mini|Anne und Patrick Poirier Anne (* 31. März 1942 in Marseille) und Patrick (* 5. Mai 1942 in Nantes) Poirier sind ein französisches Künstlerehepaar.

Werdegang und künstlerisches Wirken Anne und Patrick Poirier studierten von 1963 bis 1966 an der École nationale supérieure des arts décoratifs in Paris. Nachdem sie den Prix de Rome gewonnen hatten, lebten sie von 1969 bis 1971 als Stipendiaten der Académie de France à Rome in der Villa Medici in Rom.Pensionnaires: Anne et Patrick Poirier. Académie de France à Rome, abgerufen am 5. Februar 2010

Der Aufenthalt der beiden in Rom mit seinen Zeugnissen aus der Antike, eine Reise nach Angkor im Jahr 1970, aber auch beider Kindheitserfahrungen im kriegszerstörten Frankreich waren bestimmend für ihr künstlerisches Schaffen; zentrale Thematik der von den Poiriers geschaffenen Werke ist das kulturelle Gedächtnis, aber auch das Vergessen. Ihre Kunst sehen sie in Nähe zur Archäologie. In vielen Werken der Poiriers finden sich Zitate und Versatzstücke aus der Antike, die das Künstlerpaar in neuen Bedeutungszusammenhängen arrangiert: Gebrochene und zerbrochene Säulen oder auch überdimensional vergrößerte Augenpartien aus Michelangelos „David“. Damit werden Anne und Patrick Poirier zur Richtung der Spurensicherung gerechnet.Günter Metken: Spurensicherung: Kunst als Anthropologie und Selbsterforschung. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 1982, ISBN 3-7701-0954-6

mini|„Depot der Erinnerung und des Vergessens“, 1992; Ludwigmuseum, Koblenz

Stellungnahme „Die Erinnerung ist die Bedingung jeden schöpferischen Aktes, jedes Aufbaus der Zukunft, aber wir bestehen auch aus Vergessen. Es gibt keine Erinnerung ohne dieses enorme und mächtige Gegengewicht des Vergessens. Ist der Schaffende nur ein Archäologe der Erinnerung und des Vergessens?“Zitiert nach Helmut Friedel (Hrsg.) und Petra Giloy-Hirtz: Wegweiser Kunst für München im öffentlichen Raum 1972-1979. Hugendubel, München 1997, ISBN 3-88034-957-6, S. 151

Werke (Auswahl) mini|Medusa Brunnen am Henriettenplatz in Berlin-Halensee, 1987 Ostia antica. 1971–1972 Domus aurea. 1975–1977 La grande colonne noire du Suchères. 1984–1985 Gorgobrunnen „Medusa“, 1987 Oculus historiae, oculus memoriae, oculus oblivionis. 1989–1990 Mnemosyne. 1990–1991 De la Fragilité du Pouvoir. 1989–1992 Dépot de mémoire et d'oubli. 1992. Museum Ludwig Koblenz Danger zone. 2001 War game. 2002 Memoria Mundi. 2002, Kunstweg MenschenSpuren, Neandertal

Ausstellungen (Auswahl) Galerie Maenz Köln, 1972 Biennale von Paris, 1973 Kunstverein in Hamburg, 1974 Biennale Venedig, 1976, 1980, 1984 documenta 6 Kassel, 1977 Musée National d’Art Moderne Paris, 1978 Städtische Galerie im Lenbachhaus München, 1988 Museum Moderner Kunst Wien, 1994 Centrum für Gegenwartskunst Linz, 2002. kunstaspekte.de, abgerufen am 5. Februar 2010 Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal, 29. Oktober 2016 bis 8. Januar 2017, Kurzbeschreibung von der Website des Skulpturenparks Waldfrieden, abgerufen am 17. September 2016

Literatur Aleida Assmann: Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses. C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-50961-4. Jan Assmann: Krypta – Bewahrte und verdrängte Vergangenheit. Künstlerische und wissenschaftliche Explorationen des kulturellen Gedächtnisses. In: Bernhard Jussen (Hrsg.): Archäologie zwischen Imagination und Wissenschaft: Anne und Patrick Poirier. Wallstein, Göttingen 1999, ISBN 3-89244-347-5. Helmut Friedel (Hrsg.) und Petra Giloy-Hirtz: Wegweiser Kunst für München im öffentlichen Raum 1972–1979. Hugendubel, München 1997, ISBN 3-88034-957-6. Doris Angermann: Ensemble „Oculus historiae“. In: Steffi Roettgen (Hrsg.): Skulptur und Plastik auf Münchens Straßen und Plätzen. Kunst im öffentlichen Raum 1945–1999. IDEA-Verlag, Puchheim 2000, ISBN 3-88793-150-5.

Weblinks

Poirier, Anne und Patrick: Occhio Piangente. Museumsverband Schleswig-Holstein

Einzelnachweise

Kategorie:Ehepaar Kategorie:Künstlerduo (Bildende Kunst) Kategorie:Spurensicherung (Kunst) Kategorie:Installationskünstler (Frankreich)