Der Große Preis von Deutschland 1983 (offiziell XLV Großer Preis von Deutschland) fand am 7. August auf dem Hockenheimring in Hockenheim statt und war das zehnte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1983.
Berichte Hintergrund Die dreiwöchige Pause nach dem Großen Preis von Großbritannien nutzten einige Teams für ausführliche Testfahrten. Dabei kamen einige Piloten zum Einsatz, deren Einstieg in die Grand-Prix-Szene unmittelbar bevorstand, wie beispielsweise Ayrton Senna, Pierluigi Martini oder Ivan Capelli. Aber auch der ehemalige Rennfahrer Stirling Moss erhielt bei Brabham die Gelegenheit, im Alter von 53 Jahren einige Testrunden zu absolvieren.
Im Vorfeld des deutschen Grand Prix gab es erste Gerüchte, dass Patrick Tambay die Scuderia Ferrari womöglich zum Ende der Saison zugunsten von Michele Alboreto werde verlassen müsse und dass Arrows ab 1984 neben Brabham und ATS als drittes Team von BMW mit Turbomotoren ausgestattet werde.
In der Fahrerwertung führte Alain Prost mit sechs Punkten vor Nelson Piquet und mit acht Punkten vor Patrick Tambay. In der Konstrukteurswertung führte Renault mit drei Punkten vor Ferrari und mit 18 Punkten vor Williams.
Mit Jacques Laffite, Niki Lauda, Piquet und Tambay (jeweils einmal) traten vier ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Erneut ergab das Training eine Doppel-Pole für Ferrari, wobei im Gegensatz zum Qualifying in Silverstone diesmal Tambay gegenüber René Arnoux vorn lag. Andrea de Cesaris und Piquet bildeten die zweite Startreihe vor den beiden Renault-Piloten Prost und Eddie Cheever. Mauro Baldi und Riccardo Patrese folgten auf den Plätzen sieben und acht vor den beiden Toleman-Piloten Derek Warwick und Bruno Giacomelli, die die Top Ten komplettierten.
Wie bereits beim vorangegangenen Rennen belegte Keke Rosberg als bester der mit Saugmotor ausgestatteten Piloten den zwölften Startplatz.
Da es während des zweiten Qualifikationstrainings am Samstag regnete, konnte keiner der Teilnehmer seine jeweils am Freitag erzielte Bestzeit unterbieten. Die Rundenzeiten lagen deutlich über zwei Minuten und die Durchschnittsgeschwindigkeiten unter 190 km/h.
Rennen Tambay, der zunächst in Führung ging, wurde in der zweiten Runde von seinem Teamkollegen Arnoux überholt. Dieser verteidigte daraufhin die Spitzenposition bis ins Ziel, mit Ausnahme weniger Runden, während der die inzwischen obligatorischen Boxenstopps stattfanden.
Als Tambay in der elften Runde aufgrund eines Motorschadens ausschied, übernahm Piquet den zweiten Platz. Als Arnoux in der 25. Runde die Box ansteuerte, ging der Brasilianer kurzzeitig in Führung. Nachdem auch er seinen Stopp zum Nachtanken und Reifenwechseln absolviert hatte, kam er als Zweiter wieder auf die Strecke. Diese Position behielt er bis zur 43. Runde, als er wegen eines Kraftstofflecks aufgeben musste. Da kurz zuvor auch Cheever aufgrund eines technischen Defektes ausgeschieden war, nahm de Cesaris den zweiten Rang ein.
