Bernstein am Wald (bis 1860 Bernstein genannt) ist ein Gemeindeteil der Stadt Schwarzenbach am Wald im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Bernstein hat eine Fläche von 4,522 km². Sie ist in 787 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5746,13 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Breitengrund, Gemeinreuth, Süßengut, Thiemitz und Viceburg. Es gibt ein Sportheim, Sportplätze und einen Spielplatz. Der Freiwilligen Feuerwehr Bernstein am Wald steht ein Feuerwehrhaus zur Verfügung.
Geografie Das Pfarrdorf liegt in einer Rodungsinsel auf einer Hochebene des Frankenwalds. Die Kreisstraße HO 28 führt zur Bundesstraße 173 bei Kleinthiemitz (1,3 km nordwestlich) bzw. nach Straßdorf zur Staatsstraße 2194 (5,7 km nordöstlich), die unmittelbar südlich zu einer Anschlussstelle der B 173 führt.
Diabasbruch am Galgenberg mini|Diabasbruch am Galgenberg Bei Bernstein am Wald befindet sich das Geotop Diabasbruch am Galgenberg. Es erschließt dunkle Diabase aus dem Oberdevon. Dieses vulkanische Gestein entstand aus untermeerisch ausgeflossener Basaltlava in kissenförmig ausgebildeten Gesteinskörpern.
Der Steinbruch ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) als geowissenschaftlich besonders wertvolles Geotop (Geotop-Nummer: 475A003) ausgewiesen.Bayerisches Landesamt für Umwelt, Geotop Ehem. Diabasbruch am Galgenberg WSW von Bernstein a. W. (abgerufen am 22. März 2020). Es wurde vom LfU mit dem offiziellen Gütesiegel Bayerns schönste Geotope ausgezeichnet.Bayerns schönste Geotope, Diabasbruch am Galgenberg (abgerufen am 23. Oktober 2017)
Geschichte mini|hochkant|Michaeliskirche Bernstein wurde zusammen mit Schwarzenbach im Jahr 1372 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte damals zu Schwarzenbach, das freieigner Besitz der Herren von Wildenstein war.M. Körner: Naila, S. 141.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Bernstein aus 29 Anwesen (1 Mühle, 15 Gütlein, 12 Tropfhäuser, 1 Wohnhaus), einer Kirche und einer Schule. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das bayreuthische Verwaltungsamt Bernstein am Wald.M. Körner: Naila, S. 279.
Von 1802 bis 1810 unterstand Bernstein dem Justiz- und Kammeramt Naila. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Bernstein gebildet. Zu diesem gehörten Affennest, Breitengrund, Fußgrund, Gemeinreuth, Göhren, Götzengrund, Grubenberg, Mühlkamm, Räumlas, Räumlasgrund, Räumlasmühle, Sorg, Süßengut und Thiemitz. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Bernstein mit den Orten Breitengrund, Gemeinreuth, Götzengrund, Mühlkamm, Süßengut, Thiemitz. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). Ab 1862 gehörte Bernstein am Wald zum Bezirksamt Naila (1939 in Landkreis Naila umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). Vor 1877 kam Viceburg von der Gemeinde Meierhof zur Gemeinde Bernstein hinzu. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 4,523 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 mit sämtlichen Gemeindeteilen nach Schwarzenbach am Wald eingemeindet.
Wappen Das Wappen der ehemaligen Gemeinde ist geteilt von Rot und Silber; oben ein silberner Schrägbalken, unten auf grünem Dreiberg drei grüne Ahornbäume.
Baudenkmäler In Bernstein gibt es drei Baudenkmäler: Michaelisgasse 2: St. Michael, evangelisch-lutherische Pfarrkirche mit kunstvoller Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert Romansfelsenstraße 18: Schmidtsches Gut Romansfelsenstraße 25: Pfarrhaus
Bodendenkmäler In der Gemarkung Bernstein a.Wald gibt es drei Bodendenkmäler, darunter Burgstall Bernstein
Einwohnerentwicklung Gemeinde Bernstein a.Wald Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 451 570 629 641 673 694 736 700 742 710 722 723 714 744 732 687 723 689 707 705 711 680 607 581HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 79 85 94 102 115 130 143 Quelle Für die Gemeinde Bernstein inklusive Breitengrund (S. 12), Gemeinreuth (S. 34), Götzengrund (S. 37), Süßengut (S. 121) und Thiemitz (S. 123).
Ort Bernstein a.Wald Jahr 1799 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2020Einwohner 173 262 400 445 463 498 511 544 456 466 399 295Häuser 29 50 68 80 99 107 150 Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 365.
Religion Bernstein am Wald ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und seit 1623 Sitz der Pfarrei St. Michael.M. Körner: Naila, S. 51 u. 279.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Geographie (Schwarzenbach am Wald) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Ersterwähnung 1372 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)