Die Regeln für den ersten Eurovision Song Contest 1956 in Lugano (Schweiz) sahen vor, dass in jedem Teilnehmerland eine Vorentscheidung ausgetragen werden musste. Diese war in Deutschland für den 1. Mai 1956 in Köln vorgesehen. Es gibt unterschiedliche Aussagen darüber, ob die Veranstaltung tatsächlich wie behauptet stattgefunden hat. Laut einiger Berichte könnten sich angeblich einige der auf der Teilnehmerliste aufgeführten Interpreten (inklusive Freddy Quinn) nicht an die Veranstaltung erinnern oder konnten belegen, dass sie an besagtem Abend einen anderen Auftritt in Berlin hatten. Auch sind keine Aufzeichnungen wie zum Beispiel Berichte aus Zeitungen oder Zeitschriften vorhanden. Einige vermuten daher, dass die Vorentscheidung nur pro forma angesetzt wurde, um den Regularien zu entsprechen, aber nie stattgefunden hat.1956: Deutscher Vorentscheid im Kölner Funkhaus, ARD, abgerufen am 24. Oktober 2018.

In der Presse wurde die Übertragung jedenfalls angekündigt, samt Beteiligung von Adalbert Luczkowski sowie dem Tanz- und Unterhaltungs-Orchester des Westdeutschen Rundfunks, die Moderation sollte Heinz Piper übernehmen. Zum geplanten Prozedere steht im Text: "Gleichzeitig sieht und hört diese Sendung am Bildschirm eine Jury, die unter den dargebotenen Kompositionen die zwei besten zu wählen hat." In der Ankündigung werden jedoch nur elf Teilnehmer namentlich genannt, es fehlt einer der beiden späteren Vertreter Deutschlands, Freddy Quinn. Laut einer Recherche von Autor Tschajk Freiberg für sein 2005 erschienenes Buch "Tu te reconnaîtras – The Story of Eurovision" hatte das den Grund, dass die Plattenfirma Polydor eine Direktnominierung Quinns forderte: Die ARD sagte zu - und verzichtete wohl auf den ursprünglich geplanten Vorentscheid. Den zweiten Startplatz vergab man ans Konkurrenzlabel Ariola, wobei dieser an Walter Andreas Schwarz ging, der mit Im Wartesaal zum großen Glück (im Gegensatz zu Quinn) auch geplanter Vorentscheidsteilnehmer war.

Die später in Lugano siegreiche Schweizerin Lys Assia sei demnach auch nicht als Teilnehmerin, sondern als außerhalb des Wettbewerbs auftretender Gaststar eingeplant gewesen.

Platz Startnr. Interpret LiedMusik (M) und Text (T) 1. 9 Freddy Quinn So geht das jede NachtM/T: Peter Moesser, Lotar Olias 1. 10 Walter Andreas Schwarz Im Wartesaal zum großen GlückM/T: Walter Andreas Schwarz – 1 Lys Assia Ein kleiner goldner Ring 2 Rolf Baro – 3 Eva Busch 4 Angèle Durand 5 Margot Eskens 6 Friedel Hensch und die Cyprys 7 Margot Hielscher 8 Bibi Johns 11 Hans Arno Simon 12 Gerhard Wendland

Siehe auch Eurovision Song Contest 1956 Liste der Musikwettbewerbe und Preise

Einzelnachweise

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