Die Burg Schwarzenbach, (ungarisch: Feketevár vára), abgerufen am 15. Jänner 2010. im Erhaltungszustand einer Ruine befindet sich in der gleichnamigen Marktgemeinde Schwarzenbach im Bezirk Wiener Neustadt in Niederösterreich. Die Burgruine steht unter

Lage mini|Schlossberg mit Mauerresten mini|hochkant|Schwarzenbach mit der Lage der Burgruine (links) nahe der (damaligen) Grenze zwischen Österreich und Ungarn mini|hochkant|Schloss Schwarzenbach (von Anton Ernst Burkhard von Birckenstein) mini|hochkant|Eingang zur ehemaligen Burgkapelle Die Ruine der Höhenburg steht knapp einen Kilometer nordwestlich vom Markt Schwarzenbach auf dem Schlossberg, am Beginn des Schwarzenbachtals.

Die Ruine ist frei zugänglich, allerdings mit Gebüsch verwachsen, der Innenhof ist meterhoch mit Geröll und Mauerresten verfüllt. Eine Tafel beim Eingang warnt vor Einsturzgefahr.

Geschichte Die Burg dürfte gegen Ende des 12. Jahrhunderts oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut worden sein. Urkundlich wird sie 1254 mit castrum Suarchumpah erstmals erwähnt, als sie im Friedensvertrag von Ofen zwischen Béla IV. von Ungarn und König Ottokar II. von Böhmen dem Ungarn zugesprochen wurde. – Ungarisches Staatsarchiv (Budapest, 3. April 1254), abgerufen am 9. März 2010.

Im September des Jahres 1337 hatte ein vom Eisenburger und Ödenburger Gespan Leustachius geführtes ungarisches Heer die am Schwarzenbacher Schlossberg stehende Burg Schwarzenbach (ungarisch: Feketevár vára)Marktgemeinde Schwarzenbach – Geschichte, abgerufen am 8. Jänner 2011, abgerufen am 8. Jänner 2011. belagert („… in campo ante castrum Swerczenpach …“Maximilian Weltin, Christina Mochty, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber, Ronald Woldron: Wehrbauten und Adelssitze Niederösterreichs. Das Viertel unter dem Wienerwald. Band 2. 2003.) und noch vor 4. Oktober 1337 eingenommen. Leustachius wird als „castellanus de Sverczenpach“ eingesetzt („Et si dominus noster rex predictus in castellania pretacta nos mutare disponeret, antequam predictum castrum ad antedictorum ducum manus perveniret, non debemus predictum castrum Sverczenpach alicui alteri castellano assignare …“).

1337 sollte Schwarzenbach laut Frieden von Pressburg, abgerufen am 8. Jänner 2011. gegen die Burg Anchenstein (bei Pettau) in der Untersteiermark im heutigen Slowenien ausgetauscht werden. Anchenstein kam von Österreich nach Ungarn – aber Schwarzenbach nicht von Ungarn nach Österreich. Erst 1362 wurde Schwarzenbach durch den Frieden von Ofen an Österreich übergeben.

Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts wurde die Kapelle im Burghof errichtet. Die Fassade dieses Baus zum Hof besitzt spitzbogige Fensteröffnungen (später teilweise vermauert) für Maßwerkfenster. Der Zugang zur Empore führte über Treppentürmchen, das noch auf 12 Meter Höhe erkennbar ist. Im Kapelleninneren finden sich Ansätze des Kreuzgratgewölbes. Ende des 16. Jahrhunderts erfolgte ein großangelegter Umbau der Burg zum Schloss unter beibehalten der alten Grundmauern. Im Jahr 1680 wurde die Burg von den Esterházys käuflich erworben, in deren Besitz sie sich noch immer befindet.Marktgemeinde Schwarzenbach – Burgruine Schwarzenbach, abgerufen am 3. Okt. 2009. Um 1800 wurde die Burganlage als Amtssitz der Esterházys aufgegeben und das einst prächtige Bauwerk verfiel nach und nach.Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Topographisches Denkmälerinventar. Niederösterreich südlich der Donau, Teil 2, M bis Z. Verlag Berger, Horn/Wien 2003. ISBN 3-85028-365-8. Seiten 2164–2165.

