkirche Unsere Liebe Frau Mariae Himmelfahrt: Die Pfarrkirche Unsere Liebe Frau geht auf eine Kapelle des 14. Jahrhunderts zurück. Erwähnt wurde eine Liebfrauenkirche 1423, gebaut zwischen 1480 und 1490 wahrscheinlich von Hans Räffl. Im Schmalkaldischen Krieg wurden große Teile der Kirche zerstört, der Chorraum und Turm blieben jedenfalls erhalten. Das Kirchenschiff wurde im 16. Jahrhundert wieder errichtet. Eine Gesamtrestauration fand um 1750 statt. Weitere folgten im 20. Jahrhundert.Gemeinde Heiterwang: Pfarre und Kirche Heiterwanger See

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Heiterwang mit Heiterwanger See Heute ist Heiterwang eine zweisaisonale Tourismusgemeinde mit Schwerpunkt im Sommertourismus (durch den Heiterwanger See) und Auspendlergemeinde nach Reutte.

Arbeitsmarkt In der Gemeinde gibt es rund sechzig Arbeitsplätze. Elf in der Landwirtschaft, fünf im Produktionssektor und drei Viertel im Dienstleistungssektor (Stand 2011). Von den 260 Erwerbstätigen in Heiterwang arbeitet ein Fünftel in der Gemeinde, mehr als 200 pendeln aus.

Fremdenverkehr Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 31.000 im Jahr 2010 auf 57.000 im Jahr 2019. Mehr als die Hälfte der Nächtigungen entfallen auf die drei Monate Juni, Juli und August.

Verkehr Der Ort liegt an der Fernpassstraße und ist über die Außerfernbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Zugleich liegt Heiterwang am Fernradweg, der als Via Claudia Augusta entlang einer gleichnamigen antiken Römerstraße verläuft.

Politik Gemeinderat In den Gemeinderat werden 11 Vertreter gewählt: Partei201020162022%Mandate%Mandate%MandateWir für Gemeinschaft und Zukunft41,32551,326Stark für unser Dahuam - DAHUAM39,744BürgerInnenListe Heiterwang18,1610,7418,951Stark mit Beate - Für Heiterwang47,935Liste für Fortschritt und Zusammenarbeit81,84

Bürgermeister Bürgermeister in Heiterwang ist Richard Baldauf.

Wappen Blasonierung: In einem von Gold und Schwarz mit Wellenschnitt gespaltenen Schild rechts zwei linksschauende Fische, links eine Brennnessel in verwechselten Farben.

Das 1970 verliehene Gemeindewappen symbolisiert mit der Brennnessel den Ortsnamen und verweist mit den Fischen auf den Heiterwanger See.

Persönlichkeiten

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Ferdinand Eberle (* 1949), Politiker (ÖVP) Christine Fröhlich (1948–2015), Politikerin (ÖVP)

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1288