Driver ist der Name einer Computerspiel-Serie, die dem Spieler Missionen mit hohem Fahranteil anbietet. In den ersten beiden Spielen der Reihe ist der Spieler damit beschäftigt – häufig auch unter Zeitdruck – von Punkt A nach Punkt B zu fahren. Ab dem dritten Teil wurden Third-Person-Shooter-Elemente ins Spielgeschehen aufgenommen, welche jedoch bei dem fünften Teil der Serie, Driver: San Francisco, wieder entfernt wurden. Große, frei befahrbare Städte, die in 3D modelliert sind, bilden dabei die Spielumgebung. Eine Ausnahme dabei bildet Driver: Speedboat Paradise. Hier ist der gesamte Spielinhalt das Fahren von Booten – einen Free-Run-Modus gibt es nicht und auch Autos spielen hier keine Rolle.

Entwickelt wurden die Spiele jeweils von Reflections Interactive. Nach mehreren Wechseln ist jetzt Ubisoft der Herausgeber, der die Rechte an der Marke Driver für 19 Millionen Euro von Atari zusammen mit dem Entwicklerstudio Reflections erworben hat.Heise.de Ubisoft übernimmt Ataris "Driver" Bis zu diesem Zeitpunkt (Juli 2006) wurden von der Spielereihe 14 Millionen Stück verkauft.

Alle Titel im Überblick +Kategorisierung aller Titel nach Veröffentlichung und PlattformTitelPlattformVeröffentlichtDriverPlayStation1999Windows, macOS, Game BoyiOS2009Driver 2PlayStation, Game Boy2000Driv3rPlayStation 2, Xbox2004Windows2005Game BoyDriver: VegasAndroid2006Driver: L.A. UndercoverAndroid2007Driver: Parallel LinesPlayStation 2, Xbox2006Windows, Wii2007Driver 76PlayStation Portable2007C.O.P. The RecruitNintendo DS2009Driver: San FranciscoWindows, Xbox 360, PlayStation 3, Wii, macOS2011Driver: Renegade 3DNintendo 3DS2011Driver: Speedboat ParadiseAndroid, iOS2014

Driver

mini|Logo Driver Das erste Spiel der Driver-Reihe wurde im Oktober 1999 für die PlayStation unter dem Titel Driver – You are the wheelman veröffentlicht. Später folgten Versionen für Windows (Windows 9x), Mac OS (ab Mac OS 8.6), und Game Boy Color. Im Dezember 2009 setzte Gameloft das Spiel für iOS um. Die iOS-Version wurde später aber wieder entfernt, da diese sich nicht rentiert hatte.

Erstmals in der Videospielgeschichte wurden Autoverfolgungsjagden in einer dreidimensionalen frei befahrbaren Stadt als Spielwelt geboten. Das Fahrverhalten der 1970er-Jahre-Wagen ist dabei eher auf Realismus ausgelegt und es existiert ein Schadensmodell für die Fahrzeuge.

Das Spiel ist unterteilt in einen sogenannten „Undercover-Modus“, „Freie Fahrt“ und mehrere „Fahrspiele“. Der Undercover-Modus ist das Kernstück und erzählt eine Geschichte rund um den Undercover-Cop Tanner. In einem Motelzimmer nimmt der Spieler per Anrufbeantworter unterschiedliche Aufträge an. Mit dem zu Missionsbeginn zur Verfügung gestellten Auto muss die vorgegebene Aufgabe erfüllt werden, wobei es im Spiel prinzipiell nicht möglich ist, das Fahrzeug zu verlassen. Insgesamt beinhaltet die mittels vorgerenderten Zwischensequenzen erzählte Geschichte 35 Missionen in vier verschiedenen Großstädten, wobei sich die Grundstruktur der zweigeteilten Aufgaben immer ähnelt: Im ersten Teil muss der Spieler unter Zeitdruck ein bestimmtes Ziel in der Spielumgebung erreichen, im zweiten Teil gilt es, unbemerkt von der Polizei und mit funktionstüchtigem Auto die Mission abzuschließen.

Im Modus „Freie Fahrt“ kann sich der Spieler ohne Zielaufgaben frei durch eine der vier wählbaren Metropolen bewegen. Dabei ist es, wie im Undercover-Modus, nicht möglich, das Fahrzeug zu verlassen oder zu wechseln. Auch hier gibt es auf den Straßen neben dem normalen Zivilverkehr patrouillierende Streifenwagen der Polizei, die bei einem Verkehrsdelikt die Verfolgung des Spielers aufnehmen und diesen so lange rammen, bis das Spielerauto einen Totalschaden aufweist. „Freie Fahrt“ eignet sich zum Kennenlernen einer Stadt oder um sich mit der Polizei rasante Verfolgungsjagden zu liefern.

