mini|Julia Klöckner (2024) rahmenlos|zentriert|klasse=skin-invert-image|Unterschrift von Julia Klöckner Julia Klöckner (* 16. Dezember 1972 in Bad Kreuznach) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Seit März 2025 ist sie Präsidentin des Deutschen Bundestages.

Zuvor war Klöckner von 2018 bis 2021 Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Merkel IV, von 2012 bis 2022 stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende und von 2022 bis 2025 Bundesschatzmeisterin der CDU.

Von 2002 bis 2011 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages und 2009 bis 2011 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Seit 2021 ist sie erneut Mitglied des Deutschen Bundestages, wo sie in der 20. Legislaturperiode wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag war.

Von 2010 bis März 2022 war Klöckner Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz. Bei der Landtagswahl 2011 und 2016 war sie Spitzenkandidatin ihrer Partei. Von 2011 bis 2018 führte sie als Vorsitzende die CDU-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz an.

Familie, Ausbildung und Beruf Klöckner wurde als Tochter des Winzers Aloys Klöckner und seiner Frau in Bad Kreuznach geboren. Sie wuchs mit ihrem älteren Bruder Stephan in einem katholisch geprägten Elternhaus auf dem elterlichen Weingut in Guldental auf.Kathrin Zehender: Julia Klöckner. In: Konrad-Adenauer-Stiftung: Geschichte der CSU. Auf www.kas.deJörg Burger: Die Kandidatin. In: Die Zeit Nr. 38, 2005. Nach dem Abitur 1992 am Gymnasium an der Stadtmauer in Bad Kreuznach studierte Klöckner Politikwissenschaft, katholische Theologie sowie Pädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und schloss 1998 mit dem Grad der Magistra Artium ab. Das Thema ihrer Magisterarbeit lautete Struktur und Entwicklung der europäischen Weinmarktpolitik. Zusätzlich legte sie die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Sozialkunde und katholische Religionslehre ab.

Im Jahr ihrer Zwischenprüfung 1994 wurde Klöckner zur Naheweinkönigin und 1995 zur Deutschen Weinkönigin für die Amtszeit 1995/1996 gewählt. Vorausgegangen waren Prüfungen in Weinan- und -ausbau, Weinvermarktung, Önologie, Rhetorik sowie Fremdsprachen. Das Ehrenamt war mit rund 200 Terminen pro Jahr im In- und Ausland verbunden. In: Allgemeine Zeitung, 8. November 2014. Sven Astheimer: Zwischen Glamour und Gelände. In: FAZ.net, 17. November 2009 (aktualisierte Version eines Textes vom 3. Januar 2009 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung). Bis 1998 unterrichtete sie nach der Zwischenprüfung in Theologie an einem Tag in der Woche – mit besonderer Erlaubnis – an der Pestalozzischule in Wiesbaden-Biebrich Religion für Grundschüler.Zur Nebentätigkeit siehe Julia Klöckner: Zutrauen! Ideen statt Ideologien – Was mir in der Politik wichtig ist. Im Kapitel: Ohne Ehrgeiz, ohne Karrierepläne geht es wohl nicht?

Nach ihrem Studium hospitierte Klöckner zunächst ab 1998 beim SWR in Mainz und war in der Abteilung Landeskultur bis 2002 als freie Mitarbeiterin tätig. 1999/2000 absolvierte sie ein journalistisches Volontariat beim auf Wein- und Getränkepublikationen spezialisierten Meininger Verlag in Neustadt an der Weinstraße. Von 2000 bis 2002 war sie Redakteurin bei der neu gegründeten Weinwelt und von 2001 bis 2009 Chefredakteurin des Sommelier-Magazins. Beide sind im Meininger Verlag erscheinende Zeitschriften.

2009/2010 absolvierte Klöckner das Young Leader Program des American Council on Germany, ein Partnerprojekt der deutschen Denkfabrik Atlantik-Brücke und des American Council on Germany für aufstrebende politische und wirtschaftliche Führungskräfte.

Ihr Privatleben schirmt Klöckner vor der Öffentlichkeit ab. Von 2000 bis 2017 war sie mit dem Medienmanager Helmut Ortner liiert.Wer wird „First Gentleman“? In: Saarbrücker Zeitung, 12. Februar 2016; , 8. März 2016.Julia Klöckner plaudert über ihren Freund In: n-tv.de, 5. September 2018, 3. Oktober 2024. Im April 2019 heiratete sie in Südafrika standesamtlich den Inhaber eines Oldtimer-Zentrums Ralph Grieser. Im September 2019 folgte die kirchliche Trauung in Klöckners Heimatkirche in Guldental. 2023 trennte sich das Paar. Im August 2025 wurde Klöckners Beziehung mit dem Fernsehmoderator Jörg Pilawa bekannt.

