Obninsk () ist eine russische Stadt in der Oblast Kaluga mit 133.000 Einwohnern (Stand: 2025). Sie liegt 110 km südwestlich von Moskau und 68 km nordöstlich der Gebietshauptstadt Kaluga. Die nächstgelegene Stadt ist das 10 km entfernte Balabanowo.
Geschichte Bis ins 20. Jahrhundert existierte hier ein kleines Dorf, das sich um einen erstmals im 16. Jahrhundert erwähnten Gutshof entwickelte. Die Region war von Oktober bis Dezember 1941 von Wehrmacht-Soldaten besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde an der Stelle des Dorfes eine Planstadt errichtet. 1954 wurde dort das 2002 stillgelegte Kernkraftwerk Obninsk in Betrieb genommen. Es wurde als erstes kommerziell betriebenes Kernkraftwerk der Welt bezeichnet.
Druckröhrenreaktoren eignen sich besonders gut zur Erzeugung von kernwaffentauglichem Plutonium.https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/533845/die-energiepolitik-der-sowjetunion-und-der-ddr/
Im Jahr 1956 erhielt Obninsk die Stadtrechte.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1959 16.334 1970 48.641 1979 73.402 1989 100.178 2002 105.706 2010 104.739 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Wirtschaft Obninsk ist heute eine bedeutende Wissenschafts- und Forschungsstadt (Naukograd), mit zahlreichen Instituten und Forschungszentren in den Bereichen Weltraumtechnik mit Kontrollstationen für Satelliten, Atomenergie – darunter das Institut für Atomenergie Obninsk und das Forschungsinstitut IPPE – und Meteorologie sowie in anderen Wissenschaftsbereichen.
Die Stadt besitzt einen 315 Meter hohen Forschungsturm. Die Konstruktion ist bemerkenswert: Der Turm hat einen Durchmesser von nur 2 bis 3 m, deshalb wird er mit Stahlseilen abgesichert. Er wird ausschließlich zu Forschungszwecken genutzt und ist nicht für Touristen zugänglich.
Verkehr Obninsk liegt an der russischen Fernstraße M3 von Moskau nach Kiew sowie an der parallel verlaufenden Eisenbahnlinie.
Städtepartnerschaften Oak Ridge, Vereinigte Staaten, seit 1992 Mianyang, Volksrepublik China, seit 2000 Visaginas, Litauen, seit 2003 Tiraspol, Transnistrien, seit 2006
Söhne und Töchter der Stadt Peter Turchin (* 1957), Biologe und Sozialwissenschaftler Michail Schtscherbakow (* 1963), Liedermacher Alexander Gordon (* 1964), TV-Moderator, Filmregisseur Lew Beresner (* 1970), Fußballspieler Artjom Chadschibekow (* 1970), Sportschütze Lina Krasnoruzkaja (* 1984), Tennisspielerin Nikolai Skworzow (* 1984), Schwimmer Alexei Jegorow (* 1991), Boxer im Schwergewicht Sofja Lebedewa (* 1993), Schauspielerin Artjom Jarsutkin (* 1996), Beachvolleyballspieler Swetlana Cholomina (* 1997), Beachvolleyballspielerin Michail Wekowischtschew (* 1998), Schwimmer Marija Woronina (* 2000), Beachvolleyballspielerin
Weblinks
Weitere Informationen zur Stadt (russisch) Eintrag auf mojgorod.ru (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Kaluga Kategorie:Planstadt Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1956