Hinter Patrese und Prost erreichte Lauda als Fünfter das Ziel. Weil er im Zuge seines Boxenstopps jedoch kurzzeitig rückwärts gefahren war, wurde er nachträglich disqualifiziert. Da die nachfolgenden Piloten infolgedessen aufrückten, gelangte neben John Watson auch Laffite in die Punkteränge.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Williams FW08C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell 011B 4 5 Brabham BT52B BMW M12/13 1.5 L4t 6 7 McLaren MP4/1C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 8 9 ATS D6 BMW M12/13 1.5 L4t 11 Lotus 94T Renault EF1 1.5 V6t 12 Lotus 93T 15 Renault RE40 16 17 RAM 01 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 22 Alfa Romeo 183T Alfa Romeo 890T 1.5 V8t 23 25 Ligier JS21 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 26 27 Ferrari 126C3 Ferrari 021 1.5 V6t 28 29 Arrows A6 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 31 Osella FA1E Alfa Romeo 1260 3.0 V12 32 33 Theodore N183 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 34 35 Toleman TG183B Hart 415T 1.5 L4t 36 40 Spirit 201C Honda RA163-E 1.5 V6t
Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:49,328 223,815 km/h 2:10,057 188,142 km/h 1 2 1:49,435 223,596 km/h 2:09,594 188,814 km/h 2 3 1:50,845 220,751 km/h 2:16,694 179,007 km/h 3 4 1:51,082 220,281 km/h 2:16,969 178,648 km/h 4 5 1:51,228 219,991 km/h 2:13,620 183,125 km/h 5 6 1:51,540 219,376 km/h 2:09,752 188,584 km/h 6 7 1:51,867 218,735 km/h 2:15,218 180,961 km/h 7 8 1:52,105 218,270 km/h keine Zeit – 8 9 1:54,199 214,268 km/h 2:13,461 183,343 km/h 9 10 1:54,648 213,429 km/h keine Zeit – 10 11 1:54,831 213,089 km/h 2:14,182 182,358 km/h 11 12 1:55,289 212,242 km/h 2:13,337 183,514 km/h 12 13 1:55,870 211,178 km/h keine Zeit – 13 14 1:56,015 210,914 km/h keine Zeit – 14 15 1:56,318 210,365 km/h 2:15,838 180,135 km/h 15 16 1:56,398 210,220 km/h 2:15,547 180,522 km/h 16 17 1:56,490 210,054 km/h keine Zeit – 17 18 1:56,730 209,622 km/h keine Zeit – 18 19 1:57,018 209,106 km/h 2:15,326 180,817 km/h 19 20 1:57,072 209,010 km/h keine Zeit – 20 21 1:57,426 208,380 km/h 2:18,376 176,831 km/h 21 22 1:57,744 207,817 km/h 2:15,753 180,248 km/h 22 23 1:57,776 207,760 km/h keine Zeit – 23 24 1:57,790 207,736 km/h 2:17,479 177,985 km/h 24 25 1:58,413 206,643 km/h keine Zeit – 25 26 1:58,473 206,538 km/h 2:19,172 175,820 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Acheson, Fabi und Winkelhock an der Qualifikation. 1:59,003 205,618 km/h 2:20,758 173,839 km/h – DNQ 2:01,113 202,036 km/h 2:22,859 171,282 km/h – DNQ keine Zeit – keine Zeit – – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 45 1 1:27:10,319 2 1:53,938 (12.) 2 45 1 + 1:10,652 3 1:55,311 (17.) 3 45 1 + 1:44,093 8 1:55,510 (11.) 4 45 1 + 2:00,750 5 1:54,793 (19.) 5 44 1 + 1 Runde 23 1:57,681 (6.) 6 44 1 + 1 Runde 15 1:57,858 (23.) 7 44 0 + 1 Runde 20 1:58,727 (31.) 8 44 1 + 1 Runde 19 1:58,523 (18.) 9 44 0 + 1 Runde 14 1:59,689 (25.) 10 44 1 + 1 Runde 12 1:59,092 (7.) 11 44 0 + 1 Runde 22 2:00,147 (25.) 12 43 0 + 2 Runden 21 2:00,571 (20.) 13 42 1 DNF 4 1:54,495 (37.) – 38 1 DNF 6 1:55,031 (19.) – 34 1 DNF 26 2:03,418 (4.) – 27 0 DNF 25 2:01,823 (22.) – 24 1 DNF 7 1:56,037 (20.) – 19 0 DNF 10 1:58,122 (13.) – 17 0 DNF 9 1:56,271 (14.) – 11 0 DNF 13 1:58,251 (11.) – 11 1 DNF 1 1:54,365 (8.) – 10 1 DNF 11 1:56,295 (5.) – 4 0 DNF 16 1:59,672 (3.) – 1 0 DNF 17 2:12,136 (1.) – 0 0 DNF 24 – DSQ Lauda wurde nachträglich disqualifiziert, da er in der Boxengasse unerlaubter Weise rückwärts fuhr. 44 1 + 1 Runde 18 1:57,297 (10.) Anmerkungen
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Fahrerwertung wurden die besten elf Resultate, in der Konstrukteurswertung alle Resultate gewertet.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Renault 422Brabham-BMW 33 3Ferrari 314Ferrari 285Williams-Ford 256McLaren-Ford 187Renault 148McLaren-Ford 119Williams-Ford 1110Tyrrell-Ford 911Alfa Romeo 612Lotus-Ford 413Brabham-BMW 414Arrows-Ford 415Tyrrell-Ford 216Theodore-Ford 1 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte17Alfa Romeo 118Arrows-Ford 019Arrows-Ford 020Toleman-Hart 021Ligier-Ford 022Toleman-Hart 023Ligier-Ford 024Alfa Romeo 025ATS-BMW 026RAM-Ford 027Theodore-Ford 0–Osella-Ford 0–Arrows-Ford 0–Osella-Alfa Romeo 0–Spirit-Honda 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 592 563 37 5 364 296 117 78 4 Pos. Konstrukteur Punkte9 410 111 012 013 014 0– 0– 0 Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
#1983 Deutschland Kategorie:Sportveranstaltung in Hockenheim Kategorie:Hockenheimring Baden-Württemberg