Politische Karriere mini|Julia Klöckner (l.), Angela Merkel (m.) und Volker Bouffier (r.) beim CDU-Bundesparteitag in Köln (2014)

Junge Union und Mitgliedschaften Als 25-jährige Studentin trat Klöckner 1997 in die Junge Union (JU) ein. Dort war sie von 2001 bis 2007 Kreisvorstand des Kreisverbands Bad Kreuznach und von 2002 bis 2007 Mitglied des Landesvorstands Rheinland-Pfalz. Auch wurde sie Mitglied der Frauen-Union (FU), der CDU, der Europa-Union und bei den Jungen Europäischen Föderalisten.

In den Bundesvorstand der Frauen-Union wurde sie 2003 aufgenommen.

Außerdem wurde sie stellvertretendes Mitglied im Vorstand der Europäischen Volkspartei (EVP).

Kreistagsmandat (seit 2001) 2001 wurde Klöckner in den CDU-Kreisvorstand Bad Kreuznach aufgenommen. In: cdu-kv-badkreuznach.de Auf Initiative und protegiert vom ehemaligen Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes in Bad Kreuznach, Michael zu Salm-Salm, erhielt Klöckner den sicheren und für das CDU-Frauenquorum reservierten Listenplatz 6 auf der Wahlliste zur Bundestagswahl 2002.Eine Frau mit Zukunft. In: FAZ.net, 22. März 2011, abgerufen am 1. Februar 2016Angepasst und ausgebrannt: Die Parteien in der Nachwuchsfalle – Warum Deutschland der Stillstand droht, Thomas Leif (2008) Danach gewann sie ihren Wahlkreis immer direkt.

Am 13. Juni 2004 wurde Klöckner bei der Kreistagswahl des Landkreises Bad Kreuznach mit 42.888 Stimmen, der höchsten Stimmenzahl unter den 50 CDU-Bewerbern, in den Kreistag gewählt.cdu-kv-badkreuznach.de: Bei der folgenden Kreistagswahl am 7. Juni 2009 wurde sie erneut mit der höchsten Stimmenzahl (46.759 Stimmen) wiedergewählt.Die neuen Kreistagsmitglieder – STATISTIK Julia Klöckner ist die Häufelkönigin. In: allgemeine-zeitung.de Auch 2014 und 2019 wurde Klöckner erneut in den Kreistag gewählt. Abgerufen am 15. März 2018.

CDU Landesvorsitzende Rheinland-Pfalz (2010–2022) In der rheinland-pfälzischen CDU stieg Klöckner 2002 in den Landesvorstand auf. Am 8. Juli 2006 wurde sie beim 59. Landesparteitag der CDU zur stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt.Kathrin Zehender: Julia Klöckner. In: Geschichte der CDU, Konrad-Adenauer-Stiftung.

Am 25. September 2010 wurde Klöckner auf dem rheinland-pfälzischen CDU-Landesparteitag in Mainz mit 96,9 Prozent der gültigen Stimmen zur neuen rheinland-pfälzischen CDU-Landesvorsitzenden gewählt.Julia Klöckner in Mainz zur CDU-Landeschefin gewählt – Merkels Watschn für Beck. In: Allgemeine Zeitung, 25. September 2010. Am 29. November 2014 wurde sie mit 98,9 Prozent der abgegebenen Delegiertenstimmen beim Landesparteitag der CDU Rheinland-Pfalz in ihrem Amt als Landesvorsitzende bestätigt, In: Allgemeine Zeitung, 29. November 2014. ebenso auf dem Landesparteitag am 19. November 2016.

Auf dem Parteitag der CDU Rheinland-Pfalz, am 26. März 2022, wurde Klöckner nach 12 Jahren als Landesvorsitzende verabschiedet. Ihr Nachfolger ist Christian Baldauf.

