mini|250px|, 1890 errichtet und später erweitert mini|250px|Gebäude des (1922), heute Sitz der mini|250px| – 660 m lange Pier
ist ein Dorf im auf der Nordinsel von Neuseeland.
Namensherkunft Der ursprüngliche Name der Bucht, an der das Dorf liegt, war , was in der Sprache der soviel bedeutet wie „Regenzeit“. In den Aufzeichnungen des Seefahrers und Entdeckers Kapitän , der die Bucht 1769 und 1777 besuchte, war allerdings der Name für die Bucht verzeichnet. Der Ursprung des Namens „“ ist nicht geklärt, entstammte aber vermutlich aus der Verfälschung eines -Begriffes. Das Dorf wurde jedenfalls nach der Bucht benannt.
Geographie Das Dorf befindet sich direkt an der Mündung des , der in der Mitte der in den Pazifischen Ozean mündet. , auf dem Schwemmland der drei Flüsse , und einem kleineren unbedeutenden Nebenfluss angesiedelt, ist von einer bis hohen Hügellandschaft umgeben, die beidseitig der Bucht mit Felsabstürzen im Meer enden. Bis ins südlich gelegene sind es auf dem , der direkt durch das Dorf führt, gut 54 Straßenkilometer. Die nächstgrößere Siedlung nach Norden stellt die 447 Einwohner zählende Gemeinde dar. Bis nach im Nordwesten sind auf dem 280 km zu fahren.
Geschichte Besiedlung durch Māori siedelten in der Bucht an der Flussmündung des seit etwa 1300 n. Chr., als Polynesier in der großen Flotte von in die Bucht der kamen und Nachkommen von an der Küste sesshaft wurden. Im 16. Jahrhundert soll sich zum Führer der ernannt und die Stammesgruppe gebildet haben, die heute noch existiert. Der Name für den Ort, an dem die siedelten, variierte in der Aussprache; „“ oder „“ ist überliefert. Heute gebräuchlich ist aber der Name „“.
Besiedlung durch Europäer Zwischen dem 24. und 30. Oktober 1769 kam mit der nach , ankerte sein Schiff in einer kleinen geschützten Bucht, die heute genannt wird, nahm frisches Wasser, Fisch, (Süßkartoffel) und geschnittenes Holz an Bord, gab der Bucht in einer vermuteten Fehlinterpretation den Namen und segelte weiter der Küste entlang nach Norden. Im November 1773 kam Kapitän mit der in der zweiten Cook-Expedition kurz vorbei und 1827 der französische Seefahrer und Forscher auf der From Tasman To Marsden. - Furneaux Visits Tolaga Bay, 1773 - NZETC - (abgerufen am 9. Februar 2010).
In den frühen 1830er Jahren begannen man in mit dem Anbau von Flachs und dem Aufbau von Handelsstrukturen bis nach Sydney, Australien. 1843 kam der erste christliche Missionar. 1873 wurde der erste Fährdienst über den eingerichtet. 1875 kaufte ein Regierungseinkäufer für 505 englische Pfund die Siedlung mit rund 100 Hektar Land. Zu dieser Zeit lebten unter den 800 Einwohnern 52 europäische Siedler. Einen wöchentlich verkehrenden Kutschendienst gab es 1887 nach .
Nach einigen erfolglosen Versuchen eine Molkerei zu etablieren wurde 1912 ein Butter-Fabrik gegründet, die in den 1930er Jahren fast 320 t Butter pro Jahr produzierte, 1959 aber geschlossen wurde. Neben der Milchwirtschaft bekam die Viehzucht und der Handel mit gefrorenem Fleisch einen immer größer werdenden Stellenwert für die . Der Transport geschah über den Seeweg. Der wachsenden Bedeutung des Ortes entsprechend bekam 1919 seine eigene Hafenverwaltung, zeitgleich mit der Ausgliederung von aus dem und Bildung eines eigenen , dem .
Um den wachsenden Anforderungen des Transportes genügen zu können, entstand 1920 die Idee eine Pier zu bauen, um größere Schiffe einfacher und sicherer beladen zu können. Nachdem 1924 die Vertragsgrundlagen geschaffen waren, begannen 1926 die Bauarbeiten. Am 22. November 1929 war dann die feierliche Eröffnung der Pier, die sich heute noch mit 660 m Länge die längste Pier Neuseelands nennen darf. Über den Kai wurden bis 1967 Mais, Milchprodukte, Wolle, Vieh und Fleisch über den Seeweg an die Abnehmer verschickt.
Durch den Verfall bereits gezeichnet wurde ab 1977 verboten die Pier mit Fahrzeugen zu befahren. Nach langem Nichtstun setzten sich schließlich die Einwohner von für den Erhalt der Pier ein. In der ersten Phase der Restaurierung wurden zwischen August 2001 and April 2002 insgesamt 26 Pfeiler und das Endstück des Kais für über 360.000 NZ$ erneuert, finanziert durch Spenden verschiedenster Organisationen, , , Summer 2002. Die Restaurierung ist noch nicht abgeschlossen und wird wohl noch viele Jahre andauern, da hunderte von Pfeilern erneuert werden müssen und die Geländer der Pier dazu.
Bevölkerung Zum Zensus des Jahres 2013 zählte das Dorf 768 Einwohner, 7,6 % weniger als zur Volkszählung im Jahr 2006.
Wirtschaft Wichtigste Einnahmequelle des Dorfes stellt heute immer noch die Landwirtschaft mit der Milcherzeugung und der Viehzucht dar. Neben Geschichte und Pier hat noch die Produktion von hochwertigen handgefertigten -Wollprodukten durch die ortsansässige den Ort bekannt gemacht. Seit 1984, werden die Fasern von Ziegenfellen zum Weben und Einfärben nach Schottland geschickt, um dann aus den Stoffen in exklusive Kleidungsstücke herzustellen und über eigene Verkaufsfilialen in und zu vermarkten. Eine weitere, wenn auch bescheidenere Einnahmequelle, stellt der Tourismus dar. Angezogen durch die historische Vergangenheit des Ortes und den beiden Sehenswürdigkeiten (s. u.) kommen Tagestouristen und Durchreisende in den Ort.
Sehenswürdigkeiten Die 660 m lange in die See hineinreichende Pier ist restauriert und begehbar. , nach einer Wanderzeit von gut einer Stunde entlang der Klippen des 343 m hohen . Das 1890 erbaute, aber später umgebaute , das heute eine Backpackers Unterkunft, ein Café und Restaurant beherbergt.
Siehe auch Liste der Baudenkmale in Tolaga Bay
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Region Gisborne