Die Wiener Konvention über die Staatennachfolge in VerträgeInternational Legal Materials, Vol. 17 (1978), S. 1488; Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Bd. 39 (1979), S. 279.Dazu Karl Zemanek: Die Wiener Konvention über die Staatennachfolge in Verträge, in: Herbert Miehsler, Erhard Mock, Bruno Simma, Ilmar Tammelo (Hrsg.), Ius Humanitatis. Festschrift zum 90. Geburtstag von Alfred Verdross, 1980, S. 719 ff. (WKRSV) vom 23. August 1978 ist ein am 6. November 1996 in Kraft getretener völkerrechtlicher Vertrag, der Regeln dazu enthält, was im Falle einer Staatennachfolge mit bereits bestehenden völkerrechtlichen Verträgen geschehen soll.
Bezeichnung Da Deutsch nicht zu den Sprachen zählt, in denen der Vertrag offiziell existiert, und es auch keine amtliche deutsche Übersetzung gibt, finden sich verschiedene Bezeichnungen aus den Kombinationen von „Wiener Konvention“ / „Wiener Übereinkommen“, „über die“ / „betreffend die“, „Staatennachfolge“ / „Staatensukzession“, „in völkerrechtliche Verträge“ / „in Verträge“. Während sich „Konvention“ näher an dem englischen Titel Vienna Convention on Succession of States in Respect of Treaties orientiert, sind „Staatennachfolge“ und „Staatensukzession“ gleichwertige Übersetzungen; aufgrund der im Englischen im Gegensatz zum Deutschen bestehenden sprachlichen Unterscheidung zwischen contracts und treaties schließlich trifft „in völkerrechtliche Verträge“ den eindeutigen Wortsinn. Gleichwohl findet sich in der deutschsprachigen Literatur auch die Übersetzung Wiener Konvention über Staatennachfolge bei Verträgen.
Bedeutung und praktische Relevanz Das Recht der Staatennachfolge ist ein in vielen Punkten umstrittenes Völkerrechtsgebiet. Das Wiener Übereinkommen über das Recht der Verträge lässt ausdrücklich Fragen unberührt, die sich hinsichtlich eines Vertrags aus der Nachfolge von Staaten ergeben können (Art. 73 WVK). Bis heute ist die Wiener Konvention über die Staatennachfolge in völkerrechtliche Verträge die einzige in Kraft getretene Kodifizierung zum Recht der Staatennachfolge; bislang nicht genügend Vertragsstaaten fanden sich für das Inkrafttreten der Wiener Konvention über die Staatennachfolge in Staatsvermögen, -archive und -schulden.
Mit dem Vertrag wurden teilweise auch vom Völkergewohnheitsrecht abweichende Regelungen kodifiziert. So ist etwa die Kontinuität völkervertraglicher Pflichten der Grundsatz; nur bei neuerlich unabhängigen, also dekolonisierten Staaten soll das „clean slate“- beziehungsweise „Tabula rasa“-Prinzip gelten. Die Akzeptanz und praktische Relevanz des Vertrags ist daher gering geblieben; in vielen Fällen vereinbaren die betroffenen Staaten individuelle Regelungen.
Vertragsstaaten +VölkerrechtssubjektUnterschriftRatifikation23. August 197822. Juli 199323. August 19787. Februar 201923. August 197823. August 197822. Oktober 199212. März 200422. Februar 199326. Juli 199923. August 197822. August 197924. Juni 198825. Juli 200617. Juli 198621. Oktober 199123. August 197828. Mai 198023. August 197823. Mai 19795. Dezember 19796. Februar 197928. April 198016. September 200523. August 197823. Oktober 200631. März 198323. August 19787. Oktober 199610. Januar 197931. August 197930. August 197816. August 19799. Februar 200923. August 197812. März 200122. Februar 198028. Mai 199324. April 19956. Juli 199227. April 199930. August 197923. August 197816. September 198126. Oktober 199223. August 1978
2023 war die Konvention nur von 23 Staaten ratifiziert, weitere 14 hatten sie unterzeichnet. Darunter befand sich kein Staat in Westeuropa, in Nordamerika, in Fernost oder in Ozeanien. Die DDR war Vertragspartei (ab 22. August 1979),Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR: Wiener Konvention über Staatennachfolge in Verträge unterzeichnet. In: Außenpolitische Korrespondenz, Berlin (Ost) 1979, S. 279. die Bundesrepublik Deutschland ist es nicht.
Weblinks und Literatur Vienna Convention on succession of States in respect of treaties, Vertragstext abrufbar auf der Seite der Vereinten Nationen Ferner findet sich der Text unter anderem in folgenden Veröffentlichungen: ILM, Bd. 17 (1978), S. 1488 ff. AVR, Bd. 18 (1979), S. 226 bis 244. ZaöRV, Bd. 39 (1979), S. 279 bis 300 mit Konferenzbericht und Besprechung (Digitalisat; PDF; 3,0 MB). Parlamentarische Anfrage – E-011813/2011 im Europäischen Parlament
Einzelnachweise
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