Bundestagsabgeordnete (2002–2011, seit 2021) Am 22. September 2002 zog Klöckner nach der Bundestagswahl 2002 über Platz 6 der Landesliste Rheinland-Pfalz in den Deutschen Bundestag ein. Im Bundestag begann Klöckners Mitgliedschaft in der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wo sie ab Oktober 2002 eine der stellvertretenden Sprecherinnen wurde. In: pressrelations.de Am 14. November 2002 wurde sie zur Schriftführerin im Plenum des Bundestags gewählt.Deutscher Bundestag stenografischer Bericht 10. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 14. November 2002. In: Bundestag.de (PDF; 883 kiB). : Wahlvorschlag für die Wahl der Schriftführer gemäß § 3 der Geschäftsordnung (PDF; 178 kiB) Zusätzlich wurde sie Mitglied im Kuratorium der Bundeszentrale für politische Bildung.Bundeszentrale für politische Bildung: Jahresbericht 2002/2003. Später wurde sie Mitglied im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. In: Ausschusslisten.de. und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe.. In: Ausschusslisten.de, Stand 30. März 2003 (PDF). 2003 wurde sie Mitglied der Enquete-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“ und gehörte deren Themengruppen „Ethik in der biowissenschaftlichen und medizinischen Forschung“ sowie „Transplantationsmedizin“ an.Deutscher Bundestag: In: Bundestag.de (PDF). Klöckner ist eine Verfechterin für mehr Aufklärung in der Organspende und wirbt für den Organspendeausweis.

Bei der Bundestagswahl 2005 gewann Klöckner mit 43,0 % der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Kreuznach – erstmals seit 1953 – für die CDU. Am 15. Dezember 2005 wurde sie als Schriftführerin im Bundestag wiedergewählt.8. Sitzung des Deutschen Bundestages am Donnerstag, dem 15. Dezember 2005 (PDF). In: Bundestag.de. 2005 wurde sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Am 24. Januar 2006 wurde Klöckner in den Fraktionsvorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt In: Pressrelations.de. und zur Beauftragten für Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ernannt. In: Pressrelations.de. Am 2. Juni 2006 wurde sie Mitglied im parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung.Junge Abgeordnete wollen Rechte ihrer Generation durchsetzen. In: Welt Online, 2. Juni 2006.

Am 14. Mai 2007 wurde sie stellvertretende Vorsitzende der CDU-Kommission „Bewahrung der Schöpfung: Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz“ – sie leitet dort die Unterkommission Verbraucherschutz. Am 23. Oktober 2007 wurde sie einstimmig zur stellvertretenden Vorsitzenden und damit zur Obfrau der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Sie gehörte dieser Gruppe bis 2009 an. In: Pressrelations.de.

Bei der Bundestagswahl 2009 wurde Klöckner als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Kreuznach/Birkenfeld mit 47 % der Erststimmen bestätigt.

Klöckner war Vorstandsmitglied der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft. Im Frühjahr 2003 gründete sie das fraktionsübergreifende Parlamentarische Weinforum zwecks Bewusstseinsförderung des deutschen Weins im eigenen Land Parlamentarische Weinforum, abgerufen am 15. Mai 2019 und gehörte dem Interfraktionellen Gesprächskreis „Hospiz“ an. Sie setzt sich seit 2015 für den Ausbau der Sterbebegleitung und Palliativmedizin ein.

Bei der Wahl des neunten Bundespräsidenten Horst Köhler, am 23. Mai 2009, twitterte Klöckner aus der offiziellen Zählkommission heraus – vorab, rund 15 Minuten vor der offiziellen Bekanntgabe des Wahlergebnisses – das Ergebnis der AbstimmungDie Weinkönigin und der Bundeshotte. In: FAZ.net, 23. Mai 2009. unter Bezug auf den letzten Spieltag der Fußball-Bundesligasaison: „Bundesversammlung Leute, Ihr könnt in Ruhe Fußball gucke. Wahlgang hat geklappt!“. Weitere Abgeordnete gaben das Ergebnis ebenfalls vorab über SMS und Twitter bekannt. Klöckner verzichtete danach auf das Amt als Schriftführerin im Deutschen Bundestag.„Twitter-Affäre“ beschäftigt Bundestagspräsidium. In: Heise online, abgerufen am 27. Mai 2009.

Nach der Konstituierung des Landtags Rheinland-Pfalz am 18. Mai 2011, für den sie den Landtagswahlkreis Bad Kreuznach direkt gewann, legte Klöckner am 27. Mai 2011 ihr Bundestagsmandat nieder.

Für die Bundestagswahl am 26. September 2021 wurde Klöckner von der Wahlkreisvertreterversammlung der Kreise Bad Kreuznach und Birkenfeld erneut als Bundestagskandidatin nominiert. Sie verlor das Direktmandat gegen Joe Weingarten (SPD), zog aber über die Landesliste der CDU Rheinland-Pfalz erneut in den Deutschen Bundestag ein.

Seit Dezember 2021 ist Klöckner wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.