Trippstadt ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Landstuhl an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte Ortsgemeinde und gemessen an der Fläche die mit Abstand größte ist. Trippstadt ist ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Geographie Lage Trippstadt liegt im Herzen des Pfälzerwaldes 15 Straßenkilometer südlich von Kaiserslautern. Der Südosten der Gemarkung ist Teil des Pfälzischen Holzlandes, das in östlicher Richtung in die Frankenweide übergeht. Der Ort selbst liegt auf einer Höhe von etwa . Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Kaiserslautern, Elmstein, Wilgartswiesen, Leimen, Heltersberg, Schmalenberg, Schopp und Stelzenberg.

Gemeindegliederung mini|Unterhammer Zu Trippstadt gehören neben dem Hauptort 22 Ortsteile, die sich weit verteilen und zum Teil lediglich aus einzelnen Häusern bestehen:

Antonihof, Aschbacherhof, Bartelsberg, Bergfeld, Gutenbrunnen, Hasenberg, Heidenkopf, Johanniskreuz, Karlstalhaus, Langensohl, Lauberhof, Meiserspring, Meisertal, Mittelhammer, Neuhof, Oberhammer, Sägmühle, Tiefenteich, Unterhammer, Weiherfelder Hof, Wilensteinerhof, Wilensteiner Mühle.Ortsteilangaben auf der Website der Gemeinde Trippstadt. Abgerufen am 15. Januar 2022.

Erhebungen Der höchste Punkt der Gemarkung ist der im Südosten befindliche Steinberg mit . Nördlich des Trippstadter Siedlungsgebiet erstrecken sich der Quellbachhübel und der Wittgenberg. Im Osten der Gemarkung liegt der Schwanenberg. An der Gemarkungsgrenze zu Stelzenberg befindet sich der hohe Kohlhübel.

Gewässer mini|Moosalbe auf Gemarkung von Trippstadt Im Tal südwestlich des Hauptortes fließt die Moosalbe, die im Osten der Gemarkung entspringt. Innerhalb der Gemarkung von Trippstadt nimmt sie mehrere Nebenbäche wie den Hasendellbach, den Ehebach, den Meiserbach, den Kottelbach und den Kalenborn auf. Der Meiserbach durchfließt außerdem das Vogeltal.

Im Südosten entspringt der Schwarzbach, der in diesem Bereich Burgalb genannt wird, im sogenannten Burgalbweiher; die Trippstadter Gemarkung verlässt er nach rund einem Kilometer. Von links nimmt er den Pferdsbach auf, der die Grenze zu Leimen bildet. Im Pferdsbrunnenweiher mündet der Pferdsbach in den Schwarzbach, der die Gemarkungsgrenze fortsetzt.

Der Aschbach im Norden des Gemeindegebiets verläuft unweit der Grenze zu Kaiserslautern. Jeweils von links münden in ihn der Hirschsprungbach und der Schützenackerbach; letzterer bildet größtenteils die Grenze zu Stelzenberg.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 941 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für die Jahre 1961 bis 1990, Quelle: DWD

Geschichte mini|hochkant|Trippstadter Tal Ende des 18. Jahrhunderts

Trippstadt wurde 1293 als Driebescheit erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte zur Herrschaft Wilenstein der Grafschaft Falkenstein, gelangte an die Kurpfalz und wurde 1716, zusammen mit den Ortschaften Mölschbach und Stelzenberg, dem Kurpfälzer Oberstjägermeister beziehungsweise Oberstforstmeister Freiherr Ludwig Anton von Hacke (1682–1752) zu Lehen aufgetragen. Die Familie von Hacke machte Trippstadt zu ihrer Residenz und ließ dort ihr Schloss mit der katholischen Schlosskirche St. Joseph errichten, die zu ihrer Grablege wurde. Die Herrschaft der Familie dauerte bis Ende des 18. Jahrhunderts.

