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Ensembles
Ensemble Ortskern Nußdorf am Inn mini|Dorfstraße 16, Sägewerk Das Ensemble umfasst die Bebauung zu beiden Seiten des Nußdorfer Mühlbachs. Dieser Wasserlauf, der künstlich von Osten aus dem Steinbachgraben zum Ortskern des alten Inntaler Dorfes bei der Pfarrkirche St. Vitus herangeführt wurde, betrieb seit dem 16./17. Jahrhundert, vielleicht auch schon früher, Mühlen verschiedenster Art und wurde auch von Lederern und anderen Gewerben genutzt. Er quert die alte nordsüdliche, den Inn begleitende Durchgangsstraße und kehrt nordwestlich zum Steinbach zurück. – Die lockere Kette von Mühlen und anderen Bauten nimmt im Osten bei dem alten Mühlanwesen Zum Sagmeister ihren eindrucksvollen Anfang. Zwei altertümliche Wohnbauten des 17. und 18. Jahrhundert – wie alle anderen auch in alpenländischer Bauweise mit vorstehenden Flachsatteldächern – bilden mit dem eigentlichen Säggatter-Gebäude, einer hölzernen Anlage, einen malerischen, von Wasserschwällen belebten Hofraum. Die Säge war ursprünglich mit einer Gipsstampfe verbunden, die das in der Nähe abgebaute Gestein zerkleinerte. Bachabwärts ist der folgende Abschnitt durch unbebaute kleinere Obstgärten gekennzeichnet. Bei der Querung des Baches über die Dorfstraße befand sich jedoch bis 1920 ein weiteres Mühlanwesen, von welchem lediglich die Ölstampfe noch besteht, ein kleiner massiver Satteldachbau mit technischen, auf Wasserantrieb eingerichteten Anlagen zum Auspressen des Leinöls. Es folgt der große Komplex der als Sägmühle noch arbeitenden Obermühle, zu welcher der stattliche Bauernhof von 1779 mit dem Zuhaus und ein dreigeschossiges Mühlgebäude von 1866 gehören. In diesem Bereich ordnen sich auch Handwerkhäuser, die zum Teil als Wohnhäuser erneuert sind, und Bauernanwesen des 18./19. Jahrhunderts der Dorfstraße bzw. dem Bach zu. Bei letzteren handelt es sich um Einfirsthöfe, zwei von ihnen besitzen altertümliche Getreidekästen der Zeit um 1600. – Einen baulichen Höhepunkt an der Dorfstraße setzt die spätgotische, vom ummauerten Friedhof umgebene und einer Kapelle begleitete Pfarrkirche St. Vitus. Vor ihr weitet sich der vielfach gewundene Straßenzug zu einem kleinen Platz aus, akzentuiert durch eine Dorflinde. Dieser Kernbereich des Ensembles ist durch neuere, zu hohe und zu sorglos gestaltete Wohnbebauung (Am Ring 4, Dorfstraße 2, Ostteil von Dorfstraße 3) empfindlich gestört worden, wie auch die neu errichteten oder erneuerten Bauten Dorfstraße 13 und Ölschlagweg 5 dem Straßen- und Ortsbild nur ungenügend Rechnung tragen. – Als dritte große Mühle folgt die Untermühle, eine ehemalige Malmühle, seit 1860 Sägmühle, 1894 dazu auch erstes Elektrizitätswerk im Inntal; durch ihren Stadel zeichnet sie sich besonders aus. Die platzartige Kreuzung von Hauptstraße und Bach erhält durch die Neuschmiede und das Edelmannhaus, wohl ein Herrenhaus des ehemaligen ortsansässigen Adels, besonderes Gewicht. Beide Bauten gehören dem 17. Jahrhundert an, ein Geschäftshaus und ein Bauernanwesen des späteren 19. Jahrhunderts sowie das Schneiderwirtshaus ordnen sich ihnen zu. Beim Wirt, wo der Bach leider verrohrt ist, arbeitete ehemals eine weitere Gipsstampfe. Ein großer alter Stadel hat sich im Anwesen erhalten. Weiter westlich lockert sich die Bebauung wieder auf, in Obstgärten liegen einige Bauernhöfe, am Bach selbst ein altes Ledereranwesen. – Das Ensemble besitzt neben seinen großen malerischen Werten vor allem technik- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung.
Aktennummer: E-1-87-156-1
Ensemble Weiler Überfilzen mini|alternativtext=Überfilzen 14|Überfilzen 14 Das Ensemble umfasst die fünf Bauernanwesen des kleinen, auf einer Niederterrasse des Inn gelegenen Weilers. Vier der Anwesen entstammen noch dem 18. Jahrhundert. Es handelt sich um Einfirstanlagen mit Giebellauben und Balkons, einen Getreidekasten und ein Zuhaus. Die Bedeutung des Ensembles liegt in der überraschend großen Zahl der auf engstem Raum erhaltenen, nach einem Brand 1743 entstandenen bäuerlichen Bauten; der von der Straße abgelegene Weiler hat sich dadurch auch ein besonders malerisches Ortsbild bewahrt.
Aktennummer: E-1-87-156-2
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Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Nußdorf am Inn
Anmerkungen
Weblinks
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Einzelnachweise
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