Die Nobelpreise werden seit 1901 jährlich durch die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, das Karolinska-Institut, die Schwedische Akademie und das Norwegische Nobelpreiskomitee vergeben. Die Auszeichnung wurde mit Ausnahme des Preises für Wirtschaftswissenschaften vom schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel gestiftet. Der Preis für Wirtschaftswissenschaften wurde von der Schwedischen Reichsbank im Gedenken an Alfred Nobel gestiftet. Verliehen wird sie an Personen und Organisationen für herausragende Leistungen auf den Gebieten Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur, Frieden sowie Wirtschaftswissenschaften.Nobelstiftung: Nobel Prizes and Laureates. 2019, abgerufen am 10. Oktober 2019 (englisch).
Statistik Bis einschließlich 2024 wurden die eigentlichen Nobelpreise an 819 Männer, 64 Frauen und 31 Organisationen verliehen, der Wirtschaftspreis an 95 Männer und drei Frauen (ohne Mehrfachnennung).
Die erste Nobelpreisträgerin war die Physikerin und Chemikerin Marie Curie, die 1903 den Preis in der Kategorie Physik, zusammen mit ihrem Ehemann Pierre Curie und Henri Becquerel, erhielt. Marie Curie war auch die bislang einzige Frau, die zwei Nobelpreise bekam: 1911 wurde sie mit dem Nobelpreis für Chemie geehrt. 24 Jahre später erhielt ihre Tochter Irène Joliot-Curie den Nobelpreis in derselben Kategorie, als erst zweite Frau in einer naturwissenschaftlichen Disziplin. Damit sind Marie Curie und Irène Joliot-Curie das bislang einzige Mutter-Tochter-Gespann unter den Preisträgerinnen.
Bertha von Suttner war 1905 die erste Frau, die einen Nobelpreis – für Frieden – alleine erhielt.
20-mal wurde eine Frau mit einem Nobelpreis in der Kategorie Frieden, 18-mal mit dem Literaturnobelpreis, 14-mal in der Kategorie Physiologie oder Medizin, 8-mal in der Kategorie Chemie und 5-mal in der Kategorie Physik ausgezeichnet. Den Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften haben bislang drei Frauen erhalten. Vier Nobelpreise und der Wirtschaftspreis gingen im Jahr 2009 an Frauen, die höchste Anzahl von Auszeichnungen für Frauen in einem einzigen Jahr.
Preisträgerinnen Jahr Person LandLand nach der Angabe auf nobelprize.org. Das Land kann von der Nationalität der Laureatin abweichen. Kategorie Begründung für die Preisvergabe Bild 1903 Marie Curie (1867–1934) (geboren in Warschau, damals bzw. ) Physik „als Anerkennung des außerordentlichen Verdienstes, den sie sich durch ihre gemeinsamen Arbeiten über die von H. Becquerel entdeckten Strahlungsphänomene erworben haben“ 100px|Marie Curie 1905 (1843–1914) (geboren in Prag, damals Österreich) Frieden Keine Begründung; ihr Lebenswerk, Roman Die Waffen nieder!, „Permanent International Peace Bureau“, regte Nobel, dessen Privatsekretärin sie für kurze Zeit war, vermutlich zur Stiftung des Friedensnobelpreises an 100px|Bertha von Suttner 1909 (1858–1940) Literatur „auf des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen“ 100px|Selma Lagerlöf 1911 Marie Curie (1867–1934) (geboren in Warschau, damals bzw. ) Chemie „als Anerkennung des Verdienstes, das sie sich um die Entwicklung der Chemie erworben hat durch die Entdeckung der Elemente Radium und Polonium, durch die Charakterisierung des Radiums und dessen Isolierung in metallischem Zustand und durch ihre Untersuchungen über die Natur und die chemischen Verbindungen dieses wichtigen Elements“ 100px|Marie Curie 1926 (1871–1936) (geboren in Nuoro, Sardinien) Literatur „für ihre von hohem Idealismus getragene Verfasserschaft, die mit Anschaulichkeit und Klarheit das Leben ihrer väterlichen Herkunft schildert und allgemeinmenschliche Probleme mit Tiefe und Wärme behandelt“ (verliehen 1927) 100px|Grazia Deledda 1928 (1882–1949) (geboren in Kalundborg, ) Literatur „vornehmlich für ihre mächtigen Schilderungen aus dem mittelalterlichen Leben des (skandinavischen) Nordens“ 100px|Sigrid Undset 1931 (1860–1935) Frieden Keine Begründung; Präsidentin der „Women’s International League for Peace and Freedom“ 100px|Jane Addams 1935 Irène Joliot-Curie (1897–1956) Chemie „für ihre gemeinsam durchgeführten Synthesen von neuen radioaktiven Elementen“ (mit ihrem Ehemann Frédéric Joliot-Curie) 100px|Irène Joliot-Curie 1938 (1892–1973) Literatur „für ihre reichen und echten epischen Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biographischen Meisterwerke“ 100px|Pearl S. Buck 1945 (1889–1957) Literatur „für die von mächtigen Gefühlen inspirierte Lyrik, die ihren Dichternamen zu einem Symbol für die ideellen Bestrebungen der ganzen lateinamerikanischen Welt gemacht hat“ 100px|Gabriela Mistral 1946 (1867–1961) Frieden Keine Begründung; Präsidentin der „Women’s International League for Peace and Freedom“ 100px|Emily Greene Balch 1947 (1896–1957) (geboren in Prag, damals ) Physiologie oder Medizin „für ihre Entdeckung des Verlaufs des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels“ 100px|Gerty Theresa Cori 1963 (1906–1972) (geboren in Kattowitz, damals ) Physik „für ihre Entdeckung der nuklearen Schalenstruktur“ 100px|Maria Goeppert-Mayer 1964 (1910–1994) Vereinigtes Königreich Chemie „für ihre Strukturbestimmung biologisch wichtiger Substanzen mit Röntgenstrahlen“ 100px|Dorothy Hodgkin 1966 (1891–1970) (geboren in Berlin, ) Literatur „für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Deutlichkeit interpretieren“ 100px|Nelly Sachs 1976 (1943–2020) ()In den offiziellen Listen des Friedensnobelpreises wird Nordirland genannt, in den offiziellen Listen des gesamten Nobelpreises jedoch Vereinigtes Königreich. Da Nordirland niemals ein unabhängiger Staat gewesen ist, wird diese Angabe hier in Klammern vermerkt. FriedenKeine Begründung; Gründerinnen des „Northern Ireland Peace Movement“ (umbenannt in „Community of Peace People“) 100px|Betty Williams (* 1944) () Frieden 100px|Mairead Corrigan 1977 (1921–2011) Physiologie oder Medizin „für die Entwicklung radioimmunologischer Methoden der Bestimmung von Peptidhormonen“ 100px|Rita Levi-Montalcini 1979 Mutter Teresa (1910–1997) Angabe aus den offiziellen Listen der Nobelstiftung. Mutter Teresa stammte zwar aus einer katholischen albanischen Familie und wuchs im damals zum Osmanischen Reich gehörenden Makedonien auf, wirkte aber die meiste Zeit ihres Lebens in Indien und nahm 1948 die indische Staatsbürgerschaft an. Daher ist sie in den Listen auch als Inderin verzeichnet. (geboren in Üsküp (heute Skopje) im damaligen Osmanischen Reich, jetzt die Hauptstadt von NordmazedonienAngabe aus der offiziellen Liste der Nobelstiftung.