Im Zuge des Ersten Koalitionskriegs fand im Jahr 1795 in Trippstadt ein Gefecht statt. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Trippstadt in den Kanton Kaiserslautern eingegliedert und besaß eine eigene Mairie, die zusätzlich Krickenbach, Mölschbach und Stelzenberg umfasste. 1815 wurde die Gemeinde Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern.Peter Gärtner: Geschichte der bayerisch-rheinpfälzischen Schlösser, Band 1, S. 140 u. 141, Speyer; 1854; (Digitalscan) Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; daraus ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.

Seit 1939 ist die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Trippstadt innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd eingegliedert, die zum 1. Juli 2019 mit der Verbandsgemeinde Landstuhl zur neuen Verbandsgemeinde Landstuhl fusionierte.

Bevölkerung Einwohnerstatistik Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Trippstadt, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 1.227 1835 1.576 1871 1.391 1905 1.375 1939 1.371 1950 1.637 Jahr Einwohner 1961 1.914 1970 2.145 1987 2.478 1997 2.916 2005 3.150

Konfessionsstatistik Ende 2014 waren 38,7 % der Einwohner evangelisch und 30,7 % katholisch. Die übrigen 30,6 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.KommWis, Stand: 31. Dezember 2014 Mit Stand Juli 2026 waren von den Einwohnern 28,9 % evangelisch und 23,3 % katholisch. 47,8 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Trippstadt Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist demnach im beobachteten Zeitraum gesunken.

Christentum mini|hochkant|Barockes Grabdenkmal der Freiherrn von Hacke in der katholischen Schlosskirche St. Joseph (1783)

Die evangelischen Christen Trippstadts bilden zusammen mit Mölschbach und Stelzenberg eine Kirchengemeinde in der Protestantischen Landeskirche Pfalz. Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer. Im Westen der Ortsgemeinde liegt ein mennonitischer Friedhof, der oft als Wilensteiner Friedhof bezeichnet wird.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Trippstadt besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG WIT Gesamt 2024 3 5 7 5 20 Sitze 2019 4 6 10 – 20 Sitze 2014 5 4 11 – 20 Sitze 2009 6 4 10 – 20 Sitze 2004 7 6 7 – 20 Sitze

Bürgermeister Reinhold Mannweiler (CDU) wurde am 30. August 2024 erneut Ortsbürgermeister von Trippstadt, nachdem er dieses Amt bereits von 1979 bis 2004 ausgeübt hatte. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 56,9 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.

Mannweilers Vorgänger Jens Specht (FWG) hatte das Amt 2019 von Manfred Stahl (FWG) übernommen, der nicht mehr angetreten war. Nach einer Wahlperiode kandidierte Specht bei der Wahl 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Kulturdenkmäler mini|Schloss Trippstadt

Unter Denkmalschutz stehende Objekte in Trippstadt sind unter anderem das Trippstadter Schloss, die katholische Schlosskirche mit dem barocken Grabdenkmal der Freiherrn von Hacke, die Burg Wilenstein, der Brunnenstollen, das ehemalige Eisenhammerwerk und heutige Industriedenkmal Unterhammer, das Herrenhaus Aschbacherhof, die Evangelische Kirche sowie die Ruine der Blasiuskirche beim Aschbacherhof.

Weitere Bauwerke In Trippstadt gibt es ein Eisenhüttenmuseum, in dem gezeigt wird, wie Schmiede vor 2000 Jahren arbeiteten. Das Museum ist in einer renovierten früheren Schmiede untergebracht. In Johanniskreuz befindet sich außerdem das Haus der Nachhaltigkeit. Weitere markante Bauwerke auf dem Gebiet der Gemeinde sind die Klug’sche Mühle und das ehemalige Kurbad Gutenbrunnen.

Natur Auf der Gemarkung von Trippstadt befinden sich insgesamt acht Naturdenkmale. Zudem existieren der Schlossgarten mit ehemaligem Arboretum, das als Naturschutzgebiet eingestufte Karlstal mit der Moosalb und einem Wasserfall sowie die Amseldell oberhalb des Karlstales.

