Druschkiwka (; ) ist eine Stadt in der Oblast Donezk in der Ukraine. miniatur|links|Nikolaus-Kirche in Druschkiwka miniatur|links|Bahnhof in Druschkiwka
Geographie Geographische Lage Die Stadt liegt etwa 12 Kilometer südlich von Kramatorsk und 72 Kilometer nördlich der Oblasthauptstadt Donezk gelegen. Sie gehört zur Agglomeration von Kramatorsk und liegt am Zusammenfluss der Flüsse Kasennyj Torez () und Krywyj Torez ().
Stadtgemeinde Die Stadtgemeinde hatte 2012 insgesamt 70.286 Einwohner.Bevölkerungszahlen der Oblast Donezk vom Statistischen Zentralamt in Donezk Die kriegsbedingt rasch schwindende Einwohnerzahl wurde Mitte 2026 vom Leiter der Regionalen Militärverwaltung Donezk auf noch 4.000 beziffert.
Geschichte Der Ort wurde von Zarin Katharina der Großen 1781 gegründet und entwickelte sich stark nach dem Bau der Eisenbahnstrecke Kursk–Charkow–Asow in den 1890er Jahren. Durch die Ansiedlung verschiedener Industriezweige wuchs der Ort in der Sowjetzeit weiter und erhielt 1938 das Stadtrecht. 1945 wurde die bis heute bestehende Straßenbahn Druschkiwka eröffnet, derzeit mit drei von ehemals sechs Linien.
Zweiter Weltkrieg Während des Zweiten Weltkriegs war Druzhkivka vom 22. Oktober 1941 bis zum 6. Februar 1943 und erneut vom 9. Februar bis zum 6. September 1943 von der deutschen Armee besetzt.
Die Ermordung der jüdischen Bevölkerung wurde von Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS (SD) durchgeführt, die den Vorausabteilungen der Wehrmacht folgten. Im Gebiet von Druzhkivka waren das Sonderkommando 4b und die Einsatzgruppe 6 tätig. Die deutschen Besatzungsbehörden erließen Befehle zur Zwangsarbeit für Juden und verpflichteten diese, Armbinden mit dem Davidstern zu tragen. Die frühesten dokumentierten Ermordungen von Juden in Druzhkivka waren im Dezember 1941. Die örtliche Hilfspolizei stellte Listen mit Namen zusammen und half dann bei der Organisation der Erschießungen. Im Februar 1942 lebten noch insgesamt 148 Juden in Druzhkivka, überwiegend Frauen, Kinder und ältere Menschen. Fast alle von ihnen wurden zwischen Februar 1942 und Mai 1943 von den Deutschen erschossen. Die Anzahl und Namen der Getöteten, die Orte und Daten der Erschießungen, die Täter der Verbrechen und die Geschichten über Verstecke und Rettungen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Ein Zeuge aus dem Dorf beschrieb, wie die SS Juden entlang der Eisenbahnlinie erhängte.
Verwaltungsgliederung Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Druschkiwka (Дружківська міська громада/Druschkiwska miska hromada). Zu dieser zählen auch die 4 Siedlungen städtischen Typs Nowohryhoriwka, Nowomykolajiwka, Oleksijewo-Druschkiwka und Rajske, die 13 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer sowie die 2 Ansiedlungen Pryjut und StarorajskeКабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 710-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Донецької області", bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Druschkiwka (Дружківська міська рада/Druschkiwska miska rada) welche direkt unter Oblastverwaltung stand und im Norden des ihn umschließenden Rajons Kostjantyniwka lag.
Die Stadtratsgemeinde gliederte sich neben der eigentlichen Stadt wie folgt: Druschkiwske (Dorf) Oleksijewo-Druschkiwka (Siedlung städtischen Typs) Rajske (Siedlung städtischen Typs) mit: Nowohryhoriwka (Siedlung städtischen Typs) Nowomykolajiwka (Siedlung städtischen Typs) Krasnyj Kut (Dorf) Starorajske (Ansiedlung)
Am 17. Juli 2020 wurde der Ort ein Teil des Rajons KramatorskВерховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів".
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Druschkiwka Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch Druschkiwske (bis 2016 TscherwonosorjaneВерховна Рада України; Постанова від 19.05.2016 № 1377-VIII Про перейменування окремих населених пунктів та районів) Дружківське (Червонозоряне) Дружковское (Druschkowskoje)/Червонозоряное (Tscherwonosorjanoje) Kindratiwka Кіндратівка Кондратовка (Kondratowka) Krasnyj Kut Красний Кут Красный Кут (Krasny Kut) Kurtiwka Куртівка Куртовка (Kurtowka) Mykolajpillja Миколайпілля Николайполье (Nikolaipolje) Nowohryhoriwka Новогригорівка Новогригоровка (Nowogrigorowka) Nowomykolajiwka Новомиколаївка Новониколаевка (Nowonikolajewka) Nowopawliwka Новопавлівка Новопавловка (Nowopawlowka) Oleksijewo-Druschkiwka Олексієво-Дружківка Алексеево-Дружковка (Alexejewo-Druschkowka) Ossykowe Осикове Осыково (Ossykowo) Pawliwka Павлівка Павловка (Pawlowka) Petriwka Петрівка Петровка (Petrowka) Pryjut Приют Приют (Prijut) Rajske Райське Райское (Raiskoje) Rajske Райське Райское (Raiskoje) Sofijiwka Софіївка Софиевка (Sofijewka) Starorajske Старорайське Старорайское (Staroraiskoje) Torezke Торецьке Торецкое (Torezkoje) Torske Торське Торское (Torskoje)
Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung 1923 1926 1939 1959 1970 1979 1989 2001 2005 2016 3.432 5.747 31.781 43.124 53.338 64.310 73.723 64.557 63.226 58.953 Quelle:Demographie ukrainischer Städte auf pop-stat.mashke.org
Laut der Volkszählung gilt die ukrainische Sprache von 35,5 % der Bevölkerung als Muttersprache.
Volkszählungsdaten für die gesamte Stadtgemeinde von 2001: NStaatsangehörigkeitNummerUd. Gewicht (%)1Ukrainer48.30264,402Russen24.12232,163Armenier6120,824Weißrussen4900,655Tataren2160,29Gesamt75.006100,00 Die Geburtenrate betrug 7,2 pro 1000 Einwohner, die Sterblichkeitsrate 17,9. Der natürliche Rückgang betrug −10,7 und der Wanderungssaldo war mit +1,9 pro 1000 Einwohner positiv.
Persönlichkeiten Maxim Saburow (1900–1977), sowjetischer Politiker Leonid Ponomarjow (1937–2019), russischer Physiker
Weblinks
Eintrag zum Ort in der Enzyklopädie der modernen Ukraine (ukrainisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Donezk
Kategorie:Gemeindegründung 1781 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1938