Als Psychiker bezeichnete man gemäß der Lehre der Gnosis – vorzüglich der Valentinianer – einen Angehörigen der mittleren Menschenklasse zwischen Hylikern und Pneumatikern, die zwar zu Glauben und sittlicher Einsicht, aber nicht zur Erkenntnis Gottes fähig seien.Gustav Eduard Benseler et al.: Griechisch-Deutsches Schulwörterbuch. B. G. Teubner, Leipzig 1911, S. 1000Brockhaus: Das große Fremdwörterbuch. Leipzig 2001, S. 1105Irenäus, Adversus Haereses 1,7,5
Die Bezeichnung ist abgeleitet von . Bei Aristoteles und Schriftstellern nach 320 v. Chr. hatte dieses Adjektiv die Bedeutung „zur Seele, zum Leben gehörig“, „seelisch“, „geistig“. Spätgriechisch und im Neuen Testament bedeutet psychikos „dem irdischen Leben angehörig“, „irdisch“, „sinnlich“; dieser letzteren Bedeutung entspricht auch die Bezeichnung Psychiker. Der Apostel Paulus benutzt den Ausdruck in als Antoynm zu , was eine Selbstbezeichnung einiger Gemeindemitglieder gewesen zu sein scheint. Paulus will ihnen damit sagen, dass sie kaum Fortschritte im christlichen Glauben gemacht haben.Matthias Konradt: Gericht und Gemeinde. Eine Studie zur Bedeutung und Funktion von Gerichtsaussagen im Rahmen der paulinischen Ekklesiologie und Ethik in 1 Thess und 1 Kor. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017596-7, S. 215.
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Kategorie:Gnosis