Im Modus „Fahrspiele“ stehen mehrere Varianten zur Auswahl, wie z. B. „Flucht“, „Verfolgung“ oder „Survival“. So wird man bei „Flucht“ in einer ausgewählten Stadt mit einem verfolgenden Polizeiwagen ausgesetzt und Ziel des Spiels ist es, innerhalb kürzester Zeit den Verfolger abzuschütteln. Bei „Verfolgung“ muss der Spieler ein anderes Fahrzeug so lange verfolgen, bis entweder eine bestimmte Zeit abgelaufen, oder das zu verfolgende Fahrzeug zu Schrott gefahren ist.

Ein weiteres Novum in der Historie der Videospiele war der in Driver enthaltene Filmregisseur. Somit war es möglich, eine absolvierte Mission, freie Fahrt oder ein Fahrspiel aufzuzeichnen und mit einem internen Editor Kameraposition, -winkel, und -schwenks festzulegen und somit seine persönliche Verfolgungsjagd filmisch festzuhalten.

Das Setting des Spieles in den 1970er Jahren mit entsprechenden Fahrzeugen auf den Straßen und die hauptsächlich aus Funk und Soul bestehende Hintergrundmusik sind weitere Charakteristika und gleichzeitig Verweise auf die geistigen Vorbilder des Spieles. Zu diesen zählen vor allem Filme wie Bullitt, Die Straßen von San Francisco, Nur noch 60 Sekunden oder French Connection die allesamt spektakuläre Autoverfolgungsjagden boten. Die meisten Gemeinsamkeiten weist das Spiel mit dem Spielfilm Driver aus dem Jahr 1978 auf.

Driver 2

Der zweite Teil erschien im November 2000 für die PlayStation unter dem Titel Driver 2: Back on the Streets und Driver 2: The Wheelman is Back. Die Version für den Game Boy Advance nennt sich Driver 2 Advance. Die Grundstruktur des Spiels entspricht der des Vorgängers mit einem „Undercover-Modus“, „Freier Fahrt“ und „Fahrspielen“. Hauptfigur ist wieder der Cop Tanner und abermals bilden vier dreidimensional modellierte Städte die Spielkulisse.

Die Spielumgebung umfasst nun die vier Metropolen Chicago, Havanna, Las Vegas und Rio de Janeiro. Das Verlassen und Wechseln der Fahrzeuge während des Spielens ist möglich, indem die Spielfigur jederzeit aus einem Auto aussteigen, zu Fuß durch die Stadt laufen und in jedes beliebige Zivilfahrzeug einsteigen kann. Während der Missionen spielt die neu hinzugekommene Möglichkeit, den Wagen verlassen zu können, keine große Rolle. Der Undercover-Modus folgt einer durch vorgerenderte Zwischensequenzen erzählten Geschichte, die 37 Missionen beinhaltet, wobei es jedoch das Motelzimmer mit Anrufbeantworter nicht mehr gibt. Folglich kann auch nicht mehr aus mehreren Aufträgen ausgewählt werden, der Spielablauf ist somit linearer. Die Missionen haben ein Zeitlimit, jedoch ist die Zweiteilung entfernt worden. Die KI der Polizei wurde im Vergleich zum ersten Teil verbessert, dafür die Häufigkeit der Streifenwagen reduziert.

Der Aufbau der vier Städte folgt denselben Grundsätzen wie im Vorgänger. Der Abstraktionsgrad wurde etwas verfeinert, sodass kein rein orthogonaler Straßenraster, sondern auch Schrägverbindungen und kurvige Straßenabschnitte vorhanden sind.

Driv3r

mini|Logo von Driv3r (auch Driver 3 geschrieben) Der dritte Teil der Serie erschien im Juni 2004 für PlayStation 2 und Xbox und im März 2005 auch für Windows. Des Weiteren erschien wieder eine Version für den Game Boy Advance. Laut Publisher Atari (ehemals Infogrames) soll die Entwicklung 30 Millionen Dollar gekostet haben. Das Grundkonzept der vorangegangenen Teile wurde auch in Driv3r beibehalten, sodass sich das Spiel wieder in den „Undercover-Modus“, „Freie Fahrt“ und „Fahrspiele“ gliedert. Ebenfalls gleich geblieben ist die Spielwelt in Form von Großstädten, sowie der Hauptcharakter Tanner.

