Obercunnersdorf ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Klingenberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Geografie Obercunnersdorf liegt etwa drei Kilometer von Höckendorf und zehn Kilometer von der Großen Kreisstadt Dippoldiswalde am Obercunnersdorfer Bach im Osterzgebirge. Die Wilde Weißeritz fließt nordwestlich des Ortes am Rand des Tharandter Waldes entlang, südwestlich von Obercunnersdorf wird sie zur Talsperre Klingenberg aufgestaut. Östlich liegt das Tal der Kleinen Stieflitz.
Nachbarorte
Geschichte
mini|Waldschänke 2018 vor dem Brand Obercunnersdorf wurde 1350 als Conradisdorf (Dorf des Konrad) erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf war damals im Besitz des Ritters Conrad Theler, was Obercunnersdorf auch seinen ursprünglichen Namen gab. 1378 gehörte der Ort zum „Castrum Tharandt“, 1452 zunächst zur Pflege Freiberg. Die Rittergüter Ober- und Niederreinsberg übten die Grundherrschaft in Obercunnersdorf aus. Bis 1836 war der Ort als Exklave zum Kreisamt Meißen gehörig, ab 1836 zum Kreisamt Freiberg.Obercunnersdorf als Ort im Kreisamt Freiberg, Buch "Handbuch der Geographie", S. 631 Der Ort besaß ein Erbgericht an der Straße nach Freiberg, das früher dem Ortsrichter gehörte und Ende des 19. Jh. eine Lehrmolkerei besaß, die einst dazugehörige Hosenmühle ist Sitz der Mende-Kunststoffverarbeitung. Durch den Bau eines Holzschuppen vom damaligen Gasthofbesitzer des Ortes im Jahre 1927, begann der erste Ausschank von Getränken oberhalb der Talsperre Klingenberg. Durch mehrfache Erweiterungen ist die heutige Waldschänke eine beliebte Einkehrstätte. Die alte Schule wurde 1885 als Ablösebau der älteren 1835 erbauten Schule, erbaut, in welcher der Lehrer Karl Max Liske die ersten Jahrzehnte unterrichtete. Heute dient diese als Wohnhaus.
Von 1856 bis 1875 lag die Verwaltungszugehörigkeit beim Gerichtsamt Dippoldiswalde, danach zur Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. Seit 1952 war der Ort Teil des Kreises Dippoldiswalde im Bezirk Dresden (ab 1990 Landkreis Dippoldiswalde), der 1994 mit dem Landkreis Freital zum Weißeritzkreis fusionierte. Bereits am 1. Januar 1991 schlossen sich Obercunnersdorf und Höckendorf zur neuen Gemeinde Höckendorf zusammen, seit dem 31. Dezember 2012 gehört Obercunnersdorf als Ortsteil zur Gemeinde Klingenberg.
Entwicklung der Einwohnerzahl
Jahr Einwohnerzahl1551 18 besessene Mann, 35 Inwohner1764 13 besessene Mann, 2 Gärtner, 5 Häusler1834 2241871 2701890 2931910 2601925 3001939 2611946 3351950 383 Jahr Einwohnerzahl1964 3841990 2512007 1992011 2142016 2262021 222
Persönlichkeiten Ernst Kleber (* 29. Januar 1825 in Obercunnersdorf; † 9. September 1884 ebenda), Amtslandrichter und konservativer Politiker, MdL
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Kategorie:Ortsteil von Klingenberg (Sachsen) Kategorie:Ort an der Wilden Weißeritz Kategorie:Waldhufendorf Kategorie:Gemeindeauflösung 1991 Kategorie:Ort im Erzgebirge