mini|Schematischer Aufbau eines Röhrenknochens Die Markhöhle, auch Knochenmarkhöhle,Peter Reuter: Springer Klinisches Wörterbuch 2007 | 2008; Springer-Verlag, 1. Auflage, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, S. 1130. Markraum oder lateinisch Cavitas medullaris oder Cavum medullare,Günter Thiele (Hrsg.): Handlexikon der Medizin. Band 4: L–Z. Urban & Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore 1980, ISBN 3-541-09101-0, ISBN 3-541-09501-6, S. 1554. ist ein mit Knochenmark ausgefüllter Hohlraum im Schaft (Diaphyse) von Röhrenknochen bei Wirbeltieren. Sie wird von der Substantia compacta umhülltWillibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 269. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2023, ISBN 978-3-11-078334-6, S. 1070. und ist von einer zarten Knocheninnenhaut (Endost) ausgekleidet.

Die Compacta besitzt häufig ein größeres Gefäßloch (Foramen nutricium), der Oberschenkelknochen hat zwei Foramina nutricia. Durch diese treten ein in die Markhöhle ziehendes Blutgefäß (Arteria nutricia) ein und ein oder zwei abführenden Venen (Venae nutriciae) heraus. Die Arteria nutricia teilt sich in einen auf- und einen absteigenden Ast, die in der Mitte der Markhöhle verlaufen. Von hier geben die beiden Äste radiale Arterien ab und die Arteriolen treten in die Venensinus ein. Aus den Venensinus entspringen Sammelvenen, welche in eine zentrale Längsvene münden, welche die im Knochenmark gebildeten Erythrozyten über die Vena nutricia in den Blutkreislauf überführen.Damian Sanchez-Quintana, Farhood/Patel Saremi (Dakshes): Imaging Anatomy. Band 3. Thieme 2023, S. 5–6

Die Markhöhle steht mit den Markzellen (Cellulae medullares) der Spongiosa in offener Verbindung.

Bei Feten und jungen Individuen enthält die primäre Markhöhle noch rotes Knochenmark (Medulla osseum rubra), im Alter wird dieses vollständig in Fettmark (Medulla ossium flava) umgewandelt.Maxim Zetkin, Herbert Schaldach: Lexikon der Medizin, 16. Auflage, Ullstein Medical, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-86126-126-1, S. 1243.

Bedeutung Die Markhöhle kann auch für eine sogenannte intraossäre Infusion genutzt werden; man spricht dann von einer intraossären Punktion und vom intraossären Zugang.Luc Aniset, Jürgen Meinhardt, Harald Genzwürker: Der intraossäre Zugang. Eine wichtige Alternative im Notfall. In: Anasthesiologie – Intensivmedizin – Notfallmedizin – Schmerztherapie. Juli 2007, Jahrgang 42, Nummer 7, S. 494–499. doi:10.1055/s-2007-985499. PMID 17661258. Die Infusionslösung verlässt den Knochen durch die Venen des Knochens.

Literatur Theodor H. Schiebler, Horst-Werner Korf: Anatomie. 10. Auflage. Springer, 2007, ISBN 978-3-7985-1770-7.

Einzelnachweise

Kategorie:Osteologie