Rittersteine mini|Ritterstein 116 Auf der Gemarkung von Trippstadt befinden sich mehrere Rittersteine. Ritterstein 101 trägt die Aufschrift Burgalbsprung und markiert die Stelle, an der der Schwarzbach als Burgalb seine Quelle hat. 102 Moosalbsprung 40 Schr. markiert die Quelle der Moosalbe. 105 Gratsohl befindet sich nördlich von Johanniskreuz und weist auf eine einst existierende Suhle auf dem Berggrat hin. 107 Hochgericht 1767 verweist auf ein Hochgericht der Herrschaft Wilenstein unmittelbar östlich von Langensohl. 116 R. F. Wittgenberg steht im Norden der Gemarkung an der Stelle eines 1832 errichteten und zwischenzeitlich abgegangenen Forsthauses. 124 R. Amoenenhof markiert die Stelle eines untergegangenen Hofes. 126 Altes Forsthaus 15 Schr. verweist auf ein weiteres inzwischen nicht mehr existierendes Forsthaus.

Vereine und Sport Ein schon alter Verein ist die TSG 04 Trippstadt, die mit Hussein Assane einen Teilnehmer an den Deutschen Pétanque-Meisterschaften von 2008 stellte. Im Jahr 2000 wurde der Ortsverein der Pfälzischen Kinderhilfe – Leben nach Tschernobyl e. V. gegründet. Radsportlern bietet der Bikepark Trippstadt eine Sonderstrecke des Mountainbikeparks Pfälzerwald.

Veranstaltungen Im Juli findet rund um die Karlstalhalle in der Steiggasse die Trippstädter Kerwe statt, an jedem ersten September-Wochenende das Kohlenbrennerfest am alten Meilerplatz und an jedem zweiten Samstag im Oktober wird in der Karlstalhalle das Oktoberfest der Musikkapelle Trippstadt veranstaltet. Die AG Song hielt vom 10. bis zum 12. September 1976 ein Treffen in der Gemeinde ab. In Unterhammer im Karlstal werden in jüngerer Zeit Ausstellungen gezeigt und Konzerte durchgeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Bundesstraße 48 in Johanniskreuz, links zweigt die Landesstraße 499 nach Waldfischbach-Burgalben ab; in Bildmitte ist ein ehemaliges Forsthaus zu sehen

Unternehmen und Institutionen Aufgrund der geographischen Gegebenheiten dominierte in Trippstadt jahrhundertelang die Forst- und Holzwirtschaft. Der 1991 gegründete Plattenhersteller Mons Records hat seinen Sitz in Trippstadt. Im Trippstadter Schloss ist die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft des Landes Rheinland-Pfalz untergebracht. Die Gesellschaft für Dienste im Alter betrieb in Trippstadt bis Mitte 2020 ein Wohnstift.

Verkehr Durch den äußersten Osten der Gemarkung verläuft die Bundesstraße 48, die dabei Johanniskreuz passiert. In diesem Bereich liegt ebenso die Landesstraße 499, die von Frankeneck nach Waldfischbach-Burgalben verläuft. Von letzterer zweigt die Landesstraße 500 ab, die eine Verbindung zur jenseits des Gemeindegebiets verlaufenden Bundesstraße 270 herstellt. Durch den Norden der Gemarkung führt außerdem die Landesstraße 503. Die Kreisstraße 50 führt mitten durch das Trippstadter Siedlungsgebiet und verknüpft die L 500 mit der im Nordosten der Gemarkung verlaufenden Landesstraße 504. Die Kreisstraße 51 bindet den Neuhof an. Von der K 50 zweigt mitten im Ort die Kreisstraße 53 Richtung Kaiserslautern ab. Nächstgelegener Bahnhof ist Schopp an der Biebermühlbahn.

Tourismus mini|Wanderheim Faselstall Mitten im Kernort befindet sich auf 420 Metern Höhe das von der Trippstadter Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins betriebene Wanderheim Faselstall. In Johanniskreuz liegt der östliche Endpunkt des Radweges Südwestpfalz-Tour.