Dornholzhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Langgöns im mittelhessischen Landkreis Gießen. Zum Ort gehören die Siedlungen Knorrhof und Strauchhof.
Geographie Dornholzhausen liegt am Westrand der Wetterau, an die sich im Westen die Nordostausläufer des Wetzlarer Hintertaunus anschließen. An der Nordostgrenze des Naturparks Taunus befindet es sich rund 3,5 km westlich von Langgöns im Tal des Lahn-Zuflusses Kleebach, in den im Dorf der Strauchbach mündet. In Richtung Norden und Osten öffnet sich die Landschaft zur von sanften Hügeln gekennzeichneten und wesentlich dichter besiedelten Wetterau. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3129.
Geschichte mini|Ev. Kirche, sekundärer Fachwerkvorbau im Westen, verschiefertes Satteldach, achtseitiger Spitzhelm.
Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Dornholzhausen erfolgte im Jahr 815 unter dem Namen Holzhusen im Lorscher Codex. Eine gesicherte Zuordnung der Belege aus dem 8. Jahrhundert im „Lorscher Codex“ ist nicht möglich, da die Bezeichnungen Holzhusen in den Jahren 774 und 790 sich nicht unbedingt auf Dornholzhausen beziehen. Im Jahre 1294 wird das Dorf dann als Durrenholzhusen bezeichnet.
Die Evangelische Kirche Dornholzhausen entstand im Jahr 1717 durch den Umbau einer kleinen Kapelle aus dem Ende des 12. Jahrhunderts.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Dornholzhausen zum 1. Januar 1977 mit vier weiteren Gemeinden durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen zur neuen Großgemeinde Langgöns zusammengeschlossen. Für die nach Langgöns eingegliederten Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet. Als Verwaltungssitz wurde der Ortsteil Lang-Göns festgelegt.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Dornholzhausen angehört(e):
ab 14. Jahrhundert: Heiliges Römisches Reich, Amt Hüttenberg (Kondominium: Grafschaft Nassau und Landgrafschaft Hessen) ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Amt Hüttenberg (Kondominium: Grafschaft Nassau und Landgrafschaft Hessen-Marburg) Die Zugehörigkeit des Amtes Hüttenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: hessischer Anteil strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Amt Hüttenberg (Kondominium: Grafschaft Nassau und Landgrafschaft Hessen-Darmstadt) ab 1703: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Weilburg, Oberamt Atzbach, Amt Hütten- und Stoppelberg ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Hüttenberg ab 1816: Königreich Preußen, Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis WetzlarAbtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Atzbach). ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis WetzlarEndgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Landkreis Wetzlar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Wetzlar ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Langgöns ab 1979: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Gemeinde Langgöns ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Gießen, Gemeinde Langgöns
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Dornholzhausen 1071 Einwohner. Darunter waren 24 (2,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 168 Einwohner unter 18 Jahren, 489 zwischen 18 und 49, 231 zwischen 50 und 64 und 183 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 450 Haushalten. Davon waren 123 Singlehaushalte, 129 Paare ohne Kinder und 150 Paare mit Kindern, sowie 36 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 75 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 321 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit • 1836: 435 evangelische, ein katholischer Einwohner • 1961: 577 evangelische (= 85,48 %), 97 katholische (= 14,37 %) Einwohner
Politik Für Dornholzhausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Dornholzhausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 60,80 %. Dabei wurden gewählt: drei Mitglieder der der CDU, zwei Mitglieder der SPD und je ein Mitglied der „Freien Wählergemeinschaft“ (FWG) und des Bündnis 90/Die Grünen. Der Ortsbeirat wählte Thorsten Fuchs (FWG) zum Ortsvorsteher.
Infrastruktur Im Ort gibt es eine Kindertagesstätte, ein Bürgerhaus und einen Sportplatz.
Persönlichkeiten Paul Schneider (1897–1939), von 1926 bis 1934 Pfarrer der pfarramtlich verbundenen Kirchengemeinden Hochelheim und Dornholzhausen. Volker Michel (* 5. Mai 1973 in Dornholzhausen) ist ein ehemaliger deutscher Handballspieler.
Literatur Wolfgang Dietrich: Dornholzhausen, wie es früher war. Geiger, Horb am Neckar, 1994; ISBN 3-89264-966-9 Otfried Hankel: Familienbuch der evangelischen Kirchengemeinde Dornholzhausen (Langgöns, Hessen) 1771–1874. Monsenstein und Vannerdat, Münster, 2011; ISBN 978-3-86991-343-8 Oswald Schieferstein: Ortsfamilienbuch Dornholzhausen 1635–1914, Cardamina, 2015, ISBN 978-3-86424-235-9
Weblinks Ortsteil Dornholzhausen In: Webauftritt der Gemeinde Langgöns.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Gießen Kategorie:Geographie (Langgöns) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Gießen) Kategorie:Ersterwähnung 815 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977