Weil Steine der Ruine ins Tal rollten, schrieb die Marktgemeinde 2014 der Esterházy-Stiftung eine Sanierung vor, welche wegen voraussichtlichen Kosten von 130.000 Euro beeinsprucht wurde. In der Folge stimmte das Bundesdenkmalamt einem teilweisen Abbruch zu. Die Esterházy-Stiftung hat auch der Marktgemeinde angeboten, ein Hektar Grund mit Ruine gegen zehn Hektar Wald abzutauschen, was die Marktgemeinde ablehnte.Christoph Weisgram: Abriss in der Ruine Schwarzenbach. Im Ort befürchtet man, dass dadurch der ganze Bau instabil wird. Kronen Zeitung Niederösterreich, 22. Oktober 2016. 2016 wurde eine Mauer mit einem desolaten Torbogen abgerissen.orf.at - Ruine Schwarzenbach: Abbruch hat begonnen. Artikel vom 21. Oktober 2016, abgerufen am 21. Oktober 2016.

Besitzer (sowohl als Lehen als auch privat) 1254 – Königreich Ungarn – König Béla IV. 1290 – Graf Heinrich von Bernstein 1296 – Friedrich von Kreisbach 1331 – Heinrich von Haderswörth (vermutlich einer der edlen Herren von Lanzenkirchen) 1337 – Königreich Ungarn – Ödenburger Gespan Leustachius 1362 – Erzherzogtum Österreich – herzögliche Kammergutsadministration 1364 – Wulfing von Klingfurth 1369 – Wilhelm von Ellerbach 1377 – Pernold der Klingenfurter und seine Frau verkaufen an Michael Prenner, dem damals reichsten Bürger von Wiener Neustadt 1379 – Herzog Albrecht III. (Teilungsvertrag von Neuberg) 1381 – Heinrich von Pottendorf 1382 – Graf Johann-Iwan von Bernstein 1389 – Ritter Häschk von Walpersbach 1418 – Hans Häschk von Schwarzenbach 1439 – Söhne von Konrad Königsberger 1462 – Johann Siegmund Freiherr von Weißbriach 1492 – Johann von Königsberg 1560 – Söhne von Ehrenreich Königsberg 1591 – Ulrich von Königsberg 1601 – Ludwig von Königsberg 1608 – Georg Ehrenreich von Zinzendorf 1624 – Georg Gabriel Kollonitsch 1658 – Hans Ehrenreich von Wurmbrand 1680 – erwarb Graf (ab 1687 Fürst) Pál I. Esterházy de Galántha die zum Schloss umgebaute Burg Schwarzenbach und auch heute noch ist die fürstliche Linie des Forchtensteiner Zweiges der Familie Esterházy de Galántha der Besitzer, abgerufen am 24. Februar 2010.

Literatur Felix Halmer: Burgen und Schlösser Bucklige Welt, Semmering, Rax. 1969. Wilfried Bahnmüller: Burgen und Schlösser in Niederösterreich, 2005. Dehio. Niederösterreich südlich der Donau. Verlag Berger, Horn 2003, ISBN 978-3-85028-364-9. Felix Halmer: Niederösterreichs Burgen, 1956. Ilse Schöndorfer: Steine und Sagen – Burgruinen in Niederösterreich, 1999. Gerhard Stenzel: Von Burg zu Burg in Österreich, 1973. Maximilian Weltin, Christina Mochty, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber, Ronald Woldron: Wehrbauten und Adelssitze Niederösterreichs. Das Viertel unter dem Wienerwald. Band 2. 2003.

Weblinks

Einzelnachweise

Schwarzenbach Kategorie:Schwarzenbach (Niederösterreich) Kategorie:Bauwerk des Hauses Esterházy Kategorie:Baudenkmal (Niederösterreich) Kategorie:Esterházy