Die Grube Eskesberg war ein Kalkstein-Steinbruch im Oberdevonischen Massenkalk im Westen Wuppertals im Stadtbezirk Elberfeld-West,Paul Reising: Neues vom Eulenkopfweg. Die Geschichte der Steine, Pflanzen, Tiere und Menschen am Nordwestrand der Stadt Wuppertal (= Natur beobachten und kennenlernen, Bergisches Land. Bd. 8). Born-Verlag, Wuppertal 1994, ISBN 3-87093-068-3. der später als Deponie genutzt wurde und heute nach der Sanierung ein Naturschutzgebiet ist.

Lage und Größe Der bei Varresbeck nordöstlich gelegene Steinbruch war nach dem ehemaligen Hof Eskesberg bzw. dem Eskesberg benannt. Südlich der Grube verlief die Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd. Im Osten war die Grube Dorp benachbart. Zwischen den beiden Gruben verblieb ein Gesteinssockel, auf dem die Varresbeck nach Süden fließt.

Die Grube maßgemessen in Google Earth in der West-Ost-Ausdehnung rund 280 Meter und in der Nord-Süd-Ausdehnung rund 230 Meter.

Geschichte Kalkstein wurde von 1850 bis zur Einstellung des Abbaus 1956 gewonnen.Bernd Schwickerath: Natur erobert den Eskesberg zurück. In: Westdeutsche Zeitung, vom 15. April 2011, (online). Im Anschluss wurde das Gelände 1957 von der Stadt Wuppertal übernommen. Die Grube, deren unterste Sohle 60 Meter tief war, füllte sich mit Grundwasser und wurde dann kurze Zeit als Badesee genutzt. Später wurde die Grube bis 1972 als Deponie für Hausmüll und Bauschutt genutzt.Pressemitteilung der Stadt Wuppertal: , vom 2. Dezember 2008, Abruf am 5. Juni 2015.

Im Steinbruch Eskesberg wurde der Eulenkopf (Stringocephalus burtini), ein Leitfossil des Mitteldevons, gefunden. Er ist Namensgeber des regionalen Wanderwegs Eulenkopfweg.

Das Industriedenkmal Kalktrichterofen Wuppertal ist von der Grube verblieben.

Naturschutzgebiet Die verfüllten Gruben überließ man zunächst sich selbst. Aufgrund der Gefährdung des Grundwassers wurde die Deponie in den Jahren 2004/2005 für insgesamt 3,2 Millionen Euro saniert und nach oben abgedichtet, sowie mit einer aktiven Drainage versehen.

Die Abdichtung wurde mit einem 1 Meter dickenBöden in Wuppertal – Deponie Eskesberg. In: Die Böden Deutschlands. Sehen, erkunden, verstehen. Ein Reiseführer. Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau Oktober 2010, S. 113 (PDF; 17,85 MB)., humus- und nährstoffarmem, kalk- und steinreichen Mutterboden bedeckt und zur weitgehend natürlichen Wiederbesiedlung aufgelassen. Dieses Areal mit 8,5371 Hektar ist seit 2005 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Auf der zunächst völlig kargen Fläche entwickelte sich ein ungewöhnlich arten- und blütenreiches Stadtbiotop. Die Wiederbesiedlung mit Insekten, Wirbeltieren und Gefäßpflanzen wurde dabei im Rahmen eines Monitoring genau verfolgt. Nach jahrelanger, weitgehend natürlicher Sukzession wurde mit Pflegemaßnahmen zur Offenhaltung begonnen. Weite Bereiche befinden sich in einem Übergangsstadium zwischen Grünland- und Ruderalvegetation.Exkursion des Bochumer Botanischen Vereins mit Pflanzenliste vom 15. Juni 2014K. Cölln, A. Jakubzik, K. Ricono, F. Sonnenburg, G. Weber, J. Boomers: Neustart für ein Stadtbiotop auf einer sanierten Deponie. Die spontane Besiedlung der sanierten Deponie Eskesberg in Wuppertal durch Pflanzen und Tiere. In: Natur in NRW Heft 37(2), 2012, S. 25–28.

Einzelnachweise

Literatur Hubert Leonard Nobis: Rekultivierungserfolg durch natürliche Sukzession auf nährstoffarmen Abraumböden – Ergebnisse eines Monitorings auf der Deponie Eskesberg in Wuppertal. In: Abschluss und Rekultivierung von Deponien und Altlasten 2008. Sanierung, Nachsorge und Folgenutzung von Deponien. Die neue Verordnung zur Vereinfachung des Deponierechts. Aktueller Stand der Diskussion und Umsetzung. Beiträge zum Seminar, 8. und 9. Oktober 2008, Jugendstil-Festhalle, Landau i.d.Pf. ICP, Karlsruhe 2008, ISBN 978-3-939662-04-4, S. 89–100.

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