miniatur|hochkant=1.4|Nissan-Grand-Prix in Mid-Ohio 1991. In Führung Tommy Kendall vor Wayne Taylor (beide auf einem Intrepid RM-1), dahinter Davy Jones (Jaguar XJR-16), Chip Robinson und Geoff Brabham (Nissan NPT-91) sowie Raul Boesel (Jaguar XJR-16) und James Weaver (Porsche 962) Die IMSA-GTP-Serie war eine Sportwagen-Rennserie, die von 1981 bis 1993 unter der Schirmherrschaft der International Motor Sports Association (IMSA) in den USA und Kanada ausgefahren wurde.

Geschichte

Die IMSA-GT-Rennserie existierte bereits seit 1971, als der IMSA-Gründer John Bishop eine Rennserie für GT-Fahrzeuge ins Leben rief. Mit der Einführung der Gruppe C 1981 öffnete sich auch die IMSA für diese Rennprototypen. Während gleichzeitig weiter mit GT-Fahrzeugen gefahren wurde, kamen ab 1981 neben speziellen Konstruktionen, die ausschließlich für die GTP-Klasse gebaut wurden, auch Rennwagen wie der Porsche 956 und der Porsche 962 zum Einsatz. Die GTP-Fahrzeuge entsprachen dem technischen Reglement der Gruppe C mit dem nicht unmaßgeblichen Unterschied, dass es in der IMSA-GTP-Serie keine Treibstoffbeschränkung gab. Die Teams konnten im Gegensatz zu den Rennen in der Sportwagen-Weltmeisterschaft, so viel Benzin verbrauchen, wie sie wollten.

Gefahren wurden sowohl Langstreckenrennen wie das 24-Stunden-Rennen von Daytona und das 12-Stunden-Rennen von Sebring, die während der GTP-Ära zur Rennserie zählten, als auch Sprintrennen auf Stadtkursen und 200-Meilen-Rennen auf permanenten Rennstrecken.

Erster Gesamtsieger war 1981 der Brite Brian Redman, der einen Lola T600 mit Chevrolet-Motor fuhr. Mit der Einführung des Porsche 962 in die Rennserie begann eine dreijährige Hegemonie von Porsche, die 1988 von Nissan beendet wurde. Mit dem Einstieg von Jaguar, Toyota und Mazda erlebte die Serie in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre ihren Höhepunkt. Die Serie zog eine Vielzahl an Spitzenpiloten an, was vor allem an den hohen Preisgeldern lag, die bei jedem Rennen ausgeschüttet wurden. Auch bei den Zuschauern war die Serie sehr beliebt, teilweise waren die Starterfelder doppelt so groß wie in der Gruppe-C-Meisterschaft.

1985 wurde die Camel-Light-Klasse, zusätzlich zu den GTP- und GT-Wagen, eingeführt, um die Serie auch für 2-Liter-Prototypen zu öffnen.

Anfang der 1990er-Jahre kam die Serie aus mehreren Gründen in die Krise. 1992 zog sich Porsche zurück und konzentrierte sich in den USA auf das Indianapolis-Projekt. Dadurch dominierten die japanischen Hersteller, was wiederum viele Privatteams zur Aufgabe zwang, die sich die teuren Prototypen aus Asien nicht leisten konnten und deren Porsche 962 unterlegen waren. Mit dem Rückzug von Mazda und Toyota 1992 war das Ende vorbestimmt. Als sich 1993 die Zuschauer – die sich auch wegen der großen Vielfalt an Marken für die Serie interessierten – abwandten und damit wichtige Sponsoren absprangen, wurde am 2. Oktober 1993 in Phoenix das letzte Rennen der Serie ausgefahren.

Nachfolger 1998 wurde die IMSA-GT-Meisterschaft aufgelöst. 1999 wurde die American Le Mans Series (ALMS) gegründet. Die Grand-Am Sports Car Series wurde 2000 als Nachfolge der gescheiterten United States Road Racing Championship als Konkurrenz zur ALMS ins Leben gerufen. Während die American Le Mans Series sich klar an den Regularien der 24-Stunden-Rennen von Le Mans orientierte, schuf die Grand-Am Sports Car Series mit den Daytona-Prototypen ihre eigene Top-Klasse. Beide Serien nahmen Rennen der IMSA-GT-Meisterschaft auf. Die Sports Car Series wurde um das 24-Stunden-Rennen von Daytona konstruiert, während das 12-Stunden-Rennen von Sebring den Kern der ALMS bildete. Dadurch gehörten die beiden bedeutsamsten US-amerikanischen Langstreckenrennen über viele Jahre zwei verschiedenen Serien an. Erst mit der Gründung der United SportsCar Championship im Jahre 2013 wurden beide Serien und damit auch die Rennen wieder in einer Serie vereint. Seit 2023 wird durch den Zusammenschluss zwischen der IMSA und der FIA unter der Verwendung eines gleichen technischen Reglements die Top-Klasse der United SportsCar Championship, in Anlehnung an die alte IMSA-GT-Meisterschaft, wieder GTP genannt. Statistik

Gesamtsieger 1981–1993 Jahr Klasse Fahrzeug Fahrer 1981 GTP-Klasse Lola T600 Brian Redman 1982 GTP-Klasse Porsche 935 Turbo John Paul junior 1983 GTP-Klasse March 83G Al Holbert 1984 GTP-Klasse March 83G Randy Lanier 1985 GTP-Klasse Porsche 962 Al Holbert Lights-Klasse Mazda Argo Jim Downing 1986 GTP-Klasse Porsche 962 Al Holbert Lights-Klasse Mazda Argo Jim Downing 1987 GTP-Klasse Porsche 962 Chip Robinson Lights-Klasse Mazda Argo Jim Downing 1988 GTP-Klasse Nissan GTP ZX-Turbo Geoff Brabham Lights-Klasse Buick Tiga Tom Hessert 1989 GTP-Klasse Nissan GTP ZX-Turbo Geoff Brabham Lights-Klasse Buick Spice Scott Schubot 1990 GTP-Klasse Nissan GTP ZX-Turbo Geoff Brabham Lights-Klasse Buick Spice Tomas Lopez 1991 GTP-Klasse Nissan NPT-91 Geoff Brabham Lights-Klasse Acura Spice Parker Johnstone 1992 GTP-Klasse Toyota Eagle MKIII Juan Manuel Fangio II Lights-Klasse Acura Spice Parker Johnstone 1993 GTP-Klasse Toyota Eagle MKIII Juan Manuel Fangio II Lights-Klasse Acura Spice Parker Johnstone

Literatur

J. A. Martin und Ken Welles: Prototypes – the History of the IMSA GTP Series. Bull Publishing, Phoenix 2000, ISBN 1-893618-01-3.

Weblinks

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