Die Scheinfichten-Kratzdistel (Ptilostemon chamaepeuce) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Elfenbeindisteln (Ptilostemon) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Merkmale mini|Blütenkopf Ptilostemon chamaepeuce ist ein Strauch oder Zwergstrauch, der Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimeter erreicht. Die Laubblätter sind schmal lineal und besitzen keine Dornen. Die der blühenden Triebe sind spitz, ebenso lang wie die restlichen Blätter und weder am Grund geschlitzt noch verbreitert.

Die Korbhülle hat einen Durchmesser von 13 bis 20 (selten bis 23) Millimeter. Bei Ptilostemon chamaepeuce var. chamaepeuce sind die mittleren Hüllblätter spitz oder zugespitzt und undeutlich gebändert. Bei Ptilostemon chamaepeuce var. elegans sind dagegen die Spitzen von annähernd allen Hüllblättern pfriemlich, 2 bis 5 (selten bis 7) Millimeter lang und zurückgeschlagen. Die Köpfchen sind in einer Schirmtraube angeordnet.

Die Blütezeit reicht von April bis Juni.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.

Vorkommen Ptilostemon chamaepeuce kommt im östlichen Mittelmeerraum vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Albanien und Griechenland über Kreta und die Ägäis bis zur Türkei, Syrien, Libanon, Israel und Zypern. Auf Kreta wächst die Art in Höhenlagen von 0 bis 850 Meter in Kalkfelsspalten, seltener in Mauern und trockenen Flussbetten. Manchmal kommt sie hier auch in unbeweideter, steiniger oder felsiger Phrygana und in offenen Wäldern vor.

Taxonomie und Systematik Die Scheinfichten-Kratzdistel wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 819 als Serratula chamaepeuce erstbeschrieben. Die Art wurde 1832 von Christian Friedrich Lessing in De Generibus Cynarocephalarum Atque de Speciebus Generis Arctotidis Seite 5 als Ptilostemon chamaepeuce in die Gattung Ptilostemon gestellt. Das Epitheton "Chamaepeuce" hatte Linné als Pflanzenname von Prospero Alpini (1553–1616) übernommen.

Man kann drei Varietäten unterscheiden: Ptilostemon chamaepeuce var. chamaepeuce Ptilostemon chamaepeuce var. cyprius : Sie kommt auf Zypern vor. Ptilostemon chamaepeuce var. elegans : Sie kommt auf Kreta und Karpathos vor.

Literatur

Einzelnachweise Tropicos. Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Ptilostemon chamaepeuce In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2008. ISBN 978-3-440-10742-3. S. 120.

Weblinks

Thomas Meyer, Michael Hassler: Mittelmeer- und Alpenflora.

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