Das Geschehen des Spiels spielt in den drei Städten Miami, Nizza und Istanbul. Sie beginnt in Miami, wo Tanner bei einem Polizeieinsatz auf eine Bande von Autodieben aufmerksam wird, die für seinen Widersacher Jericho arbeitet. Er wird in diese Bande eingeschleust und hilft ihr dabei, die benötigten Autos zusammenzubekommen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Nachdem die geforderten Fahrzeuge gestohlen worden sind, werden sie nach Nizza gebracht. Tanner reist mit der Bande dorthin und wendet sich an die dortige Polizei. Diese planen jedoch, anders vorzugehen, als es Tanner vorhat, weswegen es zu Streitereien und schlecht geplanten Einsätzen kommt, bei denen ein französischer Polizist erschossen wird. Anschließend werden die Fahrzeuge nach Istanbul gebracht, wo sich die Bande mit ihrem Auftraggeber trifft. Tanner gelingt es, die Köpfe der Bande zu verhaften, wodurch er Informationen über den Aufenthaltsort von Jericho erhält. Schließlich kommt es zu einem Gefecht zwischen der Polizei und Mitglieder von Jerichos Organisation, bei der sowohl Tanner als auch Jericho schwer verwundet werden. Ob sie überleben bleibt ungeklärt.

Da das Spiel im Unterschied zu den Vorgängern für die darauffolgende Konsolengeneration entwickelt worden ist, sind die Unterschiede zu einem großen Teil in der Technik zu finden. Zwar gibt es in Driv3r nicht mehr vier, sondern drei Großstädte, doch der Detailgrad der Ausarbeitung ist weitaus höher als bisher. So finden sich nun Seitenstraßen, verwinkelte Gassen und eine generell abwechslungsreichere Topografie im Spiel. Auch die Autos sind detaillierter gestaltet und besitzen ein differenzierteres Schadensmodell als bisher. Der „Undercover-Modus“ bietet zwar wieder eine durchgängige Geschichte, erzählt durch vorgerenderte Zwischensequenzen und mit 25 zu absolvierenden Missionen, die zu meist nicht mehr unter Zeitdruck zu absolvieren sind. Gänzlich neu in Driv3r ist der Einsatz von Waffen. Im Unterschied zu den ersten beiden Teilen, kann Tanner nun nicht nur das Auto verlassen, sondern auch Gebrauch von Pistolen, Gewehren und Granatwerfern machen. Bestand bisher sowohl im „Undercover-Modus“ als auch im Modus „Freie Fahrt“ das Gameplay lediglich aus Fahren, so beträgt der Zu-Fuß-Anteil in der Story von Driv3r laut Entwickler ein knappes Drittel. Der Fuhrpark im Spiel wurde erhöht und umfasst nun 70 unterschiedliche Fahrzeuge, erstmals auch Motorräder und Boote. Des Weiteren kann die Spielfigur nun auch schwimmen.

Driver: Vegas

Driver: Vegas setzt die Handlung von Driv3r fort, und zeigt, dass sowohl Tanner als auch Jericho überlebt haben. Tanner macht sich in Las Vegas auf die Suche nach Jericho, um ihn zu töten.

Driver: L.A. Undercover

Driver: L.A. Undercover spielt zwei Jahre nach Driver: Vegas, wo Tanner als Rennfahrer arbeitet. Er wird zurück in den Polizeidienst geholt, um gegen die Mafia in Los Angeles zu kämpfen.

Driver: Parallel Lines mini|Logo von Driver: Parallel Lines

Im März 2006 erschien, zunächst für die PlayStation 2 und Xbox mit Driver: Parallel Lines der vierte Teil der Reihe. Die Windows- und Wii-Version erschien im Juni 2007. Der Titel Parallel Lines bezieht sich dabei nicht nur auf den in zwei unterschiedlichen Epochen spielenden Handlungsstrang, sondern auch auf die Doppellinie als typische Straßenmarkierung. Des Weiteren ist der Titel eine Anspielung auf das 1978 erschienene Album Parallel Lines von Blondie.

Driver: Parallel Lines weist zu den bis dahin erschienenen Teilen die größten Unterschiede bzw. Neuerungen auf. Die bisherige Hauptfigur der Spieleserie, den Undercover-Cop John Tanner, gibt es nicht mehr. Stattdessen schlüpft der Spieler nun in die Rolle eines 18-jährigen Kleinkriminellen, der von allen nur T.K. (The Kid) genannt wird. Weiterhin ist die Spielumgebung zwar nach wie vor in einer Großstadt angesiedelt, im Unterschied zu den Vorgängern erstreckt sich die Spielwelt jedoch nicht mehr über mehrere Städte, sondern besteht aus dem New York des Jahres 